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Anastasia Revitch

Verwandte Seelen

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So lange können wir in dem Gedanken leben, dass es sie nicht gibt,
Dass wir allein sind auf dieser Welt, allein unter lauter Fremden.
Dass uns keiner sieht, hört oder versteht, dass die Welt ein eiskalter Ort ist
Und wir uns gegen sie im Kampf beweisen müssen.
Dass wir einsame Wanderer sind auf einem Weg
Voll von Hindernissen, Gefahren und Dunkelheit.

Bis wir all‘ unsere Waffen, Schilder und Masken ablegen,
Das Vertrauen einladen und zulassen, was wir doch längst wissen:
Menschen finden einander! Wir alle haben sie, unsere verwandten Seelen.
Es geht nicht anders. Kein Weg führt daran vorbei, dass
zusammen kommt, was zusammengehört in dieser Welt,
In der auf den ersten Blick nichts zusammenpasst
Und alles getrennte Wege zu gehen scheint.

Ich kann dir sagen: Verloren bist du nicht. Das gilt auch für dich.
Wenn ich wie ein Vogel in den Himmel steig und über der Welt schwebe,
Sehe ich sie alle in Form von Lichtern,
Die mal grell, mal weniger grell durch die Welt flackern
Und sich finden, komme was wolle.
Auch in der schwärzesten Nacht.

Kommentar

Cat11 am 20. April 2020

Echt schönes Gedicht