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Berry

Mendanien - Die Verborgene Insel

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Kapitel 1

Viel Spaß beim Lesen! Ich würde mich über Kommentare freuen! Und wenn ihr wollt gibt es eine Fortsetzung...

Alles war still. Ich wusste nicht, wie lange ich schon so da stand.
Die am Tag so schönen Häuser wirkten im Dunkeln schwarz und bedrohlich. Nur bei wenigen Fenstern flackerte Feuer- oder Kerzenlicht. Was würde mein Vater nur dazu sagen?
Meine Mutter würde mich wohl noch verstehen... Aber Dad nicht.
Ich hatte versagt. Hatte es nicht geschafft. Ich hatte meine Aufgabe nicht erfüllt.
Langsam machte ich mich auf den Weg zurück. Zu meinem Vater, meiner Mutter, meinen Brüdern und meiner Schwester. Vor allem Johann und Tim, meine Brüder, würden sich über mich lustig machen. Beide hatten die Prüfung bestanden. Nur Lilly hatte noch ein paar Jahre vor sich. Sie würde mich nicht verspotten. Ich war ihr großes Vorbild, ihre Schwester - oder jetzt etwa nicht mehr? Müde ging ich weiter. Die Sterne über mir leuchteten um die Wette. Zusammen mit dem fast ganz runden Mond. Ich war keine echte Mendanierin. Nicht ich, die die Prüfung nicht bestanden hatte...

Wie viele waren es noch, außer mir? Jeder, der sein dreizehntes Lebensjahr erreichte, musste eine Aufgabe für das Königspaar bestehen. Zumindest, wenn man ein echter Mendanier sein wollte. Nur wenige kannten die Insel. Es wurde schon irgendwie dafür gesorgt, dass so gut wie niemand etwas von Mendanien mitbekam. Diese Stadt, Kemja, war der Wohnort der Königin und des Königs. Sie war zwar nicht die größte der Insel (das war Bergda), aber da hier das Königspaar lebte, war Kemja die Hauptstadt Mendaniens.
Bevor ich ins Haus ging, machte ich einen Abstecher bei Filou.
Die braune Stute war eines der wichtigsten Dinge meines Lebens. Neben ihr standen die Pferde Colbie, Carajan, Wisper, King und Happy.
Für jedes Mitglied der Familie eines. Jeder hier, der es sich leisten konnte, besaß und brauchte hier ein Pferd. Meine Stute schnaubte, als ich ihre Box betrat. Bei ihr fühlte ich mich einfach sicher, wohl und getröstet. Neugierig schnupperte sie an meiner Hand.
Natürlich hatte ich etwas für sie. Wisper und King hoben neidisch ihre Köpfe, als ich ihr eine Möhre gab. Okay, dann bekamen die anderen eben auch etwas.

„Hallo Mama“,sagte ich erschöpft.
„Sophie! Das hat aber noch lange gedauert!“ Sie umarmte mich kurz mitfühlend.
„Magst du einen Teller Suppe?“
Meine Mutter war einfach die Beste! Sie war wach geblieben, hatte mir eine Suppe gekocht...
Im Gegensatz zu Dad. Ich hatte zwar keinen großen Hunger, aber die Suppe würde mich sicher nach dieser  überrascht kalten Nacht etwas aufwärmen. Also nickte ich nur.
Morgen würde Elisa mich mit Fragen ausquetschen...
Sie hatte ihre Prüfung wie nicht anders erwartet bestanden. Vor allem hatte sie einen Narren an der Königin Majestra gefressen, denn diese war, wie ich erst heute sehen konte, wirklich so schön wie sie beschrieben wurde. Die beiden hatten auch zwei Kinder, eine Prinzessin mit Namen Elisabeth und ihren jüngeren, mit mir gleichaltrigen Bruder Jakob.
Ich war verdammt aufgeregt, als ich den Brief des königlichen Schreibers bekommen hatte.
Darin stand meine Prüfung: Ich sollte dem Königspaar eine Mond-Rose besorgen.
Klang nicht weiter schwierig. War es aber. In keiner Bibliothek gab es einen Hinweis auf die Rose, die Kraüterliese durfte mir nichts darüber erzählen. Das war Gesetz. Weil die Pflanze so bedroht war...
Wieso musste ich dann so eine finden und sie pflücken, wenn nicht einmal über sie geredet werden durfte? Und außerdem... Niemand bekam eine Aufgabe, über die es keine Informationen gab!
Was hatten sich Majestra und Philipp nur dabei gedacht? Oder ihre Kinder?
Wer auch immer. Wieso bekam ausgerechnet ich diese Aufgabe?
Der Monat war um. Ich hatte versagt. Aber auf dieser Insel gab es immer eine Lösung.

