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Allison Gerklin

Erinnerungen

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Kapitel 1

Liebe Leser/-innen, bis ich erfahren habe, dass wahrscheinlich bald ein vierter Teil von Reckless erscheint, habe ich selbst ein wenig angefangen, mir ein paar Szenen dafür zu überlegen und in mein Notizbuch zu kritzeln. Jetzt hab ich sie nochmal ein wenig überarbeitet; ich hoffe es gefällt euch. Bis jetzt habe ich noch keine richtige Storyline, aber das kommt bestimmt noch. Ich hab der Geschichte einfach den Titel "Erinnerungen" gegeben, weil mir nichts anderes eingefallen ist. Hoffentlich gefällt es euch (und es sind nicht zu viele Grammatik- und Rechtschreibfehler). Viel Spaß beim Lesen, Fortsetzung folgt!,
Eure Allison

Fuchs war schwanger. Und Jacob tat es so leid. Doch was hätte er tun sollen, damals, im Labyrinth des Blaubarts? Es war auch schon wieder so lange her. Vergangenheit. Wären sie doch unsterblich, wie der Elf! Ich hoffe, ihr lasst euch nicht allzu lange Zeit. Lange Zeit hatten sie sich nicht unbedingt gelassen. Oh, wie er Spieler hasste. Er hatte nie jemanden mehr gehasst. Spieler hatte ihm alles genommen, was er brauchte. Fuchs. Er brauchte sie so sehr. Er liebte sie so sehr. Auch wenn es verboten war. Und Fuchs liebte ihn genauso sehr zurück. Als hätten seine Gedanken an sie sie herbeigerufen, erschien Fuchs in der Tür des Hotelzimmers. Sie lächelte. Er lächelte müde zurück. Sie setzte sich neben ihn und küsste ihn. Er erwiderte den Kuss. Ja, er liebte sie so sehr. Da war nichts, absolut nichts von dem kleinen Mädchen, das er vor langer Zeit befreit hatte. So lange her.

Zeit.

Er hatte nicht geglaubt, dass er Kinder haben würde. Und jetzt… Die Füchsin wird wunderschöne Kinder haben. Jacob war aufgeregt. Er wollte seine Kinder sehen, seinen kleinen Sohn oder seine kleine Tochter. Und doch wünschte er sich, sie würden nie geboren werden. Spieler war schuld. An allem. Spieler. Er wollte vergessen. Zum Glück war Fuchs da. Er schlang seine Arme um sie. Nur er und sie. Die Welt vergessen. Wenigstens für ein paar Stunden. Sie reisten nun schon so viele Wochen weiter, immer nur weiter, in der Hoffnung, irgendwann in eine Gegend vorzustoßen, wo Erlelfen noch unbekannt waren. Doch selbst wenn sie diese Gegend finden würden: Spieler würde sie trotzdem einholen. Und seinen Preis fordern. Vor dem Jacob und Fuchs so große Angst hatten. Fuchs küsste ihn erneut. Obwohl sie das eigentlich nicht tun durfte. Doch sie taten es trotzdem. Trotz. Genau das versuchten sie, Spieler entgegenzubringen. Spieler. Sein Name war sein Beruf. Sie waren die Figuren auf seinem Spielbrett. Er spielte nur mit ihnen. Jede Entscheidung, jede Bewegung – hatte er sie vorausgesehen? Wie auf einem Spielbrett. Egal wie weit sie auf dem Spielbrett vordrangen, Spieler würde hinterherkommen.

Krieg ist Krieg.

Lange her, dass diese Worte auf der Karte gestanden hatten. Die Karte. Jacob hatte sie vergraben lassen, von einem Jungen aus Moskva. Er hoffte, dass der Junge das auch getan hatte.

Krieg ist Krieg.

Die Worte machten keinen Eindruck mehr auf ihn. Es war ihm egal. Solange er nur Fuchs hatte.

