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Andri Weidmann

Dämonenkind

Kapitel 1

Die Knochen des weißen Kaninchens knackten dumpf unter dem mächtigen Druck von Tiras scharfem Schnabel. Sie kaute und schluckte genüsslich, während sie ihre spitzen Krallen spreizte. Ihr Fell glänzte hell in der Nachmittagssonne, die langsam hinter dicken Regenwolken verschwand. Sie bettelte nach einem weiteren toten Kaninchen, obwohl der stattliche Greif, dessen Kopf der eines Adlers und dessen Unterkörper der einen Löwen war, mehr als genug verputzt hatte. „So, nun hast du aber wirklich zu viel gefressen, du musst doch heute Abend das erste Mal fliegen, denn ich werde bei der Dämmerung eine richtige Greifenreiterin werden“, erinnerte Xenia das Raubtier streng. Dieses antwortete mit einem freudigen Flügelschlag.
„Also, ich werde dann mal meine Tracht für das Fest anziehen.“

Das Mädchen mit dem hübschen, langen Haar schaute sich noch einmal in dem geräumigen Stall um, machte dann linksum kehrt und eilte summend zur Stalltür hinaus. Hinter sich hörte sie noch das Knurren und Krächzen des Greifs, aber Xenia beeilte sich, ins kleine Holzhaus neben den nach Heu riechenden Stallungen zu kommen, Den die Regenwolken am Himmel würden sich gleich entladen. Sie trat fröhlich ins Häuschen mit den holzigen Schindeln auf dem Dach, als ihre Mutter, die schon auf sie gewartet hatte, ihr zurief: „Da bist du ja endlich, du musst dich umkleiden!“ „Ja, ja“, erwiderte Xenia, „ich gehe schon.“ Ein bisschen verärgert über ihre Mutter ging sie die wenigen Stufen zu ihrer Kammer empor und betrat ihr Zimmer, das nur spärlich mit einem Bett und einer kleinen, roten Kommode, auf der eine oft gebrauchte Petroleumlampe stand, ausgestattet war. Vorsichtig nahm Xenia die mit vielen Stickereien verzierte Tracht aus der Schublade, dann zog sie sich hastig und mit geschickten Handgriffen um. Prüfend betrachtete sie sich im staubigen Spiegel an der Wand. Ein letztes Glattstreichen der schwarzen Haare und sie sah perfekt aus. Nun war Xenia bereit für die Zeremonie, die auf dem Dorfplatz stattfand. Jedes Jahr wurden die Kinder, die vierzehn wurden zu Greifenreitern gemacht. So wird auch Xenia heute Abend eine Reiterin werden. Dieses Fest musste jeder, der einen Greif hatte, feiern, bevor er das erste Mal fliegen durfte.

Behände hüpfte sie in den warmen Wohnraum, in dem ein weicher Sessel stand. Auf dem braunen Teppich lag ausgestreckt die getigerte Katze der kleinen Schwester, daneben saß die Mutter, die eine abgetragene Schürze um hatte, schreibend am ausladenden Holztisch. An den Wänden hingen Bilder des Vaters, auf dem er mit einem schneeweißen Greifen zu sehen war.
Er hatte seinen Greifen Keirun im hohen Norden kennen gelernt und war mit ihm hier her nach Greifendorf geflogen. „Ich gehe nochmals zu Tira hinüber, schließlich gehört sie zu mir und muss mit mir an die Zeremonie gehen“, sagte Xenia schnell. „Sei aber rechtzeitig beim Dorfplatz! Du weißt, wenn es eindämmert beginnt das Fest!“, rief ihr die Mutter nach, doch die Vierzehnjährige konnte sie gar nicht mehr hören, denn sie war bereits in den verwilderten Vorgarten getreten.

Inzwischen hatte es schon wieder aufgehört zu regnen, Vögel zwitscherten und Schmetterlinge gaukelten durch die warme Sommerluft. Xenia schritt über den gepflasterten Weg zum hölzernen Stall. Dort begrüsste Tira laut schreiend die schon leicht aufgeregte Xenia. „Ganz ruhig“, brachte sie den Greif zum Schweigen „Ich weiß, dass du auch nervös bist.“ Tira machte es sich auf dem frischen Stroh bequem und lauschte aufmerksam den Worten ihrer Freundin. „Heute dürfen wir das erste Mal fliegen, freust du dich?“ Ein zustimmendes Krächzen kam als Antwort. „Ich freue mich auch. Wollen wir uns auf den Weg machen? Die Sonne geht bald unter.“ Der Greif nickte. Wortlos zäumte Xenia das große Tier und verließ mit ihm den immer dunkler werdenden Stall.