Kapitel 2

Es war kalt, als ich hinausging. Sehr kalt. Wann würde der erste Schnee fallen? Lange würde es nicht mehr dauern... Der Winter war hier eine harte und eiskalte Zeit.
Ich war froh, endlich von meinen Brüdern wegzukommen. Und, dass heute Markttag war.
Die Läden und Wirtshäuser platzten aus allen Nähten. Die Straßen und der große Platz war zugestellt von allen möglichen Ständen und Wägen.
Ich würde ein paar Einkäufe für meine Mutter erledigen. Ich hatte nichts dagegen, denn man hörte immer etwas neues. Gerüchte, wahre Geschichten, Geschichten aus alten Zeiten, wie es den Leuten ging... Einfach alles was man hören wollte. Abgesehen von den Dingen, die man nicht hören durfte. Zum Beispiel die Mond-Rose... Ich seufzte.

Elisa wartete bei dem Metzger Daniel. Daniel war ein freundlicher, klein gewachsener Mann, genauso lang wie breit. Und sehr geschwätzig war er auch. Genauso wie meine Freundin...
Ich hätte es mir denken können, sie hier zu finden. Der Metzger begrüßte mich freundlich, und nachdem er sich mindestens zehn Minuten mit mir unterhalten hatte und ich ihm eine Wurst abgekauft hatte, lies er uns gehen.

„Hatte wieder nette Sachen zu erzählen, der Daniel... Aber jetzt erzähl du mir mal, wie es gestern war!“ Elisa blickte mich neugierig von der Seite an.
„Ach, das war nichts besonderes“, murmelte ich. Ich hatte wenig Lust, über den gestrigen Abend zu reden. „Majestra hat mit ihrem Leuchten der Sonne Konkurrenz gemacht und der König saß breit in seinem Thron... Was gibt es da schon sonderliches zu erzählen?“
Elisa seufzte und lies mich damit in Ruhe.
Auf einmal packte mich jemand fest an der Schulter. Ich zuckte zusammen und mein Herz schlug augenblicklich schneller. Vorsichtig drehte ich den Kopf. Sofort entspannte ich mich.
Es war Tim, mein Bruder. Wut stieg in mir auf. Wie konnte er mich nur so erschrecken?
„Was ist los?“, knurrte ich.
„Los, ab nach Hause mit dir!“, sagte er nur und zog mich mit.
„Lass mich los und sag mir, was ist!!!“ Ich versuchte, meinen Arm wegzuziehen, doch es gelang mir nicht.
„Du sollst dich umziehen und dann ins Schloss! Man verlangt nach dir. Wehe, wir bekommen wegen dir Schwierigkeiten!“, knurrte er.
Mir wurde eiskalt. Was wollte man von mir?
„Bis morgen!“, rief ich noch schnell in Elisas Richtung.
Verdammt...

