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Mathilda

Der Engel

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Es war einmal ein kleines Mädchen, das war so arm, dass es nichts hatte als ihre Lumpen am Leib. Aber es war so voller Herzlichkeit, dass es jeder gern hatte, der es nur sah.

Jeden Tag lief die Waise durch die Stadt und bettelte um Almosen. Auch an diesem kalten Wintertag. Schon bald begegnete ihr ein Mann mittleren Alters: ,,Haben Sie vielleicht etwas zu Essen für mich?“ Doch der Mann ging einfach weiter.                                      

An diesem Tag bekam sie nur wenig Brot. Als abends keine Menschen mehr auf der Straße waren legte sie sich unter eine Bank, wo weniger Schnee lag. Und, wie in all den anderen Nächten auch, träumte sie davon ein Engel zu sein.                    

„Wenn ich ein Engel wäre, würde ich allen Menschen helfen, denen es so geht wie mir.“                                                                                                

Sie stellte sich vor, wie sie über die Dächer flog. Noch nie hatte es sich so realistisch angefühlt.

Als die Bewohner der kleinen Stadt am nächsten Morgen auf die Straße traten, fanden sie ein erfrorenes Mädchen vor. Doch auf den Lippen des toten Mädchens lag ein Lächeln.

Von diesem Tag an war weniger Kummer in der Stadt, als je zuvor.

6 Kommentare

Teresa Fünkchen am 20. August 2019

Das ist so niedlich und erinnert mich total an das Märchen von dem Mädchen mit den Schwefelhölzern...

lena am 20. August 2019

tolle geschichte

Mathilda Merida am 20. August 2019

Danke, Ich finde es auch ein bisschen traurig, aber im Grunde ist es ja ein gutes Ende... es basiert übrigens auf einem Traum von mir, den ich ein wenig abgeändert habe.

Alina am 19. August 2019

Die Geschichte ist echt gut geworden.

Liv am 19. August 2019

Sehr schön, aber auch ein bisschen traurig.

Minna am 16. August 2019

Oh, das ist soo süss!