Draußen fand sie an der Wand gelehnt ihren Vater, er hatte die typische himmelsblaue Uniform der Greifenreiterzunft an. Er betrachtete die schönen Berge, die überall um Greifendorf standen und immer längere Schatten warfen. Irgendwo in der grasgrünen Wiese neben den Stallungen zirpte eine Grille fröhlich vor sich hin, da entdeckte ihr Vater sie und kam schnellen Schrittes auf die Beiden zu: „Du solltest langsam zum Dorfplatz gehen, die Sonne verschwindet gleich“, mahnte er. „Aber ich muss dich noch etwas Wichtiges fragen. Wie bringe ich Tira zum Fliegen?“, wollte Xenia wissen. „Och, das geht einfach, ohne dass du viel machen musst.
Keine Angst, deine Tira macht das schon. Jetzt solltest du aber los.“ Die nervöse Xenia gab ihrem Vater einen zärtlichen Kuss auf die stoppelige Wange und machte sich mit Tira auf den Weg zum Dorfplatz.

Dieser lag mitten im Ort, war kreisrund und wurde von mehreren kleinen, märchenhaft anmutenden Häuschen, an denen festliche Dekorationen aufgehängt waren, gesäumt.
Alle Dorfbewohner waren schon versammelt, als das Mädchen eintraf. Xenia stellte sich zögernd in die Mitte des Platzes, die Leute murmelten leise, während die Sonne langsam hinter den Bergen verschwand. Xenia fühlte sich unwohl in mitten der Menschenmasse, die sie erwartungsvoll anstarrte. Da, als der letzte goldene Strahl der schönen Sonne verschwunden war, trat der Dorfälteste auf den Platz. Er trug ebenfalls eine Tracht, die grün im Zwielicht schimmerte. Auf einem Stock aus Kastanienholz gestützt humpelte der Greis stolz zu Xenia und Tira. Es wurde still, totenstill, dann plötzlich erhob der Dorfälteste seine Stimme, die trotz seines Alters noch laut über den Festplatz hallte: „Du willst also eine Greifenreiterin werden, wie es die meisten unseres kleinen Dorfes sind?“, tönte seine Frage über den Platz.

Xenia, die eingeschüchtert vor ihm stand, nickte fast nicht sichtbar. Doch der Mann hatte es gesehen. „So, soll es sein“, rief der Alte, „Aber zuerst musst du uns, wie es in Greifendorf Tradition ist, die Geschichte deiner ersten Begegnung mit Tira, deinem edlen Greifen, erzählen. Wieder wurde es still, die Zuschauer schauten Xenia gespannt  an. Eine Eule heulte und der Wind strich angenehm durchs Dorf. Da begann Xenia unsicher und leise mit ihrer Geschichte: „Es war an einem kalten, schönen Wintermorgen. Meine Mutter hatte mich geschickt, um Feuerholz zu suchen. Ich ging ein Stück auf dem Weg, dann bog ich in den Wald mit den schneebedeckten Tannen ab. Unter einem Baum mit besonders viel Schnee auf den Ästen, suchte ich gerade nach trocknen Zweigen, als es laut über mir raschelte. Der Schnee auf der Weisstanne hatte sich in Bewegung gesetzt. Er begrub mich und ich konnte mich nicht mehr bewegen.
Ich lag wahrscheinlich mehrere Stunden unter dem mächtigen Schneehaufen und versuchte mich zu befreien, mein Vater hätte das vielleicht geschafft, aber ich konnte nur auf Hilfe warten.
Da hörte ich es: Ein hastiges Scharren. Immer mehr Licht drang durch den Schnee zu mir.
Auf einmal erkannte ich, wer mich aus dem kalten Eisgefängnis befreit hatte. Es war ein Greif, er war kräftig gebaut und hatte grüne, mich neugierig musternde Augen. Aber es war nicht einer aus unseren Ställen, nein es war ein Wilder. Der Greif packte mich behutsam am Kragen, bettete mich sanft unter seine weichen Flügel und rettete mich so vor dem Erfrieren. Ich hatte Tira sofort ins Herz geschlossen. Von da an waren wir die besten Freundinnen überhaupt.“ Xenia beendete ihre Erzählung mit einem liebevollen Seitenblick zu Tira.

