Simona

Waldlauf

sieh‘ den Weg, wie er sich zwischen den Bäumen am Wegrand hindurchschlängelt

achte auf knorrige Wurzeln, die sich wie Adern erstrecken, Verbindungen schaffen

du hörst deine Schritte nicht, sie werden vom weichen Boden verschluckt

laufe, renne, laufe, du fühlst dich leicht, locker und befreit

spüre, wie bedeutungslos du bist und doch so stark

schließe die Augen und rieche Moos und Nadeln

in der Ferne klopft gleichmäßig der Specht

schmecke langsam die feuchte, erdige Luft

finde die Spuren der Tiere

bleib stehen und warte

hör die Stille

sei frei

Atme!