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Es war in einer Nacht im Sommer

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Es war in einer Nacht im Sommer. Genau so fängt die Geschichte an. Der Mond schien über den Teich, der neben dem Haus lag, in dem Ala lebte. Ala war ein vierzehnjähriges Mädchen. Sie hatte mausbraunes Haar und eiserne blaue Augen. Mit ihrer schwarzen Nerd Brille wirkte sie etwas verloren hinter den dicken Gläsern. Viel mehr gibt es über Ala nicht zu wissen. Ihre Eltern kennt sie nicht. Vor zehn Jahren wurde sie von einer alten Frau adoptiert, die ihre Großmutter sein könnte. Ihr Name war Olivia Schmidt. Ala nannte sie oft Via. Das bedeutet auf Latein 'Der Weg'. Via ist zwar nett, doch ihre Mutter Rihanna vermisste sie sehr. Rihanna starb, als sie noch keine drei Jahre alt war. Alas Erinnerungen an sie waren verschwommen. Fast jede Nacht träumte sie von ihrer leiblichen Mutter. Ihrem Vater war sie noch nie in ihrem Leben begegnet.

Wie jeden Abend las sie in ihrem Lieblingsbuch. Via schlief schon seit Stunden. Plötzlich hörte sie, wie ein Stein an ihrem Fenster abprallte. Ala ging zum Fenster und öffnete es. Dort unten stand ein Junge. Er hatte schwarzes, zerzaustes Haar. Seine Augen leuchteten grün in der Dunkelheit. Seine Haut funkelte silbern im Mondlicht, so hell war sie. Er schien nicht hierher zu passen. In Australien hatten die Menschen oft sehr dunkle Haut.

„Wer bist du?“, fragte ich ihn, als wir uns schon eine Weile misstrauisch gemustert hatten.

„Mein Name ist Will. William Jackson.“

„Ala. Ala Wolf.“

„Wolf? Bist du dir sicher?“

„Natürlich bin ich mir sicher, dass mein Name Ala lautet.“

„Nein, ich meine nicht Ala, sondern Wolf.“

„Wolf?“

„Ja, Wolf.“

„Was willst du von mir?“

„Nichts. Der Instinkt unseres Geschlechts hat mich her geführt. Seit Monaten habe ich keinen der Unsrigen mehr gesehen oder auch nur gerochen.“

„Was faselst du nur für ein dummes Gerede.“

„Du gehörst zu uns.“

„Zu wem?

„Gens Lupi. Salve filia regis.“

„Latein? Du kannst Latein. Volk des Wolfes. Willkommen Tochter des Königs. Was um Himmels Willen willst von mir und was bist du?“

„Unser Volk sucht dich seit Jahren. Du bist die Auserwählte.“

Mit diesen Worten machte er einen Satz nach hinten und verwandelte sich in einen schwarzen Wolf.

„Das ist ein Traum, das ist alles nur ein Traum“, murmelte Ala und legte sich schlafen. Sie hätte besser daran getan es zu glauben, denn es war kein Traum.

Fortsetzung folgt...

2 Kommentare

Waldelfe am 21. Januar 2017

Ich Finde die Geschichte super! Auch das Latein! Echt Super geschrieben!

Jin am 9. Oktober 2016

Hi, du schreibst echt gut! Und die Geschichte ist toll! Freue mich auf eine Fortsetzung!, Jin