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Ally Fire

Der Kampf

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Das Jahr 1789

Es war einmal eine kleine Insel namens Eiland des Aleran, die weit außen im Meer lag. Dort lebte das Volk der Olarus. Das sind Menschen, die im Jahr 1789 durch Kaiser Arnuis aus seinem Kaiserreich vertrieben wurden. Des Kaisers Wächter zerrten alle Olarus auf ein Boot und fuhren mit ihnen auf das Eiland des Aleran. Die Olarus mussten sich von nun an daran gewöhnen in Strohhütten zu leben und sich von Brot und Gemüse zu ernähren.

Eines Tages bekamen die Olarus einen Brief vom Kaiser Arnuis in welchem stand:

Meine Untertanen, ich bitte euch, einen Diamant für meine Tochter zu suchen. Denn sie wird 16 Jahre alt. Er soll so groß wie eine Walnuss sein und rein wie Wasser. Also gebt euch Mühe und wählt nur das beste für meine liebste Tochter Avenyn oder ihr müsst dafür büßen! Meine Wächter holen den Diamant Ende des Monats vor Sonnenaufgang in der verschollenen Bucht ab.

Arnold Arnuis

Niovus (ein Olarus) faltete den Brief zusammen. Er teilte den anderen Olarus mit, dass sie sich schleunigst auf die Suche nach einem Diamanten machen müssen. Alle Olarus nahmen ihre selbst gebaute Axt zur Hand. Sie liefen einen steilen Pfad hoch und erreichten bald einen alten Stollen. Vierzehn Olarus gingen in den düsteren und verfallenen Bergbau. Es war sehr dunkel. Nur die kleine Laterne, die Bonsya in der Hand hielt, gab den Olarus ein wenig Licht. Langsam trotteten sie weiter. 18 Minuten liefen sie schon, doch sie hatten immer noch keinen Diamanten gefunden. Als sie gerade eine Kurve liefen, blitzte etwas im Schein der Laterne auf. Niovus bremste ab und deutete auf das glänzende etwas. Die Olarus nahmen die Axt in die Hand und fingen an in den Felsen zu hämmern. Es war sehr anstrengend immer und immer wieder auf dieselbe Stelle einzuschlagen. Doch plötzlich lockerte sich der Diamant und er glitt aus dem Gestein. Bonsya fing ihn auf. Die Olarus waren zufrieden mit ihrer Beute und machten sich auf den Rückweg. Auf einmal hörten sie ein Grummeln. Kleine Steine flogen von der Decke auf ihre Köpfe. Die Olarus liefen schneller und schneller, bis sie rannten. Dann waren es Klötze, die von der Decke stürzten. Niovus erkannte Tageslicht. Sie rannten alle so schnell sie konnten. Die Olarus schafften es rechtzeitig aus dem Stollen. Noch eine Weile schauten sie zu, wie der Stollen zusammenbrach. Das Bergwerk war ohnehin schon sehr baufällig. Sie gingen den Pfad hinunter. Unten in einer alten Bude verpackten die Olarus den Diamanten, der so rein wie Wasser war, in ein Lederbündel. Tag für Tag verging.

Ende des Monats brachten die Olarus vor Sonnenaufgang den Diamanten zur verschollenen Bucht. Sie hörten von weitem leise, verzerrte Stimmen und wussten, dass das Arnuis war. Schließlich war das Kaiserboot in der Bucht eingelaufen. «Habt ihr den Diamanten?». Er stolzierte aufs Festland und sah sich ungeduldig nach einem Bündel in den Händen der Olarus um. «Ja, hier. Ein Diamant. So groß wie eine Walnuss und so rein wie Wasser». Niovus trat vor und drückte dem Kaiser das Bündel in die Hand. Der Kaiser sah erwartungsvoll in das Bündel und nahm den Diamanten hervor. Ohne ein weiteres Wort zu sagen stolzierte er zurück aufs Boot.

Das Tagebuch

Heute war alles genau gleich. Die Olarus lebten in Strohhütten, hatten immer noch nur Brot und Gemüse zu Essen und bekamen Briefe mit Aufträgen, was sie noch für Kaiser Arnuis besorgen müssen.

Eines Tages lief Viona zum Gemüsebeet ihrer Familie. Sie pflückte Salat, Karotten, Bohnen und machte sich wieder auf den Weg zu ihrer Hütte. «Hallo Mutter, ich habe das Gemüse». Sie setzte sich auf den Boden, denn in ihrer Hütte hatten sie nur einen Tisch und einen Kamin mit einem verrosteten Kessel. Schlafen mussten sie auch auf dem Boden so wie essen und kochen. «Danke!». Die Mutter von Viona nahm einen Laib Brot und setzte sich mit Viona vor den Kamin.

Vionas Vater war vor acht Jahren gestorben. Nun musste Adana Viona selbst groß ziehen.

Am nächsten Morgen gab es kein Morgenessen, denn die Kirschen am Baum waren noch nicht reif. Sie mussten sich also mit leerem Magen durch den Tag kämpfen. Erst am Abend konnten sie noch das restliche Brot essen.  

Diese Nacht war es sehr kühl. Viona konnte einfach nicht einschlafen. Also zog sie ihre zerlöcherte Jacke an und ging hinaus. Sie lief einen kleinen, schmalen Weg entlang. Nur der Mond, der hinter den Wolken stand, gab ihr Licht. Sie lief sicher zwanzig Minuten den Weg, bis sie an einem zerfallenen Schuppen ankam. 

2 Kommentare

Ally Fire am 11. Oktober 2020

Vielen Dank, Julia.

Julia Löwenherz am 24. September 2020

Wow, Ally!!! Die Geschichte ist einfach... SUPER!!! Du hast gute Adjektive benutzt, spezielle und schöne Namen gebraucht/erfunden, überhaupt eine super Idee gehabt... BIG COMPLIMENT! Deine BFF Julia