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Recklessfan

Ein kleines Weihnachtsmärchen

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Es war einmal in einem Königreich, in dem ein sehr geiziger und gieriger König herrschte. Er hatte auch eine Tochter, Serafina, die sehr lieb und mitfühlend zu allen war. Weihnachten war nah und das ganze Volk war in guter Stimmung. Alle außer der König. Der König fand Weihnachten wäre Zeitverschwendung, daher feierte er nie und seiner Meinung nach würde seine Tochter kein Weihnachten als Kind erleben. Aber sie wollte feiern, also bat sie ihre Mutter ihn zu überreden. Eines Tages saß der König in seinem Thron, als seine Frau herein trat.

„Willst du wirklich nicht feiern? Tu es für Serafina, dass sie mit uns einmal Weihnachten feiern darf. Bitte.“ fragte sie ihn vorsichtig.

Der König war aber anderer Meinung: „In meiner Burg wird kein Weihnachten gefeiert!“ Und er wurde zornig.

„Aber sie ist deine Tochter! Willst du sie nicht glücklich machen?!“ sagte seine Frau lauter.

Aber der König ließ sich nicht überreden. Also ging die Königin enttäuscht in den Turm in dem das Zimmer ihrer Tochter war, um ihr die schlechte Nachricht zu überbringen. Als sie vor der Tür war klopfte sie vorsichtig an ihrer Tür. Von drinnen kam ein hohes, klares: „Herein!“ Leise öffnete die Königin die große Eichentür.

Im Turmzimmer saß Serafina auf einem Stuhl und ihr Haar wurde gerade von ihrer Kammerzofe gemacht. Serafina war wunderschön. Sie hatte welliges langes dunkelbraunes Haar, Smaragd grüne Augen und viele Sommersprossen auf ihrer kleinen Nase. Ihre Zofe flechtete gerade ihr langes Haar zu einem schönen Zopf. Serafina trug ein schönes weinrotes Kleid das mit dünnen goldenen Verzierungen bestickt war. Sie merkte schon am Gesicht ihrer Mutter das sie es nicht geschafft hatte ihren Vater zu überreden.

„Du hast es nicht geschafft, oder?“ Und als sie das fragte wurde ihre Stimme immer leiser. „Nein“, sagte ihre Mutter und setzte sich auf das Bett. Inzwischen war die Kammerzofe mit dem Zopf fertig. Sie hatte ihr dünne goldene Fäden mit ins Haar geflechtet und im Sonnenlicht schimmerte ihr Haar golden.

„Danke, Sarah“ sagte sie. „Du kannst jetzt gehen.“

Die Zofe verbeugte sich vor beiden und ließ sie allein.

„Wunderschön siehst du aus, Serafina.“, sagte die Königin. Aber Serafina schaute ihre Mutter nur besorgt an und setzte sich neben ihr auf das Bett.

„Glaubst du wir könnten hier in meinem Zimmer heimlich feiern?“, fragte Serafina zum Spaß und ihre Mutter lachte kurz auf. Dann wurden sie aber wieder ernst.

„Nein,ich glaub nicht. Ich geh dann mal. Schöne Weihnachten, Liebling.“, sagte die Königin  und ging.

An Heiligabend saß Serafina mit einem Buch in einem Sessel, wie an einem ganz normalen Tag. Als ihr später langweilig wurde legte sie ihr Buch zur Seite und blickte aus dem Fenster.Durch ihr Turmfenster konnte sie direkt ins Dorf gucken. In den meisten Häusern brannte Licht und die Leute darin feierten Weihnachten. Sie konnte aber auch auf die Stadtmauer gucken.Dort hockte ein kleines mit Ruß bedecktes Mädchen. Und Serafina wusste, dass es diesem kleinen Mädchen auch ohne der Tatsache das es kein Weihnachten feiern kann schlecht ging. 'Vielleicht wohnt sie in dem Waisenhaus, dort können sie kein Weihnachten feiern', dachte sie.

Da kam ihr eine Idee. Sie nahm einen alten Sack und schmiss dort ihre ganzen alten Kuscheltiere und Puppen herein, dann zog sie sich ihren roten Umhang über und schlich sich aus der Burg. Sie durchquerte das große Dorf bis zur Stelle, an der sie das kleine Mädchen aus ihrem Fenster gesehen hatte. Als sie dort war saß das Mädchen immer noch traurig da. Vorsichtig ging Serafina auf sie zu.

„Wie heißt du, Kleine?“ fragte sie die Kleine.

„B... b.. b.. Bianca.“ stotterte sie. Als Serafina merkte, das Bianca frierte, zog sie ihren Umhang aus und gab ihn ihr.

„Danke....“ sagte Bianca, zog ihn über und dann merkte sie, dass vor ihr die Prinzessin stand.

„Du bist ja die Prinzessin....“ Serafina wollte aber nicht das man sie dort merkte, also machte sie schnell: „Psst!“ das Bianca sie nicht verrät. Als Bianca leise war griff sie in den Sack und nahm ihre Lieblingspuppe raus und gab sie Bianca.

„Hier. Frohe Weihnachten.“ sagte Serafina zu ihr. Dankbar guckte Bianca sie an.

„Wo wohnst du eigentlich?“ fragte sie Bianca. Die sagte: „Komm!“ nahm Serafina an die Hand und zerrte sie hinter sich her zum Waisenhaus.

