Mein Lampenfieber heißt Zappel
Geschrieben von Eva Weber
Mein Lampenfieber heißt Zappel.
Nicht Angst.
Nicht Nervosität.
Zappel.
Zappel ist schon da.
Natürlich.
Kurz vor dem Auftritt
stellt er sich neben mich
und sagt:
„Na. Bereit zu versagen?“
Meine Hände schwitzen.
Nicht romantisch.
Praktisch.
Falls ich ausrutsche.
Meine Knie zittern.
Als hätten sie gerade erfahren,
dass sie heute
allein verantwortlich sind.
Und mein Gehirn
hat beschlossen,
jetzt Urlaub zu machen.
Zappel flüstert:
„Was, wenn du stotterst?“
„Was, wenn du rot wirst?“
„Was, wenn jemand schaut
oder du vergisst,
wie man schaut?“
Zappel,
ich hoffe, du trittst barfuß
auf einen Legostein.
Mein Mund ist trocken. Meine Stimme unsicher. Mein Blick sucht den Notausgang.
Und trotzdem trete ich nach vorne.
Mit Zappel.
Der Chaos macht.
Und Lärm.
Und Herzklopfen.
Aber vielleicht
ist Zappel gar kein Problem.
Vielleicht ist er nur
der Beweis,
dass mir das hier wichtig ist.
Also rede ich. Nicht perfekt. Nicht ruhig. Aber ehrlich.
Ich stehe hier. Ich zittere. Ich spreche.
Und Zappel? Zappel merkt gerade: Ich habe das Mikro. Nicht er.
Zu dieser Geschichte gibt es 2 Kommentare
Einen Kommentar hinterlassenEva, dein Gedicht nimmt mich richtig mit!
Das gefällt mir sehr gut. Weiter so
