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Dienstag, der 26. September 2017

Der Flug zum Vulkan

Cornelia hat in Hamburg ihr Hörspiel „Drachenreiter - Die Vulkan-Mission“ vorgestellt. Zusammen mit ihrem Hörbuchverlag Atmende Bücher und der Zeitung die ZEIT brachte sie einen Ausschnitt der Geschichte um die Rettung verschwundener Fabelwesen auf die Bühne. Und über einen Livestream auch ins Internet.

Foto: ©Michael Orth

Um kurz nach fünf war der Hörsaal der Hamburger Universität noch ein normaler Hörsaal. Eine halbe Stunde später nicht mehr, da hatte er sich verwandelt und alle, die in den Reihen saßen, mit ihm. Sie waren zu Geheimagenten geworden, die an Bord einer Unterwasser-Überwasser-Maschine zu einer Rettungsmission nach Island flogen.

Am Steuer saß eine kleine Ratte mit runder Brille. Den Kurs hatte sie so festgelegt, wie ihr Cousin Gilbert das auf seinen Karten bestimmt hatte, also mitten hinein in die Tiefen eines brodelnden Vulkans. Homunkulus Fliegenbein rutschte auf seinem Sitz nervös hin und her, ihm war bei dem Gedanken alles andere als wohl, und mit brüchiger Stimme kamen immer wieder seine zögerlichen Einwände gegen dieses Vorhaben, diese Vulkan-Mission, auf der man sich nun befand. Müsste man nicht vorher noch mal überlegen, was zu tun wäre? Sollte man nicht vorsichtiger sein bei allem? Könnte man nicht noch ein bisschen abwarten?

Nein, konnte man nicht. Es musste etwas passieren. Schließlich nahmen seit einer ganzen Weile schon diese mysteriösen Vorgänge kein Ende. Überall, überall auf der Welt verschwanden die Fabelwesen, alle, eines nach dem anderen. Wohin?
Und: Wer oder was steckte dahinter? Was sollte das, und was würde denn passieren, wenn eines Tages alle Fabelwesen weg wären? Um diese Fragen dreht sich die Geschichte, zu der Cornelia ihr erstes Hörspiel geschrieben hat: Drachenreiter –
Die Vulkan-Mission. Ab sofort kann man die CD im Shop von Cornelias Hörbuch-Verlag Atmende Bücher vorbestellen. Noch bevor die Geschichte am 20. Oktober erscheint, hat Cornelia zusammen mit dem Verlag und der ZEIT einige Ausschnitte des Hörspiels live auf die Bühne gebracht, die Bühne des Anna-Siemsen-Hörsaals an der Uni Hamburg. Da saß sie also, Cornelia, vor sich auf dem Tisch den Text und neben sich Jennifer Böttcher und Stefan Brönneke auf der einen und Konstantin Graudus und Gala Othero Winter auf der anderen Seite.

Foto: ©Michael Orth

Jennifer Böttcher übernahm auf der Bühne die Rolle des schottischen Kobold-mädchens Schwefelfell, Stefan Brönneke sprach den Homunkulus Fliegenbein, Konstantin Graudus gab der Hamburger Schiffsratte Gilbert Grauschwanz seine Stimme und Gala Othero Winter ihre seiner Cousine, der Pilotin Lola. Cornelia hatte den Part des Erzählers und mimte Winnifred, ein Fotomelion. Das ist eine fantastische Eidechsenart, die auf ihren Schuppen ein Foto all dessen zeigen kann, was sie zuvor sah, eine Art Sofortbildkamera in Eidechsengestalt also.

Das ging natürlich nicht, ohne vorher ein bisschen geübt zu haben, und so hatte Cornelia vor der Veranstaltung schon mit dem Text da gesessen und sich vorbereitet. Hier eine Markierung anbringen, dort etwas anstreichen, die ein oder andere Passage noch mal im Stillen durchgehen und sich mit den anderen absprechen. Was sagt die Moderatorin zur Begrüßung, sitzen wir erst zusammen auf den Sesseln und machen ein kleines Interview, oder spielt die Band gleich am Anfang und wir lesen direkt im Anschluss? Das alles war im Vorfeld zu klären für Cornelia und ihre Mit-Sprecher und –Sprecherinnen, denn sobald die Veranstaltung im Gange war, würde man alles über einen Livestream im Internet übetragen.

 Foto: ©Michael Orth Foto: ©Michael Orth Foto: ©Michael Orth
 

Dafür hatte die Firma Tempus Corporate extra eine ganze Menge an technischem Equipment mitgebracht und einen Bildregisseur geschickt, Torben Suhrke. Der stand hinter einem Berg an Technik ganz hinten im Hörsaal und ließ die ganze Zeit über seine vielen Bildschirme nicht aus dem Auge. "Ich kann dort sehen, was jede der drei Kameras gerade aufnimmt, und über Funk kann ich den Kameramännern auch Anweisungen geben, ob einer zum Beispiel ein bisschen schwenken soll oder zoomen. Dann sehe ich das Bild und entscheide, wann ich für die Übertragung auf diese Kamera umschalte."
Torben Suhrke (Foto: ©Michael Orth)