Kapitel 2

Ich weiß nicht, warum ich nochmal ein Vorwort mache, aber egal. Ist eigentlich eher ein Zwischenwort, wenns so was gibt. Auf jeden Fall hab ich hier das zweite Kapitel (das dem Titel "Erinnerungen" diesmal sogar gerecht wird ;)) Es tut mir außerdem Leid, wenn irgendetwas Falsches hier vorkommt (Namen von Menschen, Tieren, Orten; Tatsachen; usw...)
Naja, das wars auf jeden Fall fürs Erste (oder Zweite), schreibt mal schön Zeug in die Kommentare, damit mir nicht langweilig wird. Ganz liebe Grüße und viel Spaß beim Lesen
Allison >3

John wohnte hoch oben, in einem Turm auf einem Berg an der südöstlichsten Stelle von Mongol. Der Berg war der, nach Johns Meinung, wohlverdiente Ausgleich zu der Gefangenschaft bei den Goyl unter der Erde. Auch hier oben war die Luft dünn, doch John mochte es hier oben so viel mehr, als in den dunklen, stickigen Tunneln der Goyl. War er deshalb Flugzeugingenieur geworden?

Sein Berg, wie er ihn nannte, wie man sein Haus oder Telefon nennt (was nicht unbedingt ein guter Vergleich war, da John die Telefone noch nicht in diese Welt gebracht hatte), war der letzte in einer Bergkette, von ihm aus hatte man sowohl einen guten Blick auf die dahinterliegenden verschneiten Gipfel, als auch eine wunderschöne Aussicht auf das davorliegende Tal. Jetzt, bei Sonnenuntergang, war es besonders schön. Die Sonne tauchte alles in glühendes Licht. John schluckte und dachte an einen anderen Sonnenuntergang. In einer anderen Welt. Mit jemand anderem an seiner Seite. Rosamund. Er vermisste sie. Doch sie war fort. Und er war schuld. Er hatte sie verlassen. So lange her…

John hatte seinen Beruf aufgegeben, aus zweierlei Gründen. Seine Geliebte war von einem Automobil angefahren worden. John hatte die Autos in diese Welt gebracht. Als Kind hatte er gern mit Spielzeugautos gespielt. Jacob auch. Er war der zweite Grund, auch wenn er das bestimmt nicht sein wollte und John sich einredete, dass ein Grund vollkommen genügte. Doch er konnte den Ausdruck auf Jacobs Gesicht nicht vergessen, die Enttäuschung und die Wut in seinen Augen. Die Wut auf seinen Vater.

Vater. John fand, dass das Wort falsch klang. Er war nie ein guter Vater gewesen, hatte die einzigen im Stich gelassen, die ihn je gebraucht hatten. Und er hatte sie auch gebraucht. Wem machst du etwas vor, John?

Immer wieder dachte er es, es war als würde er mit sich selbst Krieg spielen, wie früher, nur dass es diesmal keine Holz- oder Plastikfiguren waren, sondern echte Menschen, beziehungsweise Goyl. Deren Flugzeuge. Die albischen Schiffe. Und beinahe hatte er seinen Sohn umgebracht. Sohn. Noch ein Wort, dass nicht richtig war. Jacob wollte nicht mehr Johns Sohn sein. Vater. Sohn. Die Wörter waren wie Lügen. Ertränkt von den Flugzeugen, die der eigene Vater gebaut hat. Jacob. John. Sohn. Vater. Cirsten rief ihn. Seine Geliebte. Sie hatte den Autounfall überlebt, wenn auch knapp. Immerhin ihr war er treu. „Isambard!“, rief sie erneut. Selbst Cirsten kannte nicht seinen echten Namen. „Isambard!“ John stand auf. Zeit, an etwas anderes zu denken. Nicht über die Dinge der Vergangenheit. Das war alles so lange her…

Zeit…

Zeit, die er seinen Söhnen schuldete.

Fünfzehn Jahre waren eine lange Zeit. Jacob war nicht gut auf John zu sprechen, aber Will? Er hatte John von den beiden immer leichter verziehen.

Will. Jacob hatte mit dem Wölfling über Will geredet.

Damals.

Auch wieder so lange her.

Will musste in der Spiegelwelt sein, wie sein Bruder. Warum waren sie nicht zusammen? Wäre er bei seinen Söhnen geblieben, wüsste er es wahrscheinlich. Aber er hatte seine Entscheidung getroffen, vor so langer Zeit.

Zeit.

Warum ging die schöne Zeit immer so viel zu schnell vorbei?

4 Kommentare

Tilda am 26. Oktober 2019

Sehr gut zu lesen

Jojo am 25. Oktober 2019

einfach so

Allison Gerklin am 22. Oktober 2019

@Jojo 12: Wieso?

Jojo am 20. Oktober 2019

Erst mal finde ich es super geschrieben! Ich finde dein Schreibstil passt gut zu Reckless und es ist interessant deine eigenen Szenen dazu zu lesen. Wie alt bist du?