Als sie herein kamen blickten alle traurigen Gesichter zu ihnen auf. Ihre Gesichter strahlten auf einmal und alle riefen durcheinander: „Das ist doch die Prinzessin!“ und stürmten zu ihr und Bianca. Bald hatten sich alle um die beiden gesammelt und Serafina griff für jedes Kind in den Beutel und übergab jedem ein Weihnachtsgeschenk. Als jeder aus dem Waisenhaus ein Geschenk hatte und damit spielte, hatte Serafina trotzdem ein schönes Weihnachten - auch wenn sie kein Geschenk hatte - denn sie hatte Kindern eine Freude bereitet.

Bianca merkte das ihr auch ein Geschenk fehlte, also griff sie unter ihr Kleid und zog eine schöne Kette aus Silber mit einem kleinen Smaragd daran heraus.

„Hier, Frohe Weihnachten...... so grün wie deine Augen.“ sagte sie  und drückte Serafina die Kette in die Hand.

„Danke.“ flüsterte sie und gab Bianca einen kleinen Kuss auf die Stirn. Sofort machte sie sich die Kette um den  Hals und verabschiedete sich von Bianca und den anderen.

Draußen fing es an zu schneien und sie beeilte sich, damit man nicht bemerkt, das sie draußen war. Als sie wieder bei der Burg war, ging sie eilig die Stufen zu ihrem Zimmer hoch, doch zu spät. Gerade als sie die Treppe zu dem Turm betreten wollte stand ihr Vater hinter ihr.

„Komm! Sofort!“ sagte er, aber nicht in seinem normalen Tonfall. Etwas stimmte nicht, dachte Serafina und sagte: „Ich geh mich kurz umziehen!“und rannte die Treppe hoch. Ihr Vater hielt sie nicht davon ab und das wunderte sie. In ihrem Zimmer zog sie sich ein Kristallblaues Kleid an, auch wenn es nicht zu Bianca's Kette passte und ihre Zofe, die gerade im Zimmer aufräumte, steckte ihre Haare schnell zu einem wunderschönen Dutt zusammen. Schnell eilte Serafina wieder die Treppe herunter, wo ihr Vater noch auf sie wartete. Als sie bei ihm war ging er los und Serafina folgte ihm schweigend.

Er führte sie in den großen Ballsaal, indem in der Mitte ein großer, geschmückter Weihnachtsbaum stand und mehrere kleine, runde Tische standen voll mit Essen am Rand.Um den Baum tanzten schon mehrere zur Musik eines einzelnem Geigenspieler. „Frohe Weihnachten, Serafina“ sagte ihr Vater und vor Freude kamen ihr die Tränen und sie schlingte ihre Arme um ihren Vater. „Wollen wir tanzen?“fragte er und sie tanzten, bis sie was essen mussten. Sie bekam sogar Geschenke: ganz viele Bücher, Schmuck und ein paar neue Kleider; doch die waren ihr eigentlich egal. Es war wunderbar. Ihr Vater hatte doch an sie gedacht und Genauso hatte sie sich ein perfektes Weihnachten vorgestellt.

Später, als die meisten Gäste nach Hause gefahren sind und ein paar schon schlafen gingen, tanzte Serafina die ganze Nacht durch, denn sie wollte nicht das der Tag schon vorbei ist. Als dann alle schon schliefen, ging auch sie schlafen. In ihrem Zimmer öffnete sie ihren Dutt und tauschte ihr Kleid gegen Nachthemd. Sie lüftete nochmal einmal und schaute hinunter ins Dorf. Und in dem Waisenhaus, in dem sie am letzten Abend noch war, brannte immer noch Licht. Serafina schloss das Fenster wieder. Sie legte sich ins Bett und las noch eine Weile in einem ihrer neuen Bücher. Als sie zu müde war zum lesen, löschte sie die Kerze und dachte, dies war das schönste Weihnachten das sie je hatte. Von dem Abend an trug sie Bianca's Kette jeden Tag, egal zu welchem Kleid, denn sie erinnerte sie an ihr wunderschönes, erstes Weihnachten.

4 Kommentare

Jeilltes am 10. September 2014

Hey Recklessfan, ich finde dein "kleines Weihnachtsmärchen" ist dir echt gut gelungen! Sie ist zwar kurz, aber ich finde es immer wieder erfrischend mal eine kürzere Geschichte zu lesen Am tollsten fand ich wie sich die kleine Prinzessin zu Schluss über das Weihnachtsfest gefreut hat Weiter so! LG Jeilltes

Novemberwind am 9. September 2014

Das ist wirklich ein schönes Märchen Ich mag es immer, wenn Geschichten eine Art "Lehre" vermitteln. Also von Großzügigkeit oder Barmherzigkeit erzählen ;D Hast du wirklich toll geschrieben. Das einzige, was du verbessern könntest, wären die Zeitformen. Also z.B. heißt es soweit ich weiß "geflochten" und nicht "geflechtet" Aber hey, so was passiert ja jedem Mal und sowas ändert nichts daran, dass die Geschichte gut ist. Mir gefällt die. Weiter so!

Lollypop am 1. September 2014

Kommentar: Prima! Ich finde, du bist echt gut im Geschichtenerzählen. Weiter so! Ich hoffe darauf, mehr von dir zu lesen LG Lollypop

Lina am 24. August 2014

Hallo Recklessfan, hier kommt nun also mein versprochener Kommentar Ich finde dieses Märchen wunderschön. Es ist zwar kurz, aber das macht es auch so gut Ich finde du hast alles super beschrieben und als die Prinzessin sich so über ihr erstes "richtiges" Weihnachtsfest freute, konnte man sich nur mit freuen Also echt gut gelungen Hast du hier eigentlich noch mehr Geschichten ?