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Minna

Wo das Meer sich mit den Wolken vereint

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Wir segeln unendlich weiter
übers Nebelmeer,
Gesänge erklingen laut und heiter,
Zurückgehen? Nie, nie mehr.

Nur in die Ferne, zu fremdem Land,
zu vielen Inseln hin,
durch Unwetter und Nebelwand,
Und wozu? Was ist der Gewinn?

Zurückgelassen Freund und Haus,
alles drauf gesetzt,
Das Schicksal geht uns stets voraus,
wer wird glücklich? Wer verletzt?

Die Wolken bersten, die Sonne scheint,
dort am Himmel, hoch,
Dass es leichtsinnig ist, niemand verneint,
Erfahrung fehlt uns noch und noch.

Kein einziges Jahr altern wir,
kein winziges Härchen wird weiß,
Es ist immer ein dort, kein hier,
alles ist des Meeres Fleiß.

Strömungen da, Wellen dort,
unberechenbar,
nie bleiben wir an einem Ort,
unsre Sicht ist hell und klar.

Wo das Meer sich mit den Wolken vereint,
Wohin der Blick kaum folgen kann,
wo der Himmel lacht und der Himmel weint,
was danach? Was kommt dann?

Was folgt weiß nur das Schicksal,
was passieren wird die Zukunft,
Nein, wir haben nicht die Wahl,
nur die der Dummheit und Vernunft.

Ach, unbeschwert für immer segeln,
leider nicht möglich in dieser Welt,
Alle Probleme muss man regeln,
das ist nicht etwas, was man wählt.
Jedem Unwetter trotzt das Schiff,
bis der Sturm sich lichtet, blau,
bis wir erreichen das Korallenriff,
das Wetter beruhigt sich, der Wind wird flau.

Wir segeln unendlich weit,
durch Tod, durch Leben und durch Freud’
durch Traurigkeit, durch alle Zeit,
und weil wir nicht versunken sind, segeln wir noch heut’.

Kommentar

Teresa Fünkchen am 9. Juni 2019

Oh Minna... Es ist eins meiner Lieblingsgedichte von dir. Ich habe richtig Fernweh bekommen als ich das gelesen habe...!!! Ich konnte die Weite und Freiheit des Meeres richtig fühlen...