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Mittwoch, der 28. Oktober 2020

Sonja Wimmer

Illustratorin aus München

Website: www.sonjawimmer.com

 


* Warum bist du Illustratorin geworden?
Wolltest du schon als Kind Illustratorin werden?

Ich denke, es gibt kaum ein Kind, dass nicht gerne malt oder Geschichten hört. 
Ich erinnere mich zum Beispiel, dass mich meine Eltern, als ich klein war immer überall hin mitgenommen haben, wenn sie abends weggegangen sind. Ich saß dann oft an irgendeinem Tisch oder auch mal an einer Theke und habe gezeichnet. Außerdem erinnere ich mich, dass meine Mutter immer stapelweise Bücher aus der Bibliothek mit nach Hause brachte, um mir vorzulesen. Diese Liebe zum Malen und zu den Geschichten habe ich mir bewahrt.
Und diese beiden Dinge als Illustratorin zu vereinen, finde ich wunderbar. Ich schätze mich sehr glücklich, dass ich meine Zeit mit einer Tätigkeit verbringen darf, die mich begeistert.

* Wie sieht so ein Arbeitstag bei dir aus?
Das ist unterschiedlich. Wenn ich am Anfang eines Projektes stehe, gehe ich oft in die Natur oder in ein Café zum Zeichnen und Skizzieren. Wenn ich in der Phase bin, in der es ans Malen mit Farbe und Pinsel oder Kreiden geht, verbringe ich meist den ganzen Tag an meinem Arbeitstisch. Das heißt, das war so, bevor meine kleine Tochter geboren wurde.
Seit ein paar Jahren hat sich ein großer Teil meiner Arbeitszeit auf den Abend und die Nacht verlagert.

Illustration aus Una Sorpresa Para Tortuga, erschienen 2016 im Verlag NubeOcho

* Gibt es IllustratorInnen, die dich beeinflusst haben/beeinflussen?
 Hast du einen persönlichen Lieblingsillustrator, eine Lieblingsillustratorin?
Oh ja, es gibt viele Illustratoren und Illustratorinnen deren Kunst ich sehr bewundere:
Adolfo Serra, Mariona Cabassa, Zuzanna Celej, Shaun Tan, Joe Sorren, Oliver Jeffers, Beatrice Alemagna… um nur einige zu nennen.


* Was inspiriert dich? Woher kommen die Ideen?
Es ist schwer zu sagen, woher die Ideen kommen. Ich denke, es ist ein Prozess. Meist ist es so, dass ich mich mit der Geschichte und den Figuren, die ich illustrieren werde, erst einmal “anfreunde”. Das heißt, ich lese die Geschichte einige Male und lasse sie dann ein bisschen im Hinterkopf ruhen. Manchmal kommen mir dann schon die ersten Ideen, oft in Momenten, in denen ich mit etwas ganz anderem beschäftigt bin, und zu anderen Momenten ist es richtig harte Arbeit, einen Anfang zu finden. In der Regel gehe ich bewusst auf die Suche, probiere verschiedene Kompositionen und Techniken aus, recherchiere und dokumentiere mich zu dem entsprechenden Thema, wenn nötig. Dabei kann mich eigentlich alles inspirieren, das mich umgibt.

Illustration aus La Ola De Estrellas, erschienen 2019 im Verlag NubeOcho

* Hörst du beim Illustrieren Musik oder Hörbücher oder soll es lieber still sein?

In der Anfangsphase eines Projektes, wenn Figuren und Szenarien entstehen oder ich über Farbstimmungen nachdenke, habe ich es am liebsten still, um mich besser konzentrieren zu können. Später dann, wenn die Ideen im Kopf oder auf dem Papier Form angenommen haben, höre ich sehr gerne Hörbücher und Podcasts. 
Die Tintenblut-Trilogie habe ich komplett beim Malen gehört. Das war als Kind schon so. Da habe ich oft Kassetten mit Geschichten gehört, und dabei gezeichnet.

* Hast du einen Lieblingsplatz zum Illustrieren?
Wenn ich Skizzen mache oder mit Bleistift zeichne sitze ich am liebsten irgendwo in der Natur, am Wasser oder in einem Café. 
Zum Malen dann brauche ich einen Tisch mit viel Licht, wo ich mich mit Papier und Farben ausbreiten kann. Das war im letzten Jahr immer wieder woanders, weil wir viel herumgereist sind.

Illustration aus Casi Un Millón De Cuentos, erschienen 2013 im Verlag Edelvives


* Wenn du gerade nicht illustrierst, was tust du dann gerne?

Wenn ich nicht illustriere bin ich am liebsten in der Natur unterwegs, erlebe alle Arten von Abenteuern zusammen mit meiner kleinen Tochter, verbringe Zeit mit Familie und Freunden. Außerdem liebe ich die mündliche Erzählkunst. Ich lausche unheimlich gerne Erzählern und erzähle auch selbst gerne Geschichten.

* Was macht für dich den Beruf des Illustrators aus?
Als Illustrator hat man die Möglichkeit, völlig neue Welten zu erschaffen und mit Bildern Geschichten zu erzählen. Das ist wunderbar.

Illustration aus Der Sturm, erschienen 2019 im Kindermann Verlag

* Was macht deiner Meinung nach eine gute Illustration aus?
Eine gute Illustration unterstützt die Emotionen und Aussagen eines Textes und geleitet den Leser von Seite zu Seite durch die Geschichte. Sie gibt das Geschriebene aber nicht nur wieder, sondern ergänzt auch den Text, schafft eine weitere Ebene. Und vor allem berührt eine gute Illustration etwas im Inneren des Betrachters, lädt zum Träumen, Nachdenken oder Lachen ein.

* Hast du manchmal auch einfach keine Lust zu zeichnen/zu malen? Musst du dich dann motivieren? Und wenn ja, wie machst du das? Gibt es so etwas wie eine Schreibblockade auch bei Illustratoren? Also so eine Kreativblockade?
Manchmal, wenn ich viel Stress oder Zeitdruck habe und deswegen auch wenig schlafe, kann es schon sein, dass das Illustrieren nicht so leicht von der Hand geht und die Ideen eher zäh fließen. Aber eigentlich kommt es selten vor, dass ich wirklich gar keine Lust zum Malen habe, da ich nur Projekte annehme, die ich mag. Aber natürlich habe ich auch Tage, an denen ich mich so kreativ fühle wie ein Holzklotz. Dann hilft mir am besten, wenn ich etwas ganz anderes mache: Ich gehe raus in die Natur, in ein Museum oder sehe mir die Arbeit anderer IllustratorInnen an.


Illustration aus Angelón, erschienen 2013 im Verlag Onbooks

Chris Naylor-Ballesteros

Englischer Illustrator mit Wohnsitz in Frankreich

Website: chrisnaylorballesteros.com


* Warum bist du Illustrator geworden?

Ich habe schon immer gerne gezeichnet und konnte das auch schon immer ganz gut.
Später arbeitete ich als Grafik Designer und gestaltete unter anderem Layouts für verschiedene Zeitungen, was mir großen Spaß machte. Als meine Kinder noch klein waren, fiel mir auf, dass ich viele der Bilderbücher, die ich ihnen vorlas, sehr liebte und dass das Bilderbuch das perfekte Medium ist, um Geschichten, Illustration und Komposition von Bild und Text zu verbinden. Ich habe diese Bücher sozusagen studiert, während ich sie vorlas, und ich lernte, was funktionierte und was nicht. Mein erstes Buch habe ich für meine Kinder geschrieben und es sah ganz gut aus, also beschloss ich, mich ernsthafter mit dem Thema Bilderbuch zu beschäftigen.

* Wie sieht so ein Arbeitstag bei dir aus?
Das hängt davon ab, was für Arbeiten zu Hause anstehen, wie beschäftigt ich bin oder wie nah ein Abgabetermin liegt. Ich arbeite sehr gerne in den Morgen- und Abendstunden, wenn ich viel zu tun habe. Die Nachmittage sind immer eher zäh.

Illustration aus Out of Nowhere, erscheint 2021 im Verlag Nosy Crow

* Gibt es IllustratorInnen, die dich beeinflusst haben/beeinflussen?
Für gewöhnlich beeinflussen mich immer diejenigen, die meine aktuellen Lieblingsbücher illustriert haben. Und dann muss ich aufpassen, diesem Einfluss nicht zu sehr zu erliegen.

* Was war deine allererste Illustration?
Ich bin nicht sicher, welche die allererste war, aber es gibt da eine vage Erinnerung an etwas, das ich mit zehn Jahren gezeichnet habe - Anfang der 80er Jahre, als es die CB Funk Welle in Großbritannien gab und ein CB Radio Shop in der Straße eröffnete, die auf meinem Schulweg lag. Ich zeichnete eine groovige Kartoffelfigur, die in ein Funkgerät sprach, das ich CB Spud genannt habe. Ich habe keine Ahnung warum. Mein Schulfreund war überzeugt, dass ich es von der Werbung im Schaufenster des Ladens abgezeichnet habe, was mich ziemlich verärgert hat. Es war mein CB Spud. Meine ersten professionellen Illustrationen entstanden für eine englischsprachige Zeitung in Frankreich, für die ich damals arbeitete. Gelegentlich hatten wir ein paar Lücken auf den Seiten zu füllen und zur Begleitung einer Geschichte suchte man ein satirisches oder humorvolles Bild. Ich hatte nicht mehr als eine Stunde, um mir etwas einfallen zu lassen und ich genoss diesen schnellen Arbeitsablauf.


* Was inspiriert dich? Woher kommen die Ideen?

