Minna

Tanzen in Asche

Da war ein Mädchen, blutend und verletzt,
das Gesicht geschwollen und von Rot benetzt,
Da war ein Mädchen, hinter dem Felde,
ihre Verletzungen Farbe auf ihrem Gemälde

Da war ein Mädchen, zuhaus’ in den Trümmern,
ihr Schmerz, der schien sie kaum zu kümmern,
da war ein Mädchen, das tanzte in Asche,
dass die Freude ihr die Sorgen wegwasche

Da war ein Mädchen, allein lebendig,
ihre Welt zersplittert und unvollständig,
Und dieses Mädchen tanzte in Asche,
dass die Freude ihr die Sorgen wegwasche

Da war ein Junge, verlor sein Zuhaus’,
und kam nur er rechtzeitig heraus,
Da war ein Junge, der tanzte in Asche,
dass die Freude ihm die Sorgen wegwasche

Da war ein Junge, allein, so allein,
in der Ruine aus bröckelndem Stein,
da war ein Junge, der tanzte in Asche,
dass die Freude ihm die Sorgen wegwasche

Da war ich, und ich schaute ins Leere,
das kleinste Schiff im grössten der Meere,
da war ich, und ich fiel zusammen,
ging unter und unter in den eigenen Flammen

Da war ein ich, verkohlt und verglüht,
hatte mich nicht ums Überleben bemüht,
da war ich und ich tanzte in Asche,
dass mir der Schmerz die Taubheit wegwasche

Ja da war ich, und ich tanzte umher,
verloren in diesem endlosen Meer,
da war ein ich, und ich war nicht genug,
als der Wind meine Asche wegtrug.