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Minna

Schmerzhaft

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«Mach, dass er weggeht.»
Ihre Stimme brach, doch ihre Tränen konnten nicht annähernd die Schmerzen zeigen, welche sie empfand.

«Dass wer weggeht?»
Fragte er, seine Stimme kalt, sein Gesicht bleich.

«Der Schmerz» antwortete sie, «Der Schmerz welcher mich zerbrechen, zersplittern und bröckeln lässt. Mach, dass er weggeht.»

Er starrte sie an, Erinnerungen an ebendiesen Schmerz blitzten in seinen grauen Augen auf. «Er wird nicht weggehen.» Er sprach immer noch mit kalter, abweisender Stimme.

«Das muss, das muss er aber. Ich halte ihn nicht mehr aus. Bitte mach, dass er weggeht.» Sie flehte, Tränen flossen an ihren Wangen herunter.

Aber er antwortete nicht. Er antwortete nicht, schaute sie nicht an. Denn er wusste, dieser Schmerz war nicht zu heilen. Ja, man konnte ihn verdrängen.

Aber vergessen nie.

Und er kannte diesen Schmerz, begrüßte ihn nun wie einen alten Freund. Er begrüßte ihn, ja, als er sie gebrochen sah.

Er konnte nicht machen, dass er wegging. Teufel nein, er konnte ihn nicht einmal bei sich selber verbannen.

Und er hätte sie so gerne befreit. Befreit aus dem klebrigen, zähen Netz der Liebe, ihren süßlichen Fängen und scharfen Dornen. Aber er war selber gefangen, selber gefesselt von den eklig-süßen Spinnweben. War mitten im Spinnennetz.

Und er konnte sich nicht bewegen. War gefangen in ihren schönen Gesichtszügen und heißen Tränen.

War gefangen in ihrem Schmerz, welcher zu seinem Schmerz wurde.
Eklig-süßem Schmerz.

2 Kommentare

Minna am 2. April 2020

@Lena, es geht halt um die Liebe

Lena am 1. April 2020

Ich habe es leider nicht ganz verstanden, aber es ist auf jeden Fall richtig gut geworden!!!