Dazu hat Torben ein Videomischpult mit einigen Knöpfen, auf denen seine Finger ruhen, um im richtigen Moment die richtige Taste zum Umschalten zu drücken.
"Das ist ein bisschen wie beim Erzählen einer Geschichte. Man muss nicht wissen, was als nächstes passiert, aber man bekommt ein Gefühl dafür. Man kann ahnen, was sich als nächstes ergibt und dann schnell entscheiden, ob das in die Abfolge der Einstellungen passt oder nicht.
Die Einstellungen bekommen dann einen Bilderrhythmus, wenn alles gut geht, so wie die Sätze einer Geschichte einen Rhythmus haben."
Torben Suhrke konnte dann nicht weiter erklären, wie das alles mit der Übertragung funktioniert, weil der Livestream losging. Die German Wahnsinn-Studio-Band spielte "Freefab", den Titelsong des Hörspiels, Katrin Hörnlein, die Moderatorin der ZEIT begrüßte alle Zuhörer im Saal, und Cornelia erzählte, wie aufregend es gewesen ist, ihr erstes Hörspiel zu schreiben. Zwar sind schon vorher Hörspiele nach Cornelias Geschichten produziert worden, aber Drachenreiter – Die Vulkan-Mission ist die erste Geschichte, die Cornelia tatsächlich als Hörspiel geschrieben und mit ihrem Verlag Atmende Bücher in den Studios von German Wahnsinn produziert hat.

Foto: ©Michael Orth

"Und ist es nicht toll, das hier mit den anderen Sprechern zusammen auf die Bühne zu bringen?", sagte Cornelia. "Das ist viel schicker, als allein da zu sitzen und etwas nur vorzulesen." Obwohl sie ja auch, das hat sie schon oft betont, gerne vorliest.
Mit den ganzen extra eingespielten Geräuschen, der eigens komponierten Musik und dem Klang der anderen Stimmen aber war das nochmal etwas ganz Besonderes. Es war, als sitze man selbst in diesem speziellen Unterwasser-Überwasser-Boot, mit dem sich Lola, Schwefelfell und Fliegenbein auf die Vulkan-Mission begeben.

Vor der Show probt Cornelia mit den anderen Sprechern des Hörspiels zusammen ihren Auftritt (Foto: ©Michael Orth)

"Dann verlassen wir jetzt gemeinsam den Saal, fliegen los in Richtung Norden und kommen an in der Einsamkeit der norwegischen Wälder", hatte Katrin Hörnlein gesagt, dann wurde es dunkler im Saal und Cornelia begann mit dem ersten Satz des Hörspiels: "Ach ja, Freefab. Ich nehme an, davon hast du schon gehört. Organisation zum Schutz aller fabelhaften Geschöpfe auf diesem Planeten."

"Mmmm", sagte daraufhin Gilbert Grauschwanz. Er legte die Stirn in Falten und in besorgtem Ton fuhr er fort, es habe in den letzten Monaten auffallend viele Meldungen über verschwundene Fabelwesen von den Außenstationen gegeben. Mitten in den Satz hinein rummste und polterte und dröhnte es, ein plötzliches Klirren wie von einer riesigen, zerbrechenden Scheibe, und ganz aufgeregt und außer Atem kam es von Lola Grauschwanz: "Sie haben ihn verschleppt. Vor meinen Augen… Den Champion aller Champions!"

 Cornelia hatte Spaß auf der Bühne (Foto: ©Michael Orth) Cornelia hatte Spaß auf der Bühne (Foto: ©Michael Orth) Cornelia hatte Spaß auf der Bühne (Foto: ©Michael Orth)


Wie es weiter ging, und welche besondere Showeinlage Cornelia auf der Bühne noch gab, könnt ihr euch hier bald im Videomitschnitt der Veranstaltung anschauen.

 
 Applaus für Cornelia, Eduardo Garcia und die German Wahnsinn Studio Band. Die hatte am Anfang der Veranstaltung den Hörspiel-Titelsong "Freefab" live auf der Bühne gespielt (Foto: ©Michael Orth) Zum Glück ist im Hörsaal der Hamburger Uni ein bisschen mehr Platz als in Lola Grauschwanz' Unterwasser-Überwasser-Boot (Foto: ©Michael Orth) (Foto: ©Michael Orth) Cornelia geht vor ihrem Auftritt noch einmal ihren Text durch (Foto: ©Michael Orth)
 
Der Schatz ist ausgepackt. Obwohl das Hörspiel erst am 20. Oktober erscheint, haben die ersten nach der Veranstaltung schon ein Exemplar ergattern können (Foto: ©Michael Orth) Caspar, Henrik, Jakob und Mathilda haben sich gerade von Cornelia "Drachenreiter" und "Die Vulkan-Mission" signieren lassen (Foto: ©Michael Orth) Und so sieht er aus, der Vulkan, auf der Innenseite der CD (Foto: ©Michael Orth)
 
 

Text und Fotos: Michael Orth

Kommentar

Hedel Baukholt am 27. September 2017

Ich bin begeistert, nicht nur von Cornelias neuester Darstellung, sondern auch von der Berichterstattung.

Dankeschön, Hedel. Und herzlich willkommen in Cornelias Gästebuch