Marlin Gerken Künstler und Autor aus Deutschland
Marlin Gerken (geb. 2000) ist in Deutschland, Portugal und Österreich aufgewachsen. Heute studiert er Kulturanthropologie und Europäische Ethnologie an der Karl-Franzens-Universität Graz. Sein literarisches Debüt erschien 2020 unter dem Titel "Der weisse Poet". Darin verarbeitet er die aufwühlenden Momente eines Studenten, der zwischen Jugend und Erwachsensein am Rande des Wahnsinns steht. Trotz seiner Leidenschaft für die Kunst und Schriftstellerei studierte Marlin Gerken zunächst Kunstgeschichte und Soziologie. Schließlich wechselte er zur Kulturanthropologie, um seinem Wissensdurst und gesellschaftlichen Fragestellungen nachzugehen. Während des Studiums nutzte er aber jede freie Minute, um sich weiter ins Schreiben zu vertiefen und wird nach dem Studienabschluss im Herbst 2025 den Fokus ganz auf die Schriftstellerei legen.
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Was hat dich zu deiner Kunst gebracht?
Sobald ich einen Stift halten konnte, habe ich begonnen zu zeichnen und zu malen. Meine Mutter, die aus der Biologie das feine naturgetreue Zeichnen mitgebracht hat, hat mir in frühester Kindheit viel davon gezeigt. Mein Vater hat mich dann den Farbstiften, Acryl- und Ölfarben nähergebracht. Seit meinem 17. Lebensjahr entwickelte sich mein Stil zunehmend in Richtung des Surrealismus. Mich faszinieren mystische und fantastische Motive, die oft die Verwurzelung des Menschen in der Natur thematisieren.
Neben der Kunst ist auch das Schreiben sehr früh ein Hobby von mir geworden. Bereits mit sieben oder acht Jahren begann ich, eigene Fantasy-Geschichten zu schreiben. Als Jugendlicher habe ich dies fortgesetzt und meine Ideen auf eine bestimmte Handlung in einer fantastischen Welt fokussiert, die über die Jahre für mich deutlich an Bedeutung gewonnen hat. Mein aktuelles Buchprojekt für einen Roman hat seinen Ursprung in diesen frühen Ideen, aus denen über die Jahre eine Geschichte gewachsen ist, die im High Fantasy Genre ihren Platz finden wird. In der Zwischenzeit habe ich in der Oberstufe eine experimentelle Kurzgeschichte geschrieben und sie während des ersten Corona-Lockdowns 2020 fertiggestellt. Unter dem Titel "Der weisse Poet" wurde sie im selben Jahr veröffentlicht.
Wie hat sich für dich die Möglichkeit ergeben, an Cornelias "Artists-in-Residence-Programm" teilzunehmen?
Ich wurde vom Botaniker Jakob Nolte gefragt, ob ich teilnehmen möchte. Er ging während der Schulzeit in meine Parallelklasse. Wir besuchten unter anderem gemeinsam den Lateinunterricht und freundeten uns an. Er wurde ein guter Freund meiner Familie, mit dem stets ein herzlicher und begeisternder Austausch stattfand. Das Artist in Residence Projekt passt ausgezeichnet zu meinem künstlerischen und schriftstellerischen Schwerpunkt und meiner Liebe zur Natur.
Wie hat dir die Zeit auf Cornelias Hof in Volterra gefallen? Hast du dort Inspiration gefunden?
Für mich war die Zeit in Volterra etwas sehr Besonderes. Als Nachwuchs-Autor sehe ich darin ein großes Geschenk, nicht nur mit Gleichgesinnten in Kontakt zu treten, sondern auch mit Cornelia Funke sprechen zu können. Mit ihrem unglaublichen Erfahrungsschatz auf diesem Gebiet hat sie mir in unseren Gesprächen weitreichende Anregungen bezüglich des Schreibens gegeben und damit meinen Horizont erweitert. Der Gedankenaustausch mit ihr war für mich sehr inspirierend und hat mir neue Impulse gegeben, um mich weiter ins Schreiben zu vertiefen.
Was hast du von dort mit nach Hause genommen?
Viele neue Denkanstöße und auch eine neue Perspektive auf meine eigenen Texte beziehungsweise auf meinen Schreibstil. Und aus den Gesprächen mit den anderen auf dem Hof habe ich spannende Einblicke in den Umgang mit der Natur, insbesondere des Waldgartens bekommen, den ich schon aus Permakultur-Ansätzen kenne.