Die Dörfler klatschten allesamt begeistert in die Hände. Langsam trat der Älteste auf den inzwischen von Fackeln beleuchteten Platz, er lächelte selig und sprach: „Das war eine sehr interessante Geschichte, ziemlich jeder in unserem Dorf hat einen Greif, aber meistens sind diese schon von uns Menschen aufgezogen worden, fast niemand hier im Dorf hat einen wilden Greifen. Du kannst stolz auf dich sein, dass Tira dir ihr Vertrauen geschenkt hat. Nun, da du uns deine erste Begegnung geschildert hast, darfst du jetzt das erste Mal fliegen!“ Xenia wurde nun richtig aufgeregt, sie wollte schon zu Tira hinüber gehen, da trat ihr Vater aus dem Kreis der Umstehenden. „Ich habe noch etwas für dich. Hier, das ist für meine kleine Tochter“, verkündete er voller Stolz in seinen Augen, während die Zuschauer, um eine bessere Sicht auf das Geschehen zu haben, ihre Hälse reckten. Zu Xenias Erstaunen hatte der Vater einen fein gearbeiteten Sattel in seinen Armen. Er war aus Leder und mit Goldfäden verziert. Die Riemen waren orange gefärbt, in die Steigbügel aus Zwergenkristall  waren einige verschnörkelte Zeichen eingraviert.  Xenia lief auf ihren Vater zu: „Dan.. Danke!“, stotterte sie. „Den hat dein Großvater vor langer Zeit auf dem Dachboden entdeckt und mir an meiner Greifenreiterzeremonie geschenkt. Und jetzt schenke ich ihn dir weiter. So, und nun flieg, meine Kleine, flieg so hoch du kannst“, flüsterte er ihr ins Ohr. Das Mädchen drückte ihren Vater fest und ging zitternd zu Tira, die schon auf sie wartete, hinüber. Xenia nahm den Sattel mit den schönen Stickereien und gurtete ihn Tira mit weichen Knien an. Sie stieg auf, die Leute hielten gespannt den Atem an. Leise murmelte Xenia ihrer Freundin zu:  „Jetzt müssen wir fliegen. Flieg!“ Die Krallen des Greifen schabten ohrenbetäubend über den trockenen Steinboden.
Die Menge jubelte. Wie selbstverständlich breitete die Greifendame mit erhobenem Schnabel ihre Adlersflügel aus. Dabei brachte der starke Luftzug die Fackeln zum Erlöschen. Ein Ruck. Ein gellender Schrei und Tira hob mit Xenia auf dem Rücken ab. Das Tier machte ein paar kraftvolle Flügelschläge und Xenia konnte auf Greifendorf hinab sehen. Unten auf der Erde applaudierte das ganze Dorf begeistert. Laut und voller Freude schrie sie: „Jetzt bin ich eine echte Greifenreiterin!“

Tira drehte eine Runde über dem Ort und machte dann eine scharfe aber doch geschmeidige Kurve in Richtung des aufgehenden Mondes. Sie flogen auf ihn zu, immer weiter und weiter.
Die Tracht der frisch gebackenen Greifenreiterin flatterte zuckend hin und her, ihr schwarzes Haar wehte im Wind, ihre blauen Augen strahlten und Xenia fühlte es, die Freude am Fliegen, die der Vater ihr schon unzählige Male beschrieben hatte. Nach einer Weile wurde sie mutiger. Sie liess die rauen Zügel aus ihren klammen Händen fallen und streckte sie mit einem Schrei auf den Lippen in die dünne Luft. Schneller als sie es je für möglich gehalten hätte, flog Tira über hohe Berge, grüne Wälder und glitzernde Seen hinweg. Sie mussten schon Meilen weit von Greifendorf entfernt sein. Dieses Mal drehte Tira nach Norden ab und unverhofft ließ sie sich im Sturzflug in die unter ihnen lauernde Dunkelheit fallen. Xenia schrie vor Schreck hoch auf, aber als sie merkte, dass ihre Freundin alles im Griff hatte, musste sie erstaunt lachen. Tira breitete ihre königlichen Flügel aus und fing so den rasanten Fall auf, dann vollbrachte sie einen eleganten Looping und stieg wieder bis zu den grauen Wolken auf, die inzwischen den hellen Vollmond verdeckt hatten.

