Jojo

Erinnerung wecken

Diese Geschichte entstand mehr oder weniger durch Zufall, da ich eigentlich nicht so der Schreiber sonder eher Leser bin. Deshalb hoffe ich dass sie euch gefällt und freu mich über Kommentare. Und bitte achtet nicht auf die Rechtschreib- und Gramatikfehler das ist nämlich nicht gerade meine Stärke ;) LG Jojo

"Du hast zehn Minuten'' sagte die Krankenschwester und blieb vor einer weissen Tür stehen. Ich setzte meinen Hundeblick auf und bekam fünf Minuten mehr. Dann musste ich schlucken denn ich stand plötzlich allein vor der weissen Tür. Ich schluckte nochmal, dann drückte ich die Klinke herunter. Ich betrat einen hellen Raum, neben dem Fenster stand ein Bett daneben ein Stuhl, sonst nichts. Durch eine Scheibe in der Wand sah ich die Krankenschwester, sie hatte mir zwar demonstrativ den Rücken zugedreht, aber ich wusste dass sie mich aus dem Augenwinkel beobachtete. Ich lis mich auf den Stuhl fallen. Dann erst richtete ich meinen Blick auf den Jungen im Bett. Um seinen Kopf war ein Verband gewickelt, überall schauten seine blonden Haare heraus. Die Sommersprossen auf seiner blassen Nase schienen zu leuchten. Keine Regung, nur sein Atem war zu hören. Ein Kabel führte aus seinem rechten Ärmel zu einem Gerät neben dem Bett. Koma, Im Koma war man dem Tod ganz nah. Ich vergrub meinen Kopf in meinen Händen. Die Ärzte hatten gesagt dass ich ihn velleicht aufwecken könnte wenn ich mit ihm rede und so...

Erinnerungen wecken. Ja Erinnerungen gibt es viele, wir waren allerbeste Freunde, hatten aus derselben Nuckelflasche getrunken, zusammen Laufen gelernt und mit neun Jahren ewige Blutsbrüderschaft geschworen. Die Narben gibt es immer noch... Dann war alles kaputt gegangen. Er war weggezogen und das letzte was ich gemacht hatte war mich mit ihm zu streiten. Das war vor einem Jahr und fünf Tagen. Ich war immer noch wütend auf mich selbst. Und jetzt lag er im Krankenhaus. Ein LKW hatte ihn erwischt und gegen die Leitplanke geschleudert. Starke Gehirnerschütterung und ein verstauchtes Schlüsselbein. Er hatte Glück gehabt. Wie immer. Vorsichtig nahm ich seine Hand, ohne die Nadel in seinem Handgelenk zu veschieben. Sie war eiskalt. Ich sollte mich nicht verrückt machen, hatte meine Mutter zu mir gesagt. Genau genommen war er ja auch garnicht im Koma, sondern bloß noch nicht aus der Narkose aufgewacht. Warscheinlich nahm ich das alles einfach zu Dramatisch, wie an meinem elften Geburtstag als ich keinen Brief aus Hogwarts bekam.

Also Optimistisch denken, ich holte tief Luft. Ich soll mit ihm reden, hatte der Arzt gesagt. Und was sollte ich bitte schön sagen, einfach nur Hallo? Oder sorry wegen des Streits? Ohne es zu wollen fing mein Mund an zu sprechen: "Wach endlich auf, du Schlafmütze'' Erschrocken schielte ich zur Glasscheibe, aber die Krankenschwester war voll und ganz mit ihren Fingernägeln beschäftigt. Ich drehte mich wieder um. Moment, war das Grübchen in seiner Wange eben auch schon da? Tatsache, seine Mundwinkel zogen sich zu einem schrägen Lächeln, nur ganz leicht fast unmerklich. Sofort lichtete sich mein grauer Wolkenhimmel und lies einen mini Sonnenstrahl durch. Ich wollte gerade zu einem Wasserfall an Worten ansetzen, als die Tür aufging. "Die Viertelstunde ist vorbei, der Patient brauch jetzt seine Ruhe'' Der Patient, wie das klingt. Ich stand trotzdem brav auf und folgte der Krankenschwester. An der Tür drehte ich mich nochmal um, sein Lächeln war geblieben.