In der Regel brauche ich viel Zeit zum Nachdenken. Manchmal habe ich eine spontane Idee und dann versuche ich, daraus eine Geschichte zu entwickeln - meist gelingt das nicht, hin und wieder ist es erfolgreich. Ich bin einmal (und zwar wirklich nur einmal) morgens aufgewacht und hatte einen Satz mit vier Wörtern in meinem Kopf, und fünf Minuten später war daraus eine fast vollständige Geschichte geworden. Ich weiß zwar nicht, ob sie gut ist, aber ich wünschte, es wäre immer so einfach. Für "The Suitcase" brauchte es weniger als eine Woche, bis sich alles zusammenfügte, nachdem ich anfangs erst mal eine Richtung finden musste. An anderen Büchern habe ich mehr als ein Jahr gearbeitet.

* Hast du einen persönlichen Lieblingsillustrator, eine Lieblingsillustratorin?
Ich bin mit den Bildern von Quentin Blake aufgewachsen, der es zum Verzweifeln einfach aussehen lässt. Ich habe heute viele Favoriten, aber die ändern sich von Woche zu Woche.

Illustration aus I Love You, Stick Insects, erschienen 2018 im Verlag Bloomsbury Children's Books

* Hörst du beim Illustrieren Musik oder Hörbücher oder soll es lieber still sein?
Musik ja, aber keine Hörbücher. Zu viel Unterhaltung (selbst Musikradio) ist eher ablenkend, wenn ich an einem Text arbeite. Aber die richtige Musik zur richtigen Zeit kann beeinflussen, was du beim Betrachten eines Bildes oder beim Lesen einer Geschichte empfindest und lässt dich wirklich begreifen, was du versuchst auszudrücken.

* Hast du einen Lieblingsplatz zum Illustrieren?
Wenn ich nachdenken muss, gehe ich gerne spazieren, und alles andere passiert in meinem kleinen Atelier/Büro bei mir zu Hause.

Illustration aus I'm Going To Eat This Ant, erschienen 2017 im Verlag Bloomsbury Children's Books

* Gibt es eine Wunschgeschichte, die du gerne mal illustrieren würdest?
Das ist eine schwierige Frage. Vielleicht eines meiner derzeitigen Manuskripte, von denen ich hoffe, dass sie auf Zuspruch stoßen - das wäre toll! Ich lese gerade eine Jack London Kurzgeschichte mit dem Titel 'To Build A Fire'. Da geht es um einen Mann und einen Hund auf einem tollkühnen Treck in der Wildnis. Spoiler Alarm: Der Mann erfriert und der Hund verlässt ihn, also nicht wirklich eine Gute-Nacht-Geschichte für Kinder, aber die Möglichkeit für ein paar schöne Illustrationen mit kargen Schneelandschaften.

* Gibt es eine Illustration, auf die du besonders stolz bist?
Ich mag die Illustrationen meines ersten veröffentlichten Buchs "I'm Going To Eat This Ant" sehr, weil ich lange damit gerungen habe, einen Stil zu finden, der sich einerseits authentisch anfühlt und andererseits auch professionell rüberkommt. Fortschritte machte ich über Versuch und Irrtum, entwickelte mehrere Versionen des Buchs, bis ich schließlich zufrieden mit dem Ergebnis war. Mir gefällt auch die Wasser-Illustration in meinem Buch "The Suitcase". Sie ist einfach, aber dramatisch. Sie war schon recht früh fertig im Entstehungsprozess des Buchs, aber buchstäblich am Tag vor Ablauf der Abgabefrist entschied ich, dass ich das besser kann und ich fragte meine Verlegerin, ob ich Zeit bekäme für einen weiteren Versuch. Sie war einverstanden, und mit der neuen Version bin ich so gerade rechtzeitig fertig geworden.

Illustration aus The Suitcase, erschienen 2019 im Verlag Nosy Crow

* Was macht deiner Meinung nach einen guten Illustrator/ eine gute Illustratorin aus?
Ich denke nicht, dass es notwendigerweise jemand ist, der traditionelle Techniken beherrscht. Ich denke, ein guter Illustrator/eine gute Illustratorin kann Emotionen oder Atmosphäre vermitteln, unabhängig von Arbeitsmaterial oder Technik. Ich kann sehr gut realistisch zeichnen und ich denke oft, dass mir das manchmal im Weg steht, weil ich dazu neige, in einer Art zu illustrieren, die zu wortgetreu, zu realistisch ist. Ich muss mich oft zwingen, Perspektive und Logik und Wirklichkeit eines Objekts oder einer Figur zu ignorieren, es interessanter zu gestalten und weniger eine technische Herausforderung darin zu sehen.

* Hast du manchmal auch einfach keine Lust zu zeichnen/zu malen? Musst du dich dann motivieren? Und wenn ja, wie machst du das? Gibt es so etwas wie eine Schreibblockade auch bei Illustratoren? Also so eine Kreativblockade?
Oh ja, eine Kreativblockade, die gibt es. Ich glaube, die Blockade gibt es in jedem Arbeitsbereich, egal ob kreativ oder nicht kreativ. Manchmal schafft man es einfach nicht. Und man muss versuchen, eine Willenskraft zu finden oder eine gefährlich näher kommende Deadline trägt zur Motivation bei - aber Spaß macht das dann nicht!

Illustration aus The Lonely Christmas Tree, erschienen 2019 im Bloomsbury Verlag

 

Kris Di Giacomo

Franko-Amerikanische Illustratorin

Website: krisdigiacomo.com


* Warum bist du Illustratorin geworden?

Für mich lief im Illustrieren vieles zusammen: mein Hintergrund an einer Kunstschule, meine Jahre als Englischlehrerin für Kinder, meine Dreißiger, in denen ich französische Bilderbücher für mich entdeckte und die vielen Begegnungen mit Leuten, die mir Mut machten.  

* Wie sieht so ein Arbeitstag bei dir aus?
Einen typischen Arbeitstag habe ich eigentlich nicht. Ich mag keine Routine. Wenn ich aber ein Buch fertig stelle, dann bin ich immer zu Hause an meinem Schreibtisch, mit meinen Zeichenmaterialien, mit Scanner, Computer, einer Tasse Kaffee und sehr wahrscheinlich in Schlafanzug und Pantoffeln.



* Hast du einen persönlichen Lieblingsillustrator, eine Lieblingsillustratorin?
Diejenigen aus meiner Kindheit, die ich auch heute noch liebe, sind Roald Dahl und Quentin Blake. Mittlerweile sind aber zu viele dazugekommen, um sie hier aufzuzählen. Und es ändert sich von Zeit zu Zeit. Ich habe eigentlich keine Favoriten mehr. Aber es gibt immer etwas, das mich anspricht oder auch nur einen bestimmten Teil von mir berührt. Ich glaube nicht, dass ein Buch oder eine Geschichte einfach nur gut oder schlecht ist. Immer lässt sich da etwas Bereicherndes finden, etwas, das Eindruck hinterlässt. Selbst die Dinge, die wir nicht mögen machen uns zu dem, was wir sind und beeinflussen, wie wir die Dinge wahrnehmen und wie wir arbeiten.

* Gibt es eine Wunschgeschichte, die du gerne mal illustrieren würdest?
Ich würde gerne meine eigenen Geschichten illustrieren können, mit oder ohne Text. Aber das ist eine schwierige Aufgabe. Mit Worten komme ich nicht so zurecht wie mit Bildern. Erzähltes in Illustrationen umzusetzen ist das, was mir am nächsten liegt. Um einen Text auszuwählen, dem ich mich die nächsten Monate widmen soll, muss einiges zusammen kommen: das richtige Bauchgefühl, ein paar spontane Szenen in meiner Vorstellung, wenn ich den Text das erste Mal lese, Wörter, die sich sofort in Bilder verwandeln. Und ein Lächeln. Wenn mich die Geschichte zum Lächeln bringt und tiefer berührt, und wenn ich eine Vorstellung von mir bekomme, wie ich die Geschichte illustriere, dann ist das die Geschichte für mich. Ich suche nach Neuem, nach dem, was ich bisher noch nicht gemacht habe, das mir Freude macht und mir etwas sagt, und ich hoffe, dass das dann auch anderen etwas sagt.



* Gibt es eine Illustration, auf die du besonders stolz bist?
Meist ziehe ich die Kritzeleien in meinen Skizzenbüchern oder das, was ich mal auf einen Zettel hingeworfen habe, dem Ausgearbeiteten vor. Wenn ich zum Ende eines Buchs komme, fühlt es sich immer an, als hätte ich zu viel gemacht und ich wünschte, ich könnte von vorne beginnen. Oft werde ich mit einer Illustration nur fertig, indem ich vieles von dem, was ich gezeichnet habe, wieder rückgängig mache. Immer ist da das Gefühl, dass es beim nächsten Mal besser klappt.

* Wenn du gerade nicht illustrierst, was tust du dann gerne?
Spazieren und beobachten, fotografieren, mit Freunden zusammen essen, Filme schauen, lesen Rad fahren…

Mon papa, il est grand, il est fort, mais... Editions Frimousse, Coralie Saudo and Kris Di Giacomo

* Was macht für dich den Beruf des Illustrators/der Illustratorin aus?
Es war eine Entdeckung, nach der ich gar nicht gesucht hatte und eine Erleichterung, als ich sie fand. Da ergab plötzlich etwas einen Sinn, nachdem ich mich jahrelang gefragt hatte, was ich mit meinem Leben anfangen und wie ich meine Erfahrungen mit der Kunst und der Arbeit mit Kindern nutzen könnte. Das Illustrieren verbindet mich weiter mit dem Kind in mir, mit dem Spielerischen, der Neugier, der Ungebundenheit, der Unvoreingenommenheit, mit der Dehnbarkeit von Zeit, Albernheit und tiefer Empfindung.