Die Beiden flogen noch etliche Stunden weiter Richtung Norden und Xenia wollte Tira gerade sagen, dass sie nach Hause fliegen wolle, da rammte etwas den Greif hart von der Seite. Zum Glück hatte sich die Reiterin gut am Sattel festgebunden, sonst wäre sie ins Leere gefallen.
Die wild nach ihrem Angreifer schnappende Tira wurde von riesigen, scharfen Krallen gepackt und schmerzhaft im hohen Bogen weg geschleudert. Schlingernd fing sie sich wieder. Das Mädchen auf dem Rücken des verletzten Tieres hatte einen aufgeschlitzten Oberschenkel und klammerte sich fest an das Fell der Greifin. Sie schaute wild umher und versuchte ihren, wahrscheinlich riesigen Gegner auszumachen. Da sah sie ihn plötzlich, ein Ungetüm mit schwarzen, ledrigen Schwingen, seine Augen glühten rot und die weißen, mehrere Ellen langen Zähne blitzten gefährlich in der Nacht. Das Vieh, das nun wieder zum Angriff ansetzte, schien nur aus grauer Haut und Knochen zu bestehen. Bevor es die Beiden ein weiteres Mal rammte, konnte Tira mit einem gewagten Sturzflug unter dem grausig schreienden Monster hinweg tauchen, doch dieses gab nicht auf. Es drehte entschlossen ab und fauchte markerschütternd, Xenia wurde schwindelig von diesem fürchterlichen Geschrei. Der Koloss, der sicher mehrere Male so gross wie ihre Hütte war flatterte geradewegs auf sie zu und spuckte ihnen einen schwarzen, sprühenden Feuerball entgegen, ein Funke des Geschosses traf Xenia und ätzte ihr ein tiefes Loch in den Arm. Wieder spie das scheußliche Wesen einen gefährlichen, Feuerball, doch der Greif wich in einer schnellen Linkskurve aus. Xenia hatte eine schreckliche Angst.
Sie drückte sich so fest sie konnte an ihre Gefährtin und stiess ihre Stiefel stark in die kristallenen Steigbügel. Urplötzlich spürte sie einen heftigen Ruck durch ihren verkrampften Körper gehen, ein starker Luftzug und alles war still, kein Monster war mehr da, der Mond verbreitete wieder seinen Glanz am Firmament und unter ihr brannten zu ihrer Freude Lichter! „Aber das sind ja die Fackeln von Greifendorf.

Wie sind wir denn so schnell die vielen Meilen bis hierhergekommen?“, dachte sie erstaunt, aber eigentlich war ihr das völlig egal, die Hauptsache war, dass sie in Sicherheit waren.
Sie entspannte sich ein wenig und Tira setzte schmerzerfüllt zum Landeanflug an. Endlich waren sie wieder auf dem sicheren Boden. Die Zeremonie war schon längstens vorbei und alle Dorfbewohner hatten sich in ihre Hütten zurück gezogen. Völlig entkräftet ließ Tira sich auf die kalten Steinplatten vor dem Greifenstall fallen. Mühsam hinkte die verwundete Xenia zum Häuschen ihrer Eltern, in dem das Licht immer noch brannte. Sie stieß die schwere Holztür gequält auf und brach erschöpft zusammen.

Kapitel 2

Xenia stand alleine in einem riesigen Saal, an den dunkelgrauen Wänden hingen ein Dutzend Banner mit aufgenähten, hässlichen Fratzen. Auf dem Fussboden lag ein weinroter Teppich auf dem ein langer, schwarz glänzender Tisch mit geschwungenen Beinen stand. Unheimliche Lichter, die in den leeren Augenhöhlen eines weiss schimmernden Totenschädels glühten, erhellten die Angst einflössende Halle. Am andern Ende des Raumes waren zwei gewaltige Pforten in das Gemäuer eingelassen. Über dem Kamin, in dem ein Feuer prasselte, stand ein ausgestopfter, zähnefletschender  Wolf auf dem breiten Sims. Es quietschte schrill und die rechte Eisentür schwang auf. Heraus trat lang beinig ein hoch gewachsener Mann mit hämischem Grinsen.

