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Mittwoch, der 11. Januar 2017

"Weg sein - hier sein. Texte aus Deutschland"

Im vergangenen Jahr ist pünktlich zur Frankfurter Buchmesse ein ganz besonderes Buch im Secession Verlag erschienen:
Eine Anthologie mit Texten von Autoren, die als Flüchtlinge in Deutschland leben.


Pressetext Oktober 2016:

Frankfurt, 19.10.2016. Der Secession Verlag für Literatur veröffentlicht zur Frankfurter Buchmesse 2016 eine Anthologie mit Texten von 19 Autoren – 17 aus Syrien, eine Autorin aus dem Iran und ein Autor aus dem Jemen –, die in den letzten Jahren in Deutschland Zuflucht gefunden haben. Es ist in der gegenwärtigen Fluchtbewegung nach Europa der erste Sammelband mit Lyrik und Prosa, in dem diese Schriftsteller, die zu den wichtigsten ihrer Länder zählen, auf Deutsch zu Wort kommen. In ihren Texten thematisieren sie die Lage in ihrer Heimat, die Flucht und vor allem immer wieder das Leben im Exil. Alle Autoren wurden für das Buch von Mathias Bothor portraitiert.

Die Idee zu diesem Projekt entstand im Frühjahr im Anschluss an eine Flüchtlingsdebatte, an der die Initiatoren Christine Thalmann, Redakteurin beim rbb-­Fernsehen (Stilbruch), und Joachim von Zepelin, Verleger des Secession Verlag für Literatur, teilgenommen hatten. Einerseits soll mit diesem Projekt die Stimme der Literatur in einer Zeit hörbar gemacht werden, in der die „Flüchtlingsdebatte“ häufig mit Klischeevorstellungen über Asylsuchende geführt wird und in der immer wieder über Zahlen, aber nicht über Menschen und ihre Schicksale gesprochen wird. Gerade die Literatur hat die Fähigkeit, Erlebnisse, Gefühle, Stimmungen, Hoffnungen und Enttäuschungen nachvollziehbar zu vermitteln. Um die Texte auch anderen Flüchtlingen zugänglich zu machen, bereitet die Bundeszentrale für politische Bildung die Veröffentlichung einer mehrsprachigen Ausgabe der Anthologie vor.

Andererseits soll mit diesem Projekt auch die besonders hohe Sprachbarriere überwunden werden, die es gerade für Schriftsteller im Exil schwer macht, anzukommen und wahrgenommen zu werden. Von einigen Mitverfassern liegen nun erstmals Texte in deutscher Übersetzung vor. Das gibt ihnen auch erstmals die Möglichkeit, zu Lesungen im deutschsprachigen Raum eingeladen zu werden und damit möglicherweise als Intellektuelle am literarischen Diskurs ebenso teilzunehmen wie an der Debatte um Flucht und Flüchtlinge.

In einem zweiten Schritt des Autorenprojekts werden darum jetzt Partner wie Bibliotheken, Buchhändler, Kulturämter, Firmen oder lokale Initiativen gesucht, die Lesungen mit den Autoren veranstalten. Außerdem wird nach Sponsoren gesucht, die solche Lesungen finanziell unterstützen. Als erste hat die Kinderbuchautorin Cornelia Funke ihre Unterstützung für solche Veranstaltungen zugesagt. Weitere Unterstützer des gesamten Projekts sind der Börsenverein des Deutschen Buchhandels, der Deutsche Literaturfonds, die Mara und Holger Cassens Stiftung, das Auswärtige Amt und die Galerie p98a.

  Das "Haus für Poesie" veranstaltet am 17. Januar um 19:00 Uhr einen Abend mit vier der Autoren.

Ort: Haus für Poesie, Kulturbrauerei, Knaackstr. 97, 10435 Berlin

Eintritt: 6/4 €

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