* Hast du manchmal auch einfach keine Lust zu zeichnen/zu malen? Musst du dich dann motivieren? Und wenn ja, wie machst du das? Gibt es so etwas wie eine Schreibblockade auch bei IllustratorInnen? Also so eine Kreativblockade?
Ja! Als Freelancer führt mich jeder Tag dazu, Blockaden zu überwinden. Zeit und Raum sind meine Verbündeten. Um mich zu motivieren hilft alles außer das Illustrieren selbst. Spazieren gehen, Reisen, Wassergymnastik, Essen, Dinge betrachten, Zuhören, Tagträumen, Schlafen! Zuletzt habe ich zum Beispiel ganz zufällig an einem Kurs für Objekttheater teilgenommen, und ein andermal auf einem Hausdach unter den Sternen einen polnischen Schwarz-Weiß-Film mit tschechischen Untertiteln angeschaut. Solche Dinge inspirieren mich. Übrigens, ich spreche weder Polnisch noch Tschechisch, Englisch ist meine Muttersprache und im Alltag und bei der Arbeit ist Französisch meine Sprache. Das ist vielleicht der Grund, weshalb ich Bildern den Wörtern vorziehe; um die Schwierigkeiten der Sprache zu umschiffen. Momentan lebe ich eine Weile in Prag und lerne dort Spanisch. Zugegeben, eine seltsame Kombination!

 

Francesca Filomena

Illustratorin aus Italien

Instagram: @francesca_filomena_illustrator

 


* Warum bist du Illustratorin geworden?

Ich habe an der Academy of Fine Arts studiert. Thema meiner Abschlussarbeit war das Layout des illustrierten Buchs. Damals erkannte ich, dass ich all das, was ich liebe, in ein einziges Objekt einfließen lassen kann: das Schreiben, die Kunst und die Psychologie.
Ich belegte daraufhin ein paar Illustrations-Kurse und von da an war das Illustrieren meine große Liebe. 

* Wie sieht so ein Arbeitstag bei dir aus?
Wenn ich in einer guten Stimmung bin, kann ich sehr organisiert sein und einem bestimmten Arbeitsplan folgen. Ich stehe auf, frühstücke und beginne mit der Arbeit an persönlichen Projekten oder Kundenaufträgen. Berufliche Telefonate oder Emails erledige ich meist am Ende des Tages. Jetzt, wo ich Mutter werde, denke ich, dass es schwieriger wird, einen genauen Zeitplan einzuhalten. Eine spannende Herausforderung für mich!

* Was war deine allererste Illustration?
Oh, ich erinnere mich nicht! Ich zeichne, seit ich klein war. Ich habe eine vage Erinnerung an eine Katzenzeichnung, die meine Mutter sehr liebte und an unseren Kühlschrank gehängt hat. Ich erinnere mich auch, dass ich diese Zeichnung nicht sonderlich mochte, aber sie so zwangsläufig immer in unserer Küche vor Augen hatte. Das mag nicht meine allererste Illustration gewesen sein, aber sicherlich die erste, die von jemandem beachtet wurde, auch wenn es "nur" meine Mutter war.

* Was inspiriert dich? Woher kommen die Ideen?
Mich inspiriert alles, was ich erlebe, sehe, höre. Ich liebe es, ins Kino zu gehen. Ich schaue mir sehr viele Filme an. Ich beschäftige mich mit den verschiedensten Künstlern, mit Fotografien, die mich erschüttern, mit Songs, die mich bewegen. manchmal ist es auch nur etwas bei mir zu Hause, dass ich täglich vor mir sehe, was mir einen Anstoß gibt.

* Hörst du beim Illustrieren Musik oder Hörbücher oder soll es lieber still sein?
Wenn ich nachdenken muss, dann brauche ich Stille. Um mich in meine Gedanken einzuschließen, ohne jede Ablenkung. Wenn ich aber mit dem Illustrieren beginne, wenn ich koloriere oder den Emotionen freien Lauf lasse, dann brauche ich Musik. Sie ist dann eine großartige Kollegin!

* Gibt es eine Wunschgeschichte, die du gerne mal illustrieren würdest?
Um ehrlich zu sein, nein, die gibt es nicht. Ich mag Herausforderungen, also würde ich antworten: "Eine Geschichte, die ich noch nicht kenne."

* Wenn du gerade nicht illustrierst, was tust du dann gerne?
Dann wird man mich entweder im Kino finden oder beim Kochen mit Freunden.
Ich liebe es zu essen … Nun, ich bin Italienerin

* Was macht für dich den Beruf des Illustrators aus?
Die Vorstellung, dass ich alles, was in mir ist, auf ein einzelnes Blatt Papier bringen kann, das finde ich beruhigend. Ich kann meiner Fantasie freien Lauf lassen und selbst, wenn dabei die Gesetzmäßigkeiten der Wirklichkeit auf den Kopf gestellt werden, entsteht dabei trotzdem eine Wirklichkeit, an die man glauben kann.

* Was macht deiner Meinung nach einen guten Illustrator/eine gute Illustratorin aus?
Ich denke, ein guter Illustrator/eine gute Illustratorin sollte mit seinen/ihren Bildern bewegen. Das steht für mich noch vor der Fähigkeit, technisch gut zu zeichnen. Es wird oft behauptet, eine schöne Illustration müsse einem ästhetischen Kanon folgen, aber ich glaube, das, was ein Kunstwerk zu einem besonderen Kunstwerk macht, ist seine Botschaft, das, was es ausdrückt, mit Figuren, Details, Farben, …

* Hast du manchmal auch einfach keine Lust zu zeichnen/zu malen? Musst du dich dann motivieren? Und wenn ja, wie machst du das? Gibt es so etwas wie eine Schreibblockade auch bei IllustratorInnen? Also so eine Kreativblockade?
Oh ja! Es gibt Tage, manchmal Monate, wenn ich feststecke, wenn Inspiration fehlt oder ich nicht arbeiten möchte. Ich baue mir selbst Hindernisse, um nicht durch den kreativen Prozess eines Jobs zu müssen. Die einzige Lösung? Mich an meinen Schreibtisch zu setzen und mich zu zwingen, anzufangen, denn manchmal geht es nur um das Beginnen.
Dann kommt alles andere von selbst.



Nancy Vo

Illustratorin aus Kanada

Website: www.nancyvo.com

 

Foto: Makito Inomata (https://www.makito.ca/people)


* Was war deine allererste Illustration?

Oh, das wüsste ich selbst gern! Ich bin sicher, diese allererste Zeichnung gibt es nicht mehr. Das liegt so lange zurück. Wenn ich die Zeichnungen meiner Kinder sehe, dann entdecke ich darin wieder, wie es war, keine Angst vor dem leeren Blatt Papier zu haben. Und genau wie meine Kinder es tun, habe auch ich mir die Geschichten laut erzählt, während ich die Bilder dazu malte. Die gestalterische Furchtlosigkeit ist etwas, das ich mir als Erwachsene zurückwünsche.

* Hast du einen persönlichen Lieblingsillustrator, eine Lieblingsillustratorin?
Wenn ich mich zurückversetze in die Zeit, in der ich begann, an Bilderbüchern zu arbeiten, dann waren das Jon Klassen, Kris di Giacomo und Shaun Tan. Sie gehören immer noch zu meinen Favoriten, aber sie haben mittlerweile mehr Gesellschaft bekommen.

Illustration aus Nancy Vos Crow Stories Trilogy, erschienen 2019 bei Groundwood Books

* Hast du einen Lieblingsplatz zum Illustrieren?
Ich hätte gerne ein Atelier wie das, was ich vor zwei Jahren mal gemietet hatte. Es war in einem Gebäude neben einem Bahnhof und einer alten Zuckerfabrik. Es hatte fantastische Dachfenster für ein natürliches Licht. In den anderen Räumen arbeiteten Künstler an ihren Filmprojekten. Es war eine sehr produktive Zeit - zwei intensive Monate von der Planung bis zur Fertigstellung meiner Zeichnungen. Dieses Jahr, im Corona Jahr, mussten wir alle kreative Wege finden, den Raum in unserem Zuhause zu nutzen. In meinem Fall ist das eine kleine Eigentumswohnung und zur Zeit arbeite ich an einem niedrigen Bücherregal oder am Küchentisch. Grundsätzlich funktioniert es mit jeder leeren, flachen Oberfläche.

* Gibt es eine Wunschgeschichte, die du gerne mal illustrieren würdest?
Bevor ich mit der Arbeit an meinem aktuellen Projekt begann (ein Buch der Autorin Sarah Ellis über den Pianisten Glenn Gould) hätte ich wohl anders geantwortet. Aber jetzt bin ich so dankbar für das, was ich lernen durfte, und was ich bestimmt nicht gelernt hätte, wäre es eine Geschichte meiner Wahl gewesen. Ich habe allerlei Abstecher gemacht in dieser Zeit und habe sogar gelernt, Klavier zu spielen - zwar nicht sonderlich gut, aber immerhin…

Illustration aus "The Ranger", erschienen 2019 bei Groundwood Books

* Gibt es eine Illustration, auf die du besonders stolz bist?
Es gab einmal eine letzte Illustration, die ich zu zeichnen hatte für ein Projekt und ich war ratlos, was die Umsetzung betraf. Dann hatte ich eine Inspiration. Ein Film der Coen Brüder brachte mich darauf. Ich hatte den Film selbst nicht gesehen, aber ich erinnerte mich sehr gut an das Filmplakat, weil es in mir ein bestimmtes Gefühl auslöste. Der Film war "Miller’s Crossing" - ein Mann kniet im Wald und fleht um sein Leben, während ein anderer Mann mit einer Waffe vor ihm steht. Es war für mich die Lösung, die ich suchte, für die angespannte Begegnung zwischen Annie und dem Fuchs (aus meinem Buch "The Ranger") und die Ungewissheit, was dabei herauskommen würde. Statt einer Nahaufnahme gab es eine Darstellung in der Totale der Szene aus einer sehr niedrigen Perspektive.

