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Sophia

Mama

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Dieser Brief ist unecht, aber echt in Gefühlen. Die zweite hier veröffentlichte Geschichte nach "Amsterdam, in jener Nacht".

Liebe Mama,

ich würde diesen Brief so gerne mit der Frage beginnen, wie es dir geht, auch wenn ich es längst weiß. Es ist leichter, manchmal, wenn man so tun kann als wäre alles normal, auch wenn es nicht so ist. Die anderen sagen gerne, dass ich nach vorne sehen soll. Ich weiß dass sie recht haben.

Und trotzdem blicke ich mich um und manchmal bleibe ich auch stehen. Ich hab nicht mehr die nötige Kondition für diesen endlosen Lauf, ich bin so schnell aus der Puste. Und jedes Mal wird die Durststrecke länger, jedes Mal halte ich länger inne. Die anderen sagen immer, das wird schon. Ich soll Gras über die Sache wachsen lassen. Aber wie soll das gehen, wenn sie Tag für Tag als Trampelpfad benutzt wird. Was, wenn der Pfad meine Seele ist?

Ich hab ein bisschen Angst davor, aber je schneller ich es hinter mich bringe, desto schneller kann ich nach vorne schauen. Dann tue ich endlich das, was die anderen von mir wollen, auf meine Art.

Du hast immer gesagt, dass ich der Sturschädel der Familie bin. Vielleicht ist es das, was mich reizt, ihnen gleichzeitig nachzugeben und sie zu verletzen. Wenn man alte Wunden wieder aufreißt, vielleicht sind sie dann für immer sichtbar.

Ich bin so aufgeregt dich wieder zu sehen. Ich liebe dich.

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Denke, bevor du sprichst.

Kommentar

Caosflo44 am 21. Juli 2017

Ich finde das ist eine sehr schöne Geschichte, toll gemacht