X

Theresa

Das letzte Buch der Welt - eine Kindergeschichte

Diese Geschichte drucken

Es war einmal ein Buch. Es war nicht irgendein Buch, nein, es war das letzte Buch der Welt.

Es stand einsam und verlassen in einer Bibliothek.

Doch etwas war anders, denn kein Mensch war hier. Keiner wollte das letzte Buch der Welt sehen oder gar lesen.

Die Menschen sahen lieber fern, oder saßen im Sitzsack und hörten sich eine Radiosendung an.

Begonnen hatte es mit dem kleinen Buch, als ein kleines Mädchen angefangen hatte, es zu schreiben. Dann hat ein Dieb dem Mädchen das Buch geklaut und hier an die Bibliothek verkauft. Als es an das nette Mädchen dachte, kullerte ihm eine Träne über sein Buchdeckelgesicht.

Plötzlich fasste es einen Entschluss. Es wollte das nette Mädchen suchen und wenn es Jahre dauerte.

Das Buch packte also sein Hab und Gut in seine Wandertasche, hüpfte aus der Bibliothek und wanderte in die große weite Welt.

Am Abend wurde das kleine Buch müde, denn es war ja den ganzen Tag gelaufen.

Es suchte sich ein paar Zweige, Moos und Laub für sein Nachtlager zusammen.

Dann sammelte es sich Beeren für sein Abendbrot. Als es gegessen hatte, nähte es sich ein Kopfkissen und eine Bettdecke. Danach war es so müde, dass es keinen Finger mehr rühren konnte und es schlief auf seinem Nachtlager warm und wollig ein.

Als es erwachte zwitscherten bereits die Vögel. „Was für eine schöner Morgen!“, sagte das Buch zu sich selbst. `Aber er wäre noch schöner, wenn das kleine Mädchen neben mir säße`, dachte das kleine Buch.

Nach einem ausgiebigen Frühstück packte es alles ein und wanderte weiter.

Mittags kam es an einen Fluss. Kein Weg und Steg waren weit und breit zu sehen. Also blieb ihm keine andere Wahl, als sich ein Boot zu bauen.

Nach drei Stunden hatte es sich ein kleines Boot mit zwei Rudern in den Riemen fertig gebaut.

Mit dem Boot gelang es dem kleinen Buch, den Fluss zu überqueren.

Als das Buch das andere Ufer erreicht hatte, wanderte es weiter durch einen dunklen Wald. Dann nahm es einen löchrigen Feldweg in Kauf.

Es durchquerte noch 4 Wälder, 5 Felder, 7 Flüsse, 10 Steppen, 19 Städte und 2 Länder bis es endlich in die Hauptstadt von Frankreich kam.

Es war so müde, dass es sich einfach an den Fuß des Eifelturms legte und einschlief.

So schlafend fand es eine alte Dame, die das Buch, weil es so schön da lag mitnahm und beschloss es ihrer Enkelin zu schenken.

Wie es das Glück so will, war diese Enkelin genau das Mädchen, das das Buch suchte.

Als das Mädchen seine Geburtstagsgeschenke auspackte, war es erst eher enttäuscht, denn es hatte wieder nur CDs und DVDs bekommen.

Aber als es das Geschenk der Oma auspackte, leuchteten ihre Augen auf.

Sie stürmte auf ihre Großmutter zu und umarmte sie. Die alte Dame freute sich. Seit 3 Jahren hatte sie Marie – Theresia nicht mehr so glücklich gesehen. Als Marie – Theresia in ihrem Zimmer war, sagte sie zum Buch: „Ich werde darauf achten, dass dich in Zukunft kein Dieb stehlen kann. Das verspreche ich dir.“

Und sie lebten glücklich bis an ihr Lebensende.

 

“Das Geschichtchen ist nun aus, das sagt mein Kater Klaus.”

3 Kommentare

Sophie am 5. Juli 2019

Liebe Theresa Du machst dass so gut!!! Ich habe deine Geschichte gerade meiner kleinen Schwester Anna vorgelesen. Sie fand sie auch toll! Lg Sophie und Anna : )

Fabi am 3. Juli 2019

„Das sagt mein Kater Klaus“ - Lachflash des Lebens

Kathie am 2. Juli 2019

Awwww wie cute