Illustration aus "The Ranger", erschienen 2019 bei Groundwood Books

* Was macht für dich den Beruf des Illustrators aus?
Ich mag an der Illustration den Aspekt des Problemlösens. Die Illustration unterscheidet sich vom Kunstwerk als Form der Selbstdarstellung. Damit meine ich nicht, dass man sich in der Illustration nicht ausdrücken kann. Aber ich denke, in der Illustration geht es darum, etwas Bestimmtes zu kommunizieren. Mit Bilderbüchern vermittelt man etwas Fortlaufendes, man erzählt eine Geschichte. Und meist ist es ein Zusammenspiel von Worten und Bildern.
Beide Elemente müssen zusammen arbeiten. Man gibt nicht einfach in Bildern wieder, was die Worte sagen. Die Illustrationen können der Geschichte eine weitere Ebene geben, oder sie können die Geschichte erzählen, wenn es keine Worte gibt, so wie es wortlose Bilderbücher tun.

Illustration aus "The Ranger", erschienen 2019 bei Groundwood Books

 

Issa Watanabe

Illustratorin aus Perú

Instagram: @issawatanabe

 


* Warum bist du Illustratorin geworden?

Ich erinnere mich an einen Besuch des brasilianischen Künstlers Vik Muniz, bei dem ein Junge ihn fragte, ob er sich erinnere, wann er mit dem Zeichnen begonnen hat. Er sagte, er erinnere sich nicht mehr, aber er erinnerte sich doch daran, wann die anderen damit aufhörten. Wie alle Kinder habe ich schon in jungen Jahren gezeichnet, und ich hatte das Glück, dass meine Mutter damals Kinderbücher illustrierte: Illustration zu Hause war eine natürliche Art, Geschichten zu erzählen, Gefühle auszudrücken, zu erfinden, zu spielen.
Das habe ich nicht verloren.

* Wie sieht so ein Arbeitstag bei dir aus?
Meine Arbeitsroutine hängt stark von der Art des Projekts ab, in dem ich mich befinde, und davon, was ich in dieser Zeit erlebe. Vor ein paar Jahren ging ich zum Beispiel jeden Tag sehr früh in mein Atelier und arbeitete stundenlang, ohne jemanden zu sehen oder zu sprechen. Mittlerweile habe ich mir mein Atelier zu Hause eingerichtet. Ich lebe alleine mit meiner Tochter und es fällt mir schwer, einen festen Arbeitsplan zu haben, besonders jetzt, da aufgrund der Pandemie der Unterricht in diesem Jahr unterbrochen wurde und es nötig wurde, vieles zu meistern. Aber ich kann sagen, dass ich wirklich gerne morgens aufstehe, eine Kanne Kaffee vorbereite und direkt vor dem Fenster sitze und zeichne. Manchmal beschäftige ich mich so sehr mit einer Illustration, dass ich wie besessen davon bin. Ich kann stundenlang sitzen und finde es sogar schwierig zu schlafen, weil ich so viel Lust habe, am nächsten Tag weiter zu zeichnen.


Niña océano

* Gibt es IllustratorInnen, die dich beeinflusst haben/beeinflussen?
Ich denke, wenn wir etwas erschaffen, greifen wir bewusst oder unbewusst auf alle Einflüsse zurück, die wir während unserer gesamten Entwicklung erfahren haben. Natürlich bewundere ich viele IllustratorInnen, aber mich inspirieren auch Musik, Bücher, Museumsbesuche, Kino, ungezwungene Gespräche …

* Was war deine allererste Illustration?
Als ich vier Jahre alt war, stellte unsere Lehrerin ein kleines Buch zusammen mit den Geschichten, die die Kinder ihr erzählten. Und sie bat mich, das Cover zu gestalten! Ich habe eine Giraffe, eine Blume und einen kleinen Vogel gezeichnet. Das Buch habe ich noch immer. Meine Mutter und mein Vater haben seit unserer Kindheit alle Zeichnungen von mir und meiner Schwester aufbewahrt.


* Was inspiriert dich? Woher kommen die Ideen?

Ich denke, man kann sich von allem inspirieren lassen, was einen bewegt: ein Bild, ein Text, ein Gedicht, ein Vogel vor dem Fenster am Morgen. Die Ideen aber schwirren normalerweise Monate oder Jahre in meinem Kopf. Manchmal sind es Erfahrungen, die ich gemacht habe und die Zeit brauchen, um Gestalt anzunehmen. Und es braucht meist nur einen Auslöser zu einem bestimmten Zeitpunkt, damit ich das Bedürfnis verspüre, diesen Erfahrungen Ausdruck zu verleihen.

* Hast du einen persönlichen Lieblingsillustrator, eine Lieblingsillustratorin?
Oh, sehr viele: Leo Lionni, Sendak, Quentin Blake, Erlbruch, Roberto Innocenti, Tomi Ungerer, Janosch, Enzo Mari. Und um einige aktuellere zu nennen: Beatriz Alemagna, Martin Jarrie und Simone Rea.


Cómo en un árbol

* Hörst du beim Illustrieren Musik oder Hörbücher oder soll es lieber still sein?
Ich bevorzuge die Stille.

* Hast du einen Lieblingsplatz zum Illustrieren?
Ich habe 15 Jahre lang auf Mallorca gelebt und die meisten davon in einem Haus verbracht, das praktisch am Meer lag. Es sah aus wie ein kleines Boot. Das war mein Lieblingsort. Jetzt lebe ich in Peru und habe mehr als einen Lieblingsort. Ich brauche bestimmte Bedingungen, die mir helfen, an einem Ort bequem zu arbeiten. Zum Beispiel ist natürliches Licht für mich sehr wichtig. Auch Einsamkeit brauche ich. Ich teile die Momente des Zeichnens nicht gerne mit jemand anderem als meiner Tochter. Die Tische sind auch wichtig: sehr glatt und je größer desto besser. Ich bin sehr chaotisch, wenn ich arbeite und fange an, all den Platz um mich herum zu erobern. Ich habe gerne meine Bücher in der Nähe, eine Kaffeemaschine und ein Sofa.


La barca (Migrantes)

* Gibt es eine Wunschgeschichte, die du gerne mal illustrieren würdest?
Es gibt ein Thema, das in meinem Leben sehr präsent war und das ich jetzt zu gestalten versuche. Es hat mit Objekten, Erinnerungen und Abwesenheit zu tun. Es wird wahrscheinlich auch ein stilles, wortloses Buch sein wie "Migrantes".

* Gibt es eine Illustration, auf die du besonders stolz bist?
Die Illustration von "Migrantes", in der die ganze Gruppe marschiert und hinter ihr läuft der kleine Tod. Diese Illustration hat für mich einen besonderen Wert.


El largo camino (Migrantes)

* Wenn du gerade nicht illustrierst, was tust du dann gerne?
Ich bin langsam und keine sehr aktive Person. Ich genieße die Stille und das zu Hause sein, obwohl ich sehr gerne reise. Ich lese viel Ich verbringe gerne Zeit mit meiner Tochter.
Ich gehe gern ins Kino, mit einem Freund in ein Café, und in letzter Zeit arbeite ich mit Modelliermasse, um kleine Bühnen zu formen oder zu bauen.

* Was macht für dich den Beruf des Illustrators/der Illustratorin aus?
Es ist nicht einfach, sich den Anforderungen der Realität anzupassen. Durch das Illustrieren kann ich diese Realität ein wenig umformen und symbolisch eine andere aufbauen. Andererseits ist mein Ansatz beim Illustrieren meist intuitiv. Als hätte ich ein paar kleine Legostücke und würde sie alle auf dem Tisch ausbreiten. Die Möglichkeiten, die Teile zu kombinieren, sind unendlich und durch das Zusammenbauen und Zerlegen entdeckt man die Welt wie ein Kind beim Spielen.


El Encuentro (Migrantes)

* Was macht deiner Meinung nach einen guten Illustrator/ eine gute Illustratorin aus?
Ich wünschte ich hätte eine Antwort darauf! Ich weiß nicht, was das Rezept ist, aber ich bin sicher, es hat mit Ehrlichkeit zu tun, umso mehr, wenn man für Kinder illustriert.

* Hast du manchmal auch einfach keine Lust zu zeichnen/zu malen? Musst du dich dann motivieren? Und wenn ja, wie machst du das? Gibt es so etwas wie eine Schreibblockade auch bei Illustratoren? Also so eine Kreativblockade?
Oh ja! Manchmal, wenn wir etwas veröffentlichen, gibt es viel Tamtam und Ablenkung und es ist sehr leicht, sich darin zu verlieren. Dann hilft es mir, mich daran zu erinnern, warum ich das tue, was ich tue und woher meine Motivation kommt. In anderen Fällen kommt die Stimme von innen. Diese Stimme, die uns beurteilt und sagt, dass das, was wir tun, nicht gut oder nicht genug ist. Ich meine, es war Schiller, der so etwas gesagt hat wie "die Vernunft ist ein nerviger Zeuge während des poetischen Prozesses". Wir müssen lernen, das zu erkennen und ruhig zu bleiben. Ich habe mehrere Jahre als Art Director für eine Content-Produktionsfirma gearbeitet. Es war ein Job, den ich mochte und der mir große finanzielle Stabilität gab, aber ich hatte keine Freizeit mehr. Ich wollte illustrieren, aber unter diesen Bedingungen war es unmöglich. Vor zwei Jahren hat meine Mutter in Brüssel einen schrecklichen Unfall gehabt, von dem sie sich nur sehr langsam erholte und wir haben sie dabei begleitet. Obwohl wir uns der Zerbrechlichkeit des Lebens bewusst sind, vergessen wir sie oft. Als ich zurückkam kündigte ich meinen Job und fing an, "Migrantes" zu gestalten. Anfangs hatte ich natürlich sehr viele Bedenken und Angst, aber jetzt habe ich keinen Zweifel daran, dass es die richtige Entscheidung war.


