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Mittwoch, der 10. August 2016

9 Sachen über Drachen

 

 
Wieso nur 9? Die Welt ist voller 10er-Listen, wieso also nur 9 Sachen über Drachen? Mit der Frage sind wir auch schon gleich bei der ersten Sache über “Drache“, genauer gesagt, beim ersten interessanten Fakt über den chinesischen Drachen.
Die Zahl 9 ist in der chinesischen Kultur nämlich eine heilige Zahl, und da der Drache für die Chinesen ein weises, Glück bringendes, spirituell hochgeistiges Wesen ist, wird er häufig mit dieser in Verbindung gebracht. So soll der Drache laut einer alten Beschreibung aus dem Reich der Mitte Merkmale 9 verschiedener Lebewesen zeigen: den Kopf des Kamels, die Hörner des Rehbocks, die Ohren der Kuh, den Hals einer Schlange, den Hinterleib der Muschel, die Schuppen eines Fischs, die Klauen eines Adlers, die Augen eines Kaninchens und die Tatzen des Tigers.
In China gibt es sogenannte Neun-Drachen-Mauern, die böse Geister von den Palästen fern halten sollten. Die beeindruckendste steht in Beijing und zeigt die neun großen inmitten unzähliger kleinerer Drachen. Der erste chinesische Drache hatte, so erzählt die Legende, 9 Söhne, von denen jeder eine bestimmte Aufgabe und die dafür benötigte übernatürliche Macht besitzen soll. Die Chinesen haben die Vorstellung von 9 verschiedenen klassischen Drachenarten. Da gibt es zum Beispiel die kaiserlichen Drachen, die meist in gelb oder gold gezeigt sind, es gibt die Himmelsdrachen, die den Himmel stützen und bewachen, oder die Geisterdrachen, die den Regen, den Wind und die Fluten beeinflussen.



In der westlichen, vom Christentum beeinflussten Kultur, ist der Drache kein verehrtes, sondern ein verteufeltes Wesen. Er war Symbol für die dunklen Mächte, den Feind, den Tod – eben der Inbegriff des Bösen. Er war nicht elegant und schillernd und weise und stolz wie der asiatische Drache. Das Bild von ihm war das eines Feuer speienden, sich ringelnden Ungeheuers mit Klauen und Furcht erregendem Maul. Und war man ein Ritter oder Zauberer, der diesem Höllentier den Garaus machte oder zumindest die entführte Jungfrau befreite, dann war man garantiert der Märchen- oder Sagenheld. 

 

Drache – Dragon – Dragón – Drago – Draak: wie man ihn auch in seiner Sprache nennt, der Ursprung seines Namens ist griechisch-lateinischer Herkunft. Drakon oder Draco nannte man ihn damals, was soviel wie “Schlange“ bedeutet.
Mit dieser teilt er aber eigentlich nur seinen reptilienartigen Körper – obwohl die mythologischen Seeschlangen (Nagas) ihm schon manchmal mehr ähneln als eine gemeine Ringelnatter.

 

Uther Pendragon (Pendragon bedeutet übersetzt “Haupt-Drache“), der Vater des sagenhaften Königs Artus, hatte einst eine Vision: ein leuchtender Stern, dessen Strahl in einem Feuerdrachen endete. Als er kurze Zeit später König wurde, sah er den Drachen aus seiner Vision als Prophezeihung und machte ihn zu seinem glückverheißenden und schützenden Feldzeichen. Auch die chinesischen Kaiser stellten sich und ihr Reich unter den Schutz des Drachen, der nach ihrem Glauben alle Elemente, das Wasser, das Feuer, die Luft und die Erde, kontrollierte und damit noch viel mächtiger war als Totemtiere wie Bär oder Löwe.

 

 

Als “Hausdrachen“ bezeichnet man nicht nur übel gelaunte Frauen des Hauses,
die ihren Männern Angst und Schrecken einjagen. Nein, Hausdrachen sind in ihrer ursprünglichen Bedeutung richtig nett. Sie sind nämlich Hüter des Hauses, bringen den Bewohnern Glück und Wohlstand. Tagsüber erkennt man diese Drachen allerdings nicht als Drachen, da sie Gestaltenwandler sind. Dann sind sie Huhn, schwarze Katze, Schaf oder Schwein. Erst nachts werden sie zu feurigen Drachen. Sie sind ziemlich sensibel und müssen von ihren Besitzern bei Laune gehalten werden, damit sie “das Glück ins Haus bringen.“

 

 

Im Jahr des Drachen. Ja, da gibt es auch einen Film, der so heißt.
Das Tierkreiszeichen “Drache“ ist in China sehr beliebt. Es gibt in der chinesischen Astrologie zwölf Tierkreiszeichen, die im Jahresrhythmus wechseln. Und jedem Tierkreiszeichen ist eine Charaktereigenschaft zugeordnet. Wird man in einem Drachenjahr geboren, werden einem die Eigenschaften des Drachens zu eigen, man gilt als langlebig, gütig, geistreich, stark und energiegeladen (aber auch als leicht reizbar (hitzig) und oft stur).

Elliot, Grisu (“Ich will Feuerwehrmann werden!!!“), Mushu, Fuchur – so nett und bisschen durchgedreht können Film- und Fernsehdrachen sein. Oder  man erinnere sich an den wunderbaren Draco aus Dragonheart. Aber es gibt auch jede Menge richtig unangenehme Drachen in Buch, Film oder Fernsehen. Frau Mahlzahn, zum Beispiel, die einzähnige Drachenlehrerin aus Jim Knopf. Oder Katla aus “Die Brüder Löwenherz“. Ganz zu schweigen von den Drachen von Mittelerde. Es gibt noch viele Beispiele mehr. Vielleicht einfach mal auf Spurensuche gehen ...

 

 

Es gibt eine schöne Geschichte über ein Gebäude, einen Architekten, einen Feng-Shui Meister – und natürlich einen Drachen. Das Gebäude steht in Hong Kong – zwischen Bergen und Meer. Die Chinesen glauben, dass dort in den Bergen ein Drache lebt. Nun hätte das Gebäude dem Drachen den Weg zum Meer versperrt. Deshalb holte sich der Architekt Rat bei einem Feng-Shui Meister. In Hong Kong werden vor dem Bau eines Hochhauses in der Regel immer erst Feng Shui Experten hinzugezogen. Der Feng Shui Meister empfahl, einfach ein Loch ins Haus einzuplanen, durch das der Drache hindurchfliegen könne Richtung Wasser. So ist es dann auch geschehen. Die Appartements in diesem Gebäude sollen angeblich zu den teuersten Hong Kongs gehören, weil ihnen das Glück des Drachen ja nun bestimmt sicher ist.

 

 

2 Kommentare

Jonas Mandelkow am 18. Juni 2017

Das mag ja alles sein, aber mein Liblingsdrache ist immer noch Lung

Cornelia Knapp am 17. März 2017

Ich habe mit Begeisterung "Drachenreiter" vorgelesen und schon am Ende zu meinem kleinen Sohn gesagt "das kann nicht das Ende sein". Ich freue mich wahnsinnig auf Band 2. SUPER schönes Buch !!!