Er hatte auf Xenia eine einschüchternde Wirkung. Der vollkommen schwarz eingekleidete Mann sprach mit schauriger Stimme: „Willkommen, Verehrteste, in meiner prachtvollen Burg, ich bin Zalorin, Fürst über alles Dämonische.“ Er lachte wie ein Irrer auf und fuhr dann fort, „du bist zwar nicht wirklich hier, aber das macht nichts! Ich mache es kurz, ich habe deine Gedanken hierher kommen lassen, damit du für mich etwas Wichtiges erledigst. Denn nur du kannst diese Sache für mich vollbringen.“ Er strich sich über das pechschwarze Haar und starrte Xenia erwartungsvoll an. Diese brachte kein Wort hervor, sie hatte viel zu viel Angst vor dem bleichen Fürsten. „Nun komm schon, sag was! Du kannst einwilligen oder nicht, aber überlege es dir gut! Denn wenn du nicht einwilligst, dann muss ich dich wohl oder übel von meinen treuen Untergebenen, den Dämonen, holen lassen“, sagte er beherrschend. Verwirrt krächzte Xenia mit heiserer Stimme: „Ich will Ihnen nicht helfen.“ Das künstliche Lächeln des Burgherren erstarb und er rollte verärgert die eisigen Augen. „Du sollst es dir gut über legen, habe ich gesagt.
Sonst wirst du eines qualvollen Todes sterben“, schrie er, „und das wollen wir doch beide nicht.“ Ängstlich antwortete das Mädchen, das nun begriffen hatte, was ihm vorschwebte, wenn sie dem furchteinflößenden Mann nicht gehorchte: „Also gut, aber machen Sie mir bitte nichts, ich helfe Ihnen. Was muss ich tun?“ „Du sollst für mich den Stu…“

Bevor er seinen Satz beenden konnte erleuchtete ein grelles Licht den dunklen Saal.
Der Dämonenfürst schrie Wut entbrannt auf und mit einem Schlag wurde der ganze Raum samt Fürst von gleißendem Licht verschluckt. Überall um Xenia war der helle Schein, ein leichter Wind strich ihr durchs Haar, himmlischer Gesang ertönte und sie vernahm eine sanfte, beruhigende Stimme, die von weit, weit weg kommen musste: „Tu das nicht, mein Kind, dieser Fiesling Zalorin will dich nur ausnützen, ich bin Sesilia die Herrscherin über Agerin, in dem Land auch du wohnst. Zalorin will mir schon seit langem mein Land entreißen. Er ist der Dunkelheit verschrieben, hilf ihm nicht!“ „Aber was soll ich denn machen? Er will mich umbringen, wenn ich ihm nicht gehorche! Und ausserdem bin ich in seiner Burg, ich weiss selbst nicht, wie ich hier her gekommen bin!“ „Ja, du bist in seiner Burg“, erwiderte die feine Stimme, „du bist aber nur mit den Gedanken dort, dein Körper liegt in deinem Bett, in Greifendorf und solange du nur ihm Traum bei ihm in der Burg bist, kann er dir nichts anhaben. Und jetzt lausche meinen Worten! Dein Dorf ist für dich kein sicherer Ort mehr, Xenia. Flüchte! Flüchte in Richtung Westen dem Flusslauf entlang bis zu einer kleinen Holzhütte. Darin wohnt der Jäger Nourin, er wird dir Weiteres erklären. Nimm diesen Goldring mit auf deinen Weg, an ihm wird dich Nourin erkennen.“ Ein zarter Ring aus purem Gold fiel wie aus dem Nichts vor Xenias Füßen zu Boden. Vorsichtig hob sie ihn auf und steckte ihn behutsam an ihre Hand. „Ich habe noch eine Frage“, wisperte Xenia ehrfürchtig, „Heute Nacht hat mich ein schwarzes Monster mit rot leuchtenden Augen angegriffen, was war das?“ Die wundersame Stimme antwortete ruhig: „Das war einer von Zalorins grausamen Dämonen, er wurde beauftragt dich zu holen.
Du konntest zum Glück fliehen. Auch warum du so schnell wieder in Greifendorf warst, obwohl du gerade etliche Meilen von dort entfernt gegen einen Dämonen gekämpft hast, wird dir Nourin erklären. Nun, wach auf mein Kind!!“

3 Kommentare

Sarah am 12. März 2017

Da musst du unbedingt weiter schreiben!!! Ich hab schon lange versucht so eine Geschichte zu schreiben!!!!

Joanna am 5. März 2017

Das ist so spannend! Ich liebe dein Schreibstil, schreib bitte eine Fortsetzung!

Franziska am 29. November 2013

Ohhhhh wie schön, vor allem die Greife