La garza (Migrantes)

Gaëlle Vejlupek

Illustratorin aus der Schweiz

Website: www.gaellevejlupek.com


* Wie sieht so ein Arbeitstag bei dir aus?
Aufwachen um 7, ein bisschen Yoga, eine gute Tasse grüner Tee, ein Spaziergang, danach in aller Stille arbeiten. … Das WÄRE wunderbar! In den letzten Jahren habe ich sehr viel gearbeitet, vom frühen Morgen bis in den späten Abend, was auf die Dauer nicht aufrechtzuerhalten ist. Langsam werde ich organisierter und plane für die Abende und Wochenenden ein bisschen freie Zeit für mich ein. Etwas, das ich lange vernachlässigt habe. Ich bin zu der Erkenntnis gekommen, dass sich Grenzen zu setzen überraschenderweise mehr Freiheit bringt. Aber es braucht seine Zeit, das richtige Maß zu finden.

* Was war deine allererste Illustration?
Ich glaube, das war eine Arbeit für ein Puppentheater. Ich mag das kleine Booklet immer noch sehr, auch wenn ich oft nicht sehr milde bin mit meinen früheren Arbeiten.

Peau d'âne, Ink on paper, 35x26 cm

* Was inspiriert dich? Woher kommen die Ideen?
Ich war als Kind ein wenig seltsam, hab mit Bäumen, Vögeln und Blumen gesprochen…
Ich habe recht früh ein Gefühl für Magie entwickelt, während ich den größten Teil meiner Freizeit in den Wäldern verbracht habe. Wir haben den Hang dazu, Geschichten zu erfinden, um die Dinge um uns herum zu erklären, die wir nicht verstehen. So sind der Wald, die Berge und das Wetter Elemente, die mich zu Figuren und Geschichten inspiriert haben.
In meiner Kindheit habe ich viele Volksmärchen gelesen, Bücher aus den unterschiedlichsten Kulturkreisen, die alle mein Verständnis der Welt definiert haben; eine metaphorische Sprache ist für mich die anschaulichste/deutlichste Sprache. Meine Träume sind auch sehr lebendig. Sie sind fast wie ein zweites Leben, in dem ich mich in der Nacht bewege. Die Vorstellungskraft in unseren Träumen ist grenzenlos, und einige meiner Figuren sind auch aus ihnen heraus entstanden. Ich schenke der Symbolsprache meiner Träume große Aufmerksamkeit und man findet sie oft in meinen Bildern, um meine Sicht der Welt zu übersetzen.

* Hast du einen persönlichen Lieblingsillustrator, eine Lieblingsillustratorin?
Es gibt so viele großartige IllustratorInnen! Aber ganz spontan denke ich an Sergio Toppi und seine Schwarz-Weiß-Arbeiten, seine unglaublichen Kompositionen, den Stil und die Strukturen.

Hamelin

* Hörst du beim Illustrieren Musik oder Hörbücher, oder soll es lieber still sein?
Das hängt von dem Entwicklungsstand des Bildes ab. Wenn ich skizziere, definiere, entwerfe und anordne, dann muss ich vollkommen konzentriert sein. Sobald dieser erste Schritt getan ist, kann ich bei der Arbeit auch Musik hören, aber nichts mit Gesang.
Wenn ich dann male, höre ich gerne Hörbücher oder Musik, die zu dem, was ich male, passt. Ich kann dann sogar nebenher ein Telefonat führen, so lang ich mehr zuhören als selbst kommunizieren muss. Aber mein Favorit sind lange Hörbücher, solche, in die ich ganz eintauchen kann und die das Bild bis zum Schluss begleiten, was manchmal 40 bis 50 Stunden bedeutet. Es ist schon komisch, denn manchmal schaue ich mir ein fertiges Bild Monate später an und spüre bei der Betrachtung bestimmter Bereiche des Bildes die Stimmung der Geschichte oder auch eine bestimmte Stelle der Geschichte wieder, die ich dabei gehört hatte.

* Hast du einen Lieblingsplatz zum Illustrieren?
Mein Atelier ist für mich der beste Platz zum Arbeiten. Es ist voller Licht, sehr ruhig und meine Nachbarn beklagen sich nicht darüber, wenn ich mitten in der Nacht den Fön benutze oder Hörbücher abspiele.

Blue Moon

* Wenn du gerade nicht illustrierst, was tust du dann gerne?
Spazieren gehen, unter den Sternen schlafen am Feuer, in einem Baum sitzen…

* Was macht für dich den Beruf des Illustrators aus?
Ein Bild zu erschaffen, das einem Text dient, ist eine sehr interessante Reise, und unterscheidet sich sehr von der spontanen Malerei. Das Zusammentreffen zweier Universen kann magisch sein, wenn die beiden gut zueinander passen. Ich habe kürzlich zwei Buchcover illustriert und habe das so genossen. Dem Gefühl, das mir diese Bücher gaben, im Bild Ausdruck zu verleihen, statt über den Inhalt zu sprechen, war eine wirklich anregende Aufgabe.

Clälio

* Was macht einen guten Illustrator/eine gute Illustratorin aus?
Ich schätze IllustratorInnen, die ein sehr persönliches und kreatives Universum schaffen, die aber ihre Talente in den Dienst der Geschichte und nicht des Bildes stellen.

* Hast du manchmal auch einfach keine Lust zu zeichnen/zu malen? Musst du dich dann motivieren? Und wenn ja, wie machst du das? Gibt es so etwas wie eine Schreibblockade auch bei IllustratorInnen? Also so eine Kreativblockade?
Ich kämpfe damit, die nötige Zeit zu finden, um alles zu tun, was ich tun möchte.
Das heißt, fehlende Motivation ist für mich nicht das Problem. Ich musste aber schon einige Male Pausen einlegen beim Zeichnen und es fiel mir recht schwer, wieder in die Arbeit zurückzufinden. Jemand hat mal gesagt, der einzige Weg, aus einer Kreativblockade herauszukommen ist, sich selbst dort wieder herauszuzeichnen.
Das kann ich nur bestätigen.

Dusk Guardian 

Javi Gámez

Autor und Illustrator aus Spanien

Instagram: @javi_gamez_alsbram

 


* Warum bist du Illustrator geworden?
Wegen der Geschichten. Ich habe stets gezeichnet, um Geschichten zu erzählen.
Ich illustriere meine Bücher selbst, meine Animationsprojekte und meine Comics. Da war immer das Bedürfnis in mir, meine innere Welt mit anderen zu teilen. Manchmal mit Bildern, manchmal mit Worten, manchmal mit Animation. Alles, was ich in meinem derzeitigen Leben tue ist miteinander verbunden. Das Comiczeichnen hat mich zum Schreiben gebracht.
Das Schreiben hat mich zur Animation geführt. Und die Animation brachte mich zum Unterrichten - was mich am allerglücklichsten macht.

* Wie sieht so ein Arbeitstag bei dir aus?
Am Vormittag schreibe oder zeichne ich. Ich versinke in meinen Projekten, visuelle Geschichten, mit denen ich andere inspirieren möchte. Am Nachmittag helfe ich meinen Studierenden, ein Stück weiter zu kommen mit ihrem "unmöglichen Traum", als Kreative Geld verdienen zu können. Andere auf ihren Weg zu bringen ist mein Lebensziel.

* Gibt es IllustratorInnen, die dich beeinflusst haben/beeinflussen?
Ich habe mit dem Comiczeichnen begonnen. Dabei hatte den größten Einfluss auf meine Arbeit Alan Davis. Seine Kunst ist subtil, emotional und bahnbrechend. Nach der Uni trat die Animation in mein Leben. Und ich erkannte, dass alle Stile dieser Welt mir etwas beibringen können.

* Was war deine allererste Illustration?
Wow… Ich erinnere mich nicht, denn ich zeichne seit meiner Kindheit. Aber ich beginne mit der Illustration sozusagen immer wieder ganz von vorn, probiere neue Stilarten, Techniken, Werkzeuge aus. Wenn man sich meine Arbeiten im Netz anschaut, wird man viele "erste Illustrationen" entdecken. Durch das stetige Ausprobieren von immer wieder Neuem fühle ich mich als Künstler lebendig.

* Was inspiriert dich? Woher kommen die Ideen?
Das Leben inspiriert mich! Ich muss zugeben, dass ich die gefürchtete "Kreativblockade" bisher nicht erfahren habe. Das Leben liefert mir jede Menge Ideen, manchmal sogar zu viele. Ich sammle in meinem Mobiltelefon täglich Ideen für Geschichten, Anekdoten, Figuren, alle möglichen Details…

                  Sirius Black

* Hast du einen persönlichen Lieblingsillustrator, eine Lieblingsillustratorin?
Derjenige, dessen Kunst mir am meisten beigebracht hat, ist Nathan Fowkes, ein Concept Artist, der im Filmbereich arbeitet und der mich alles gelehrt hat, was ich über Farbe, Licht und Komposition weiß.