Kapitel 3

Das Schloss war das riesigste Gebäude, das ich je gesehen hatte. Na ja, sonderlich viele hatte ich nicht gesehen, aber genau deshalb konnte ich mir kein größeres vorstellen.
Efeu krallte sich an den vier grauen Türmen hoch, und einige Wachen waren vor dem Tor und auf der Mauer postiert. Warum nur? Hier waren doch alle friedlich...
Obwohl...?
Nur, weil du solche Dinge noch nicht erlebt hast, heißt das nicht, es gibt hier nichts Böses! Überleg doch mal, wo du schon überall warst!
Meine Mutter lief neben mir her. Sie sagte etwas zu den Wachen, und diese traten zur Seite.
Ich wurde immer nervöser. Unsere Schritte hallten auf dem Boden und ein Diener schritt zügig vor uns. Die Wände waren mit bunten Bildern bemalt, von denen  man sich kaum abwenden konnte, widerwillig ging ich meiner Mutter hinterher. Dann kamen wir an einer offenen Stelle vorbei, durch die wunderschön verzierten Säulen links von mir konnte man einen großen Innenhof sehen, der mit Blumen, Büschen und Statuen versehen war. Doch der Mann vor uns ließ keine Zeit sich umzusehen. Schließlich blieb er stehen, in einem großen Saal, der noch schöner als die Gänge war.
Ganz vorne gab es vier Throne. Die beiden mittigen waren größer als die äußeren.
Die größeren waren für Majestra und Philipp, die kleineren für Jakob und Elisabeth.
Der König war nicht da, nur Majestra und ihre Tochter saßen dort.
Majestra leuchtete mal wieder, und Elisabeth war ebenfalls schön... Allerdings kam sie ihrem Vater nach. Vom Aussehen und ihrer Art. Majestra war immer liebenswürdig, vergaß aber nie ihre Pflichten zu regieren. Philipp dagegen war sehr streng.
Die Königin schenkte mir ein Lächeln, während wir uns verbeugten.
„Sophie!“,sagte sie. „Du...“

Sie wurde unterbrochen, als Elisabeth aufschrie. Ein Junge kam herein und ich brauchte erst einmal viele Sekunden, bis ich ihn erkannte: Das musste Jakob sein!
Aber wirklich königlich sah er ja nicht gerade aus...
In seinen dunklen Haaren hatten sich Blätter verfangen und sein Hemd war wohl mal weiß gewesen...
Die Königin seufzte nur, aber Elisabeth war höchst entsetzt über ihren Bruder; wütend funkelte sie ihn an. Ihm schien das nichts auszumachen, er strich sich die Blätter aus den Haaren und das wars auch schon.
Majestra wandte sich wieder mir zu.
„Sophie, der königliche Rat hat eingesehen, dass deine Aufgabe zu schwer war.“
Hieß das etwa...?
„Du hast also die Möglichkeit, sie zu wiederholen, mit erleichterten Bedingungen.“
„Ja!“, rief meine Mutter aus und sah beschämt wieder zu Boden.
Majestra schien das lustig zu finden. Auch ich war überglücklich.
„Du bekommst eine Woche mehr Zeit und einen Begleiter, der es dir ermöglichen wird, Informationen zu erhalten.“
Das klang doch schon mal gut!!!
„Jakob wird dich begleiten.“
Oh... Klang das gut? Na ja... Musste ich mich etwa jeden morgen vor ihm verneigen, ihm das Frühstuck richten und die Schuhe putzen? Obwohl, so genau nahm er es ja gar nicht mit der Sauberkeit... Ich unterdrückte ein Grinsen. Nicht, dass es jemand meinte, es sei auf Jakob bezogen...
Anscheinend sah man mir an, wie übermäßig begeistert ich war, denn Jakob grinste blöd.
Okay, wenigstens konnte ich die Prüfung nachholen!

5 Kommentare

Joanna am 17. April 2017

Richtig schön geschrieben! Schreib bitte die Fortsetzung, ich bin bestimmt nicht den einzigen, der sich darüber freuen wurde.

Fjalra am 25. März 2017

Das ist richtig gut geschrieben! Grooooßes Lob!

Mary am 5. Mai 2014

Daumen hoch!!!

Berry am 9. April 2014

Ich werds versuchen

Mary am 9. April 2014

cool! Das braucht unbedingt eine Fortsetzung! Schreib ganz schnell eine, ich will weiter lesen! Lass dir was gutes einfallen