* Hörst du beim Illustrieren Musik oder Hörbücher oder soll es lieber still sein?
Wenn ich zeichne, lasse ich nebenher meist einen Film oder eine Serie laufen.
Ich verschlinge Geschichten! Aber wenn ich schreibe, dann höre ich Musik. Filmmusik.

* Gibt es eine Wunschgeschichte, die du gerne mal illustrieren würdest?
"Die unendliche Geschichte" war das erste Buch, das mich gefesselt und mich zum Träumen gebracht hat. Es ist immer noch das Buch meines Lebens.

Staubfinger

* Gibt es eine Illustration, auf die du besonders stolz bist?
Die habe ich noch nicht gezeichnet… Ich bin sehr anspruchsvoll, was meine Arbeit betrifft Haha!

* Wenn du gerade nicht illustrierst, was tust du dann gerne?
Dann findet man mich im Kino oder in einem Comic-Laden. Ich bin immer auf der Suche nach neuen Geschichten.

* Was macht für dich den Beruf des Illustrators aus?
Ich bin ein Geschichtenerzähler, manchmal erzähle ich mit Bildern, manchmal mit Worten. Das Wichtigste für mich, wenn ich kreativ arbeite, ist die Bedeutung der Geschichte.
Ich möchte die LeserInnen zum Träumen bringen und faszinieren. Das Bild spielt dabei eine wichtige Rolle. Deshalb illustriere ich meine Bücher immer selbst. Und deshalb bekommt jedes illustrierte Buch einen anderen Stil, weil jede Geschichte einen anderen Look braucht. Vorstellungskraft ist kein abgeschlossener Raum, sondern ein unendliches Universum.
Und ich liebe es, das zu erkunden.

 

Marieke Nelissen

Illustratorin aus 's-Hertogenbosch, Niederlande

Website: https://www.lepetitstudio.nl

 


* Warum bist du Illustratorin geworden?
Das Entwerfen und Gestalten liebe ich, seit ich denken kann.

* Wie sieht so ein Arbeitstag bei dir aus?
Wenn ich die Kinder zur Schule gebracht habe, gehe ich in mein Atelier. Das ist ein Raum bei mir Zuhause. Ich weiß immer recht genau, was ich an dem Tag tun möchte, so dass ich gleich anfangen kann. Die ersten Stunden sind sehr kostbar, denn da ist meine Konzentration am besten. Um die Mittagszeit mache ich mir etwas zu essen und nehme mir eine halbe Stunde Auszeit. Danach gehe ich für zwei Stunden zurück an die Arbeit, bis die Kinder von der Schule abgeholt werden müssen. Den Rest des Tages "schwimme ich mit dem Strom".
Es kommt darauf an, was die Kinder machen möchten. Meist lese ich meine Emails, erledige ein wenig Verwaltungsarbeit und plane den nächsten Tag. Manchmal möchte ich aber auch eine Illustration fertigstellen und arbeite dann daran weiter bis zum Abendessen. Den Rest des Abends entspanne ich.

Illustration aus "Het verlangen van de prins", erschienen 2020 im Gottmer Verlag

* Gibt es IllustratorInnen, die dich beeinflusst haben/beeinflussen?
Großen Einfluss auf meine Arbeit haben Rébecca Dautremer und Shaun Tan. Aber ich schaue mir auch viele andere IllustratorInnen an. Ich denke, von allen werde ich ein bisschen beeinflusst.

* Was inspiriert dich? Woher kommen die Ideen?
Die größte Inspiration für mich ist die Natur.



* Hast du einen persönlichen Lieblingsillustrator, eine Lieblingsillustratorin?
Ich fürchte es gibt zu viele davon, um sie hier zu nennen. Es verändert sich auch ständig.
Ich schätze, es hängt auch davon ab, wo ich mich gerade in meiner Entwicklung befinde.

* Hörst du beim Illustrieren Musik oder Hörbücher oder soll es lieber still sein?
Oh ja, ich höre dabei sehr gerne Filmmusik.

Illustration aus "Het verlangen van de prins", erschienen 2020 im Gottmer Verlag


* Hast du einen Lieblingsplatz zum Illustrieren?
Mein Atelier. Es ist klein, gemütlich und ich habe es mir über die Jahre mit allerlei Kommoden und Schränkchen für meine Materialien und Illustrationen perfekt eingerichtet.

* Gibt es eine Wunschgeschichte, die du gerne mal illustrieren würdest?
Ich liebe Volksmärchen. Ich habe durch die Arbeit meines Vaters viele verschiedene Kulturen kennengelernt. Ich mag die geheimnisvolle Atmosphäre, die Geschichte dahinter, das Unerwartete.

Illustration aus "De tovenaar van Oz", erschienen 2019 im Verlag Lemniscaat

* Gibt es eine Illustration, auf die du besonders stolz bist?
Das ist eine, die noch nicht veröffentlicht wurde. Über einen Waldgeist und einen ziemlich frechen Igel.

* Wenn du gerade nicht illustrierst, was tust du dann gerne?
Ich schaue mir gerne Filme an. Ich bin ein großer Fan der Wes Anderson Filme. Und ich lese viel und gehe gerne spazieren im Wald und am Meer.

Illustration aus "De tovenaar van Oz", erschienen 2019 im Verlag Lemniscaat

* Was macht für dich den Beruf des Illustrators aus?
Alles ist möglich in der Illustration.

* Was macht deiner Meinung nach einen guten Illustrator/ eine gute Illustratorin aus?
Man sollte dem Auftraggeber/ der Auftraggeberin aufmerksam zuhören und fähig sein, seinen/ihren Wunsch umzusetzen, ohne die Freiheit der eigenen Kreativität zu verlieren.

* Hast du manchmal auch einfach keine Lust zu zeichnen/zu malen? Musst du dich dann motivieren? Und wenn ja, wie machst du das? Gibt es so etwas wie eine Schreibblockade auch bei Illustratoren? Also so eine Kreativblockade?
Aber sicher. Manchmal überwältigt mich die Arbeit anderer IllustratorInnen und ich fühle mich mittelmäßig und verloren zwischen all diesen wunderbaren Kreativen. Wenn ich einen schlechten Tag habe, zwinge ich mich nicht dazu zu zeichnen. Ich tue etwas anderes, was mich entspannt oder ablenkt. Das kann simple Hausarbeit sein oder ein Spaziergang.
Meist rücken die Dinge wieder ins richtige Licht, wenn man sie ein bisschen loslässt.

Illustration aus "Verhalen van de Fladdertak", Mariekes aktuelles Buchprojekt, noch nicht veröffentlicht

 

Gediminas Pranckevičius

Illustrator aus Vilnius, Litauen

Website: http://www.gedomenas.com

 


"Ich bin freiberuflicher Illustrator und lebe und arbeite in Vilnius, der Hauptstadt von Litauen. Ich illustriere Kinderbücher, Buchcover und Musikalben, arbeite für Videospiel- und Filmprojekte.



Geboren wurde ich in Panevezys, einer kleinen Stadt in Litauen. Ich denke, die Kunst und ich kamen zusammen, als ich als Kind meinen Onkel besuchte. Er besaß viele unvollendete Ölbilder. Der Geruch von Ölfarbe war immer in meiner Nase. Ich habe auch oft das Theater besucht, weil meine Großmutter dort als Platzanweiserin arbeitete. Ich erinnere mich noch an die Bilder einzelner Szenen, die dramatisch beleuchtet aus dem Dunkel auftauchten. Meine Mutter arbeitete in der Verwaltung des Orchesters und eines Maskentheaters für Kinder. Ich schätze, dieses Umfeld war der perfekte Ausgangspunkt für meine berufliche Laufbahn.

Ich war kein sonderlich guter Schüler, aber ich liebte es zu zeichnen. Folglich besuchte ich die Kunstschule und später auch die Kunstakademie in Vilnius, was mir half, mich für die Freskomalerei zu entscheiden, denn es gab dort viele Mädchen und irgendjemand musste ja den Putz anrühren

Nachdem ich meinen Abschluss gemacht hatte, arbeitete ich für ein Kino. Es war nicht so ganz das, wofür ich ausgebildet wurde - das Entwerfen von Popcorn-Werbebroschüren - also kündigte ich nach einer Weile meinen Job, um meine wirkliche Leidenschaft zu verfolgen.



Mich inspirieren die Gemälde alter Meister, digitale Kunst, das Leben, die Musik, die Stille. Wenn ich arbeite, versuche ich, meine Idee langsam zu entwickeln. Keine Eile. Währenddessen höre ich Musik, um in die richtige Stimmung zu kommen. Ich freue mich sehr, wenn der Betrachter meiner Arbeit dasselbe empfindet wie ich beim Illustrieren."


 

Evgenia Malina

Illustratorin aus Woking, England

Website: https://www.evgeniamalina.com

 


* Warum bist du Illustratorin geworden?
Ursprünglich dachte ich darüber nach, Restauratorin oder Karikaturistin zu werden, aber dann ging das mit dem Digitaldruck los und ich begann meine berufliche Laufbahn als Grafikdesignerin. Das war eine großartige Erfahrung. Ich habe viel gelernt und wunderbare Menschen kennengelernt. Aber es war nicht so recht das, was ich wollte. Ich mag es, Figuren und Emotionen zu zeichnen, und ich beobachte gerne Menschen und Tiere, wie sie sich bewegen und wie sie miteinander interagieren. Heutzutage können IllustratorInnen für jeden arbeiten, überall auf der Welt, und sie können ihre Arbeit mit nur einem Klick zu den AuftraggeberInnen schicken, was ganz fantastisch ist. Also habe ich mich entschieden, zur Illustration zu wechseln. Und hier bin ich nun und erschaffe Welten in meinem kleinen Atelier mit Blick in den Garten.

* Wie sieht so ein Arbeitstag bei dir aus?
Ich genieße das Privileg, von zu Hause aus zu arbeiten, also beginne ich meinen Arbeitstag spät, nach einer angenehmen und gemütlichen Routine, die mir hilft, in die richtige Arbeitsstimmung zu kommen. In der Regel mache ich mir am Tag vorher einen Plan. Erstaunlicherweise beinhaltet der Großteil meiner Arbeit nicht das Zeichnen. Marketing, Recherche und Promotion in den sozialen Medien beanspruchen die Hälfte der Zeit.
Ich teile mir das Atelier mit meinem Lebensgefährten. Zum Glück ist er kein Künstler und benötigt daher nicht so viel Raum wie ich es tue, mit all meinen Arbeitsmaterialien
Um die Mittagszeit gehen wir oft im nahe gelegenen Park spazieren. Ich arbeite meist bis 8:00 Uhr abends, um noch Zeit zu haben, fürs Abendessen, um einen Film zu schauen oder ein Buch zu lesen. Vor der Corona-Zeit ging ich oft zum Skizzen zeichnen. Es fühlt sich an, als sei das eine Ewigkeit her.

Illustration aus Evgenia Malinas "Foxotherapy" Kalender 2019

* Gibt es IllustratorInnen, die dich beeinflusst haben/beeinflussen?
Alle IllustratorInnen, die ich bewundere, beeinflussen mich. Ich liebe Illustrationen, die spontan aussehen und ein bisschen "kindisch". Ich lerne von den Arbeiten von Beatrice Alemagna, Quentin Blake, May Miturich, Isabelle Arsenault, Anita Jeram, Tove Jansson und vielen anderen. Ich sammle Illustrationen auf Pinterest und beschäftige mich noch eingehender mit denen, die mir am besten gefallen.

* Was war deine allererste Illustration?
Das war sehr wahrscheinlich der Comic, den ich mit 8 oder 9 Jahren gezeichnet habe.
Er handelt von meinem Großvater, wie er unsere Küchenmöbel zusammenbaute. Das hat ihn total vereinnahmt. Er sprach sehr emotional mit Schrauben und anderen Bauteilen, nahm ausdrucksstarke Posen ein und vergaß dabei, dass ich auch mit im Raum saß. Wie sich diese kleine Geschichte direkt vor mir abspielte, konnte ich mir die Gelegenheit nicht entgehen lassen, sie zu zeichnen. Die Reaktion meiner Familie war unbezahlbar. Zum ersten Mal realisierte ich, dass meine Zeichnungen Menschen zum Lachen bringen konnten, und mein Großvater lachte auch. Meine Mutter hat dieses "Meisterwerk" immer noch in ihrer Sammlung.

Evgenia Malinas "Oscar"

* Was inspiriert dich? Woher kommen die Ideen?
Ich weiß nicht, ob man es Inspiration nennen kann. Jedes neue Projekt beginnt mit Recherche: Bilder, historischer Hintergrund der Geschichte, ich spiele mit verschiedenen Techniken, wähle die Farben. Dann brauche ich oft eine Pause, um all das zu verarbeiten. Danach weiß ich meist, wie ich anfange. Manchmal sehe ich es aber auch schon von Anfang an vor mir ohne zu wissen, woher es kommt. Irgendwelche Erfahrungen aus meinem Leben, schätze ich.

* Hörst du beim Illustrieren Musik oder Hörbücher, oder soll es lieber still sein?
Das hängt vom Auftrag ab, an dem ich arbeite. Ich schreibe das hier und andere Texte in aller Stille, höre dabei nur den Vögeln zu, die vorm Fenster zwitschern. Manchmal höre ich auch neutrale Hintergrundmusik. Davon gibt es einiges auf YouTube, wie zum Beispiel auf dem Chillhop Music Kanal.

Illustration aus dem "Bear Hugs" Kalender 2018

* Hast du einen Lieblingsplatz zum Illustrieren?
Mein wichtigster Arbeitsplatz ist das Atelier. Manchmal nehme ich meinen Laptop und bewege mich an einen anderen Platz im Haus, in die Küche oder ins Wohnzimmer, einfach um Abwechslung zu haben. Es gibt im sonnigen Wohnzimmer eine große Verandatür.
Ich denke, das wird mein Lieblingsplatz für den Sommer.

* Gibt es eine Wunschgeschichte, die du gerne mal illustrieren würdest?
Etwas Unbeschwertes, Lustiges, zeitlos, freundlich und weise.

Illustration aus Evgenia Malinas Projekt, in dem sie zum Ausdruck bringt, was während der Corona Quarantäne so alles passiert.

* Gibt es eine Illustration, auf die du besonders stolz bist?
Sie sind alle meine Kinder und ich liebe jede von ihnen. Andererseits lerne ich mit jedem Auftrag, jedem Projekt dazu und ich verbessere mich. Und wenn ich auf einige meiner Bilder zurückblicke, sehe ich, was ich hätte besser machen können. Ich mag die Fuchsbande, die ich für den Foxotherapy Kalender entworfen habe, aber wenn ich sie heute anschaue, möchte ich einiges daran überarbeiten, und das werde ich wahrscheinlich auch tun.

* Wenn du gerade nicht illustrierst, was tust du dann gerne?
Ich würde sofort das Reisen nennen, aber nicht in diesen Tagen der weltweiten Quarantäne. Schmökern, beobachten, lesen. Ich lese sehr gerne Memoiren und Geschichtliches.
Ich schaue mir Interviews mit IllustratorInnen und Atelierbesuche an. Und ich mag Kochen. Das ist auch ein kreativer Prozess, wenn es nicht zur Alltagspflicht wird.

Illustration aus Evgenia Malinas "Owlasanas" Kalender 2020          Illustration aus Evgenia Malinas "Owlasanas" Kalender 2020          Illustration aus Evgenia Malinas "Owlasanas" Kalender 2020


* Was macht für dich den Beruf des Illustrators aus?
Ich habe darüber nie nachgedacht, bis ich selbst mit der Illustration begann. Illustrieren ist wie einen Film drehen, nur dass du das gesamte Filmteam in einer Person bist.
Du kümmerst dich um Casting, Kostüme, Ausstattung, Kameraperspektive, Stil, Farbgebung. Jedes Projekt ist eine andere Reise, aufregend und faszinierend. Da gibt es immer wieder Neues zu entdecken und Neues zu lernen.

* Was macht einen guten Illustrator/eine gute Illustratorin aus?
Vorstellungskraft, Neugier und Übung.

* Hast du manchmal auch einfach keine Lust zu zeichnen/zu malen? Musst du dich dann motivieren? Und wenn ja, wie machst du das? Gibt es so etwas wie eine Schreibblockade auch bei IllustratorInnen? Also so eine Kreativblockade?
Die gibt es, ja. Manchmal ist es nur Müdigkeit. Dann helfen meist Schlaf, gutes Essen und ein Spaziergang. Wenn es das nicht ist, verschwende ich einfach weiter Papier, bis irgendwann dann doch das gewünschte Bild erscheint.

Evgenia Malinas "Oscar"

 

 

Julia Nüsch

Illustratorin aus Hamburg

Website: https://julianuesch.de


Foto: Hannes Lintschnig

* Warum bist du Illustratorin geworden?
Als Kind kannte ich das Wort Illustratorin zwar nicht, aber Geschichten wollte ich immer erzählen und auch stets mit Bildern. Gezeichnet habe ich auch schon immer.

* Wie sieht so ein Arbeitstag bei dir aus?
Wenn ich einen Auftrag bekomme, bin ich anfangs sehr aufgeregt und habe so etwas wie Lampenfieber. In meinem Atelier sitze ich manchmal Tage lang vor einem leeren Blatt.
Meist kümmere ich mich dann erst einmal um meine Grafik-Aufträge und skizziere nebenbei auf allen möglichen Papierschnipseln oder auf Rückseiten von Rechnungen etc. Irgendwann traue ich mich zurück an meinen Zeichentisch, meistens kommen dann die Inspirationen von selbst. Ich habe zwei Tische, einen zum Zeichnen und für meine Wasserfarben und einen mit Blick auf den Deich für meine Computerarbeiten und aus dem Fenster träumen. Wenn ich dann so richtig drin bin, höre ich auch nicht mehr auf zu zeichnen. Oft arbeite ich bis tief in die Nacht und übernachte dann auch manchmal auf dem Sofa in meinem Atelier.

* Gibt es IllustratorInnen, die dich beeinflusst haben/beeinflussen?
Ja, sehr viele. Ich sammle schön illustrierte Bücher und liebe die Inspiration. Als Kind habe ich mir immer und immer wieder die Zeichnungen meines Vaters angesehen. Das hat mich sehr geprägt und in mir den Wunsch geweckt, eines Tages auch so schön zeichnen zu können.

* Was war deine allererste Illustration?
Als Kind habe ich gemeinsam mit meiner Schwester all unseren Hörspielkassetten neue Cover verpasst. Oft hatten wir die Originale einfach verloren. Von Bibi Blocksberg, Benjamin Blümchen, Heidi bis zu Momo und Jim Knopf war alles dabei. Im Campingurlaub an der Ostsee habe ich den Fußboden unseres Vorzeltes mit aneinandergeklebten DIN A4 Bögen ausgelegt und zeichnete eine riesige Unterwasserwelt mit unzähligen Wesen, die ich vorher ausschnitt. Jahre später haben wir noch kleine Papier-Meerjungfrauen und unzählige Ungeheuer in allen möglichen Ecken gefunden. Allerdings weiß ich nicht mehr, was zuerst war, Kassetten oder Unterwasserwelt.


Illustration aus "Der Kaufmann von Venedig" (erschienen im Kindermann Verlag, Berlin)

* Was inspiriert dich? Woher kommen die Ideen?
Das ist sehr unterschiedlich. Manchmal träume ich was Schönes, manchmal sind meine Augen so schlecht, dass ich Gesehenes falsch interpretiere und dadurch auf ganz neue Ideen komme. Wenn es um einen konkreten Auftrag geht, erzähle ich mir im Kopf immer wieder die Geschichte und wünsche mir ganz doll, dass ich einen Einfall bekomme. Irgendwann kommt er dann.

* Hast du einen persönlichen Lieblingsillustrator, eine Lieblingsillustratorin?
Oh, unzählige.

* Hörst du beim Illustrieren Musik oder Hörbücher, oder soll es lieber still sein?
Ich darf mich beim Zeichnen überhaupt nicht auf meine Arbeit konzentrieren, sonst wird das nichts. Ich muss immer halb abgelenkt und am besten tief versunken in Geschichten sein.
In meinem Atelier läuft ständig ein Hörbuch, ein Video oder eine Serie im Hintergrund.
Meist schaue ich die dann zwar nicht, aber stelle mir die Bilder beim Zuhören vor.


Illustration aus "Der Kaufmann von Venedig" (erschienen im Kindermann Verlag, Berlin)

* Hast du einen Lieblingsplatz zum Illustrieren?
Ja, meinen Zeichentisch im Atelier. Einige Bilder habe ich auch an der Ostsee gezeichnet,
als es windstill war. Das war schön, aber die Bedingungen sind zu selten so gut.


Julias Arbeitsplatz

* Gibt es eine Wunschgeschichte, die du gerne mal illustrieren würdest?
Oh ja. Eine Geschichte von Michael Ende wäre schön. Oder Pippi Langstrumpf oder ein Märchen oder, oder… Ein großer Wunsch geht gerade in Erfüllung, denn ich arbeite an Illustrationen zu einer eigenen Geschichte, die im Frühjahr 2021 erscheinen wird.
Verträumt und/oder witzig muss eine Geschichte sein. Dann bekomme ich sofort Lust, sie zu illustrieren. 

* Gibt es eine Illustration, auf die du besonders stolz bist?
Ja, meinen Panther finde ich auch selber sehr schön und denke immer: 'Habe ich das gemalt?' Den Prinzen von Marokko und den Dogen aus "Der Kaufmann von Venedig" mag ich auch.


Illustration aus "Der Panther" (erschienen im Kindermann Verlag, Berlin)

* Wenn du gerade nicht illustrierst, was tust du dann gerne?
Schlafen, wandern, reisen, baden, schwimmen und Geschichten erfinden.

* Was macht für dich den Beruf des Illustrators aus?
Das Geschichten erzählen mit Bildern, die beim Lesen vor dem inneren Auge entstehen. Diese dann aufs Papier zu bringen, ist die Herausforderung. Manchmal ergibt sich dabei auch etwas ganz Neues, das ist dann für mich selber spannend. Vielleicht ist das vergleichbar mit Töpfern. Es schält sich peu a peu eine Form heraus.
Mein Gefühl dabei ist, als würde sich die Illustration selbst erschaffen.
Ich selber habe damit gar nicht mehr viel zu tun.

* Hast du manchmal auch einfach keine Lust zu zeichnen/zu malen? Musst du dich dann motivieren? Und wenn ja, wie machst du das? Gibt es so etwas wie eine Schreibblockade auch bei IllustratorInnen? Also so eine Kreativblockade?
Ja, auf jeden Fall - und starke Blattangst, die Angst vor dem Anfangen.
Leider habe ich kein Gegenmittel dafür. Ich hoffe, das Rätsel kann ich irgendwann lösen.


Illustration aus "Der Panther" (erschienen im Kindermann Verlag, Berlin)

 

Jess McGeachin

Autor und Illustrator aus Melbourne, Australien

Website: https://drawthemoon.com

 

Jess McGeachin


* Warum bist du Illustrator geworden?
Abgesehen davon, dass ich schon immer gerne geschrieben und gezeichnet habe, habe ich auch Grafik Design an der Uni studiert. Vor ein paar Jahren erst wurde mir dann klar, dass es eine Möglichkeit gibt, jeden Tag zeichnen zu können - als Autor und Illustrator von Bilderbüchern! Meine Erfahrung als Designer ist dabei sehr hilfreich, wenn es um Bildaufbau und Text-Layout geht. Man lernt nichts umsonst.

* Wie sieht so ein Arbeitstag bei dir aus?
Ich arbeite Vollzeit, aber ich habe das Glück, hauptberuflich als Grafik Designer für ein Museum arbeiten zu können. In der Regel widme ich mich meinen Illustrationen abends oder an den Wochenenden. Ich beginne immer mit einer Liste und versuche, so viele Dinge wie möglich abzuhaken, bevor meine Hände müde werden.

* Gibt es IllustratorInnen, die dich beeinflusst haben/beeinflussen?
Viele! Ich bewundere einige der klassischen KinderbuchillustratorInnen wie
E. H. Shepard (Pu der Bär) und Judith Kerr (Ein Tiger kommt zum Tee). Und mich inspirieren fantastische zeitgenössische Illustratoren wie zum Beispiel Shaun Tan und Oliver Jeffers.

* Was war deine allererste Illustration?
Ich denke, das war sicher etwas, was ich in der Natur gezeichnet habe, eine Krabbe oder eine Muschel. Kinder sind sich oft nicht bewusst und auch nicht befangen, was sie zeichnen. Das ist etwas, was mir heute fehlt.

Illustration aus "Fly", erschienen im Penguin Random House Verlag, Australien

* Was inspiriert dich? Woher kommen die Ideen?
Die Natur inspiriert mich sehr. Ich versuche, mein Skizzenbuch so oft es geht bei mir zu haben, und ich zeichne einfach die Welt, die mich umgibt. Ich mag auch Sach- und Fachbücher sehr und arbeite oft mit ihnen.

* Hast du einen persönlichen Lieblingsillustrator, eine Lieblingsillustratorin?
Vielleicht bin ich ein wenig beeinflusst, aber eine der Künstlerinnen, die ich am meisten bewundere, ist meine Mutter. Sie hat lange als wissenschaftliche Illustratorin und Grafikerin gearbeitet und viel für Museen und Bücher gezeichnet.

* Hörst du beim Illustrieren Musik oder Hörbücher oder soll es lieber still sein?
Ich höre sehr gerne Podcasts, wenn ich zeichne, ganz besonders Kriminalgeschichten aus dem wahren Leben. Es ist schon komisch, dass ich oft an einer Kinderbuchillustration arbeite und mir dabei eine Grusel-Mordgeschichte anhöre - Ich denke aber nicht, dass das meine Kunst bisher beeinflusst hat

Illustration zu "Finn and the Stone Giant" (https://drawthemoon.com/finn)

* Hast du einen Lieblingsplatz zum Illustrieren?
Ich hab' ein kleines Studio in Melbourne mit Aussicht auf einen großen Park. Es ist ein wunderbarer Ort, um der Welt beim "Vorbeiziehen" zuzuschauen, ganz besonders den Hunden, die ihre Besitzer spazieren führen.

* Gibt es eine Wunschgeschichte, die du gerne mal illustrieren würdest?
Ich bin offen für alles. Aber ich habe eine Schwäche für Drachen…

* Gibt es eine Illustration, auf die du besonders stolz bist?
Ich habe einige Favoriten, aber da ist eine aus meinem Bilderbuch "Fly", die ich sehr mag.
Sie zeigt aus der Vogelperspektive eine große Schar fliegender Vögel und ich bin sehr glücklich über die Wirkung der Farben. Ich zeichne gerne interessante Blickwinkel und Perspektiven. Es erinnert uns daran, dass es viele verschiedene Wege gibt, die Welt zu betrachten.

Illustration aus "Fly", erschienen im Penguin Random House Verlag, Australien

* Was macht für dich den Beruf des Illustrators aus?
Mir gefällt der Gedanke, mit ein paar Bleistiftstrichen eine ganz neue Welt zu erschaffen. Menschen und Orte, die vielleicht nie existiert hätten, werden lebendig, für mich und andere - was könnte besser sein als das?

* Was macht deiner Meinung nach einen guten Illustrator/eine gute Illustratorin aus?
Ich denke, die besten IllustratorInnen erfinden sich ständig neu. Es kann bequem sein, immer wieder in ein und demselben Themenbereich zu bleiben oder mit den gleichen Materialien zu arbeiten, aber die besten KünstlerInnen, die ich kenne, versuchen immer etwas Neues, ob es funktioniert oder nicht.

* Hast du manchmal auch einfach keine Lust zu zeichnen/zu malen? Musst du dich dann motivieren? Und wenn ja, wie machst du das? Gibt es so etwas wie eine Schreibblockade auch bei IllustratorInnen? Also so eine Kreativblockade?
Es gibt definitiv eine Kreativblockade bei IllustratorInnen. Für mich ist der einzige Weg, sich da selbst wieder rauszuzeichnen - auch wenn das nur bedeutet, Kringel auf ein Blatt Papier zu kritzeln. Wenn man das lang genug tut, verwandeln die sich in etwas anderes.
Außerdem hilft mir starker Kaffee.

 

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