Santiago Arboleda Ocampo Musiker und Psychologe aus Pereira, Kolumbien

Santiago ist Psychologe und Musiker. Er lebt und arbeitet in Pereira, Kolumbien, wo er 1997 auch geboren wurde. Er studierte Psychologie in seiner Heimatstadt und machte seinen Master in Sozialwissenschaften in Manizales. Die Musik begleitet ihn seit seinem siebten Lebensjahr, später studierte er Musikproduktion und wurde Mitglied in vielen verschiedenen Ensembles. Santiago komponiert, produziert und singt. 2023 nahm er teil an Cornelias Artist in Residence Programm.

Das Interview mit Santiago haben wir 2023 geführt.

Zur Website

Was hat dich zur Kunst gebracht?

Meine Mutter hat mich schon als Kind dazu ermutigt, Musikunterricht zu nehmen. So begeisterte ich mich über die Jahre für alle Arten von Instrumenten und für alle Arten von Musik: Lateinamerikanische, Rock, Pop, Folk, und alles dazwischen. Ohne es zu merken wurde die Musik für mich Ausdrucksmittel von Emotion, Liebe und Spiritualität. Sie ermöglichte mir, Gefühle auszudrücken, für die es keine Worte gab. Und auch in Zeiten, in denen ich mich nach Gesellschaft sehnte, half die Musik. Ich spielte in Bands, sang im Chor und lernte die Menschen kennen, die ich am meisten liebe. Heute bin ich Mitglied in mehreren Chören, ich komponiere und produziere, und die meiste Zeit singe ich oder klopfe mit meinen Fingern einen Rhythmus. Die Musik übt auf mich eine magnetische Kraft aus, und ich bin am glücklichsten, wenn ich sie um mich habe.

Ad Libitum Chor 2022 - Vorsingen bei einem Musikwettbewerb

Ad Libitum Chor 2022 - Vorsingen bei einem Musikwettbewerb

Wie hat sich für dich die Möglichkeit ergeben, an Cornelias "Artists-in-Residence-Programm" teilzunehmen?

Im Rahmen des kolumbianischen Events LIJPE, einem wundervollen Literaturfestival, das hier in Pereira organisiert wurde, nahm ich an einer virtuellen Konferenz mit Adolfo Cordova teil, der zu der Zeit als Artist in Residence auf Cornelias Farm in Malibu wohnte.

Cornelia grüßte alle Teilnehmer*innen und dann verblüffte sie uns alle mit ihrem großherzigen Angebot, wie Adolfo eine Zeit als Artist in Residence bei ihr zu verbingen. Wir sollten einen künstlerischen Beitrag zu Adolfos Buch “El dragón blanco y otros personajes olvidados” einreichen und Cornelia würde die Person einladen, deren Beitrag Adolfo und ihr am besten gefällt.

Ich beteiligte mich mit einer Komposition zu einer Geschichte aus Adolfos Buch: “La hermosa niña de pelo turquesa”. In der Geschichte geht es um ein Mädchen, die auch eine Fee ist. Sie tanzt um eine Armee herum und verwandelt die Krieger in einen Wald. Ich habe versucht, die beiden Themen zu verbinden: mit Marschtrommeln und Streichern, die ich mit einer zarten und kristallenen Melodie kontrastierte. Und es hat ihnen gefallen! Ich wurde zusammen mit acht weiteren Künstler*innen eingeladen, und es war eine wunderschöne Zeit.

Santiagos "Happy Place"

Santiagos "Happy Place"

Ad Libitum Chor 2021- nach einer Vorstellung

Ad Libitum Chor 2021- nach einer Vorstellung

Wie hat dir die Zeit auf Cornelias Hof in Volterra gefallen? Hast du dort Inspiration gefunden?

Allerdings! Vor allem hat es mir ermöglicht, mal langsamer zu machen und mich zu erholen. So konnte ich wieder besser zuhören, um besser zu komponieren. Man könnte über jeden Winkel und jede Person in Fraggina etwas singen oder schreiben, aber ein ruhiger Geist ist wichtig, um das alles in sich aufzunehmen. In den ersten Tagen dort sorgte ich mich, dass ich nicht fähig sein würde, etwas Gutes zu entwickeln, aber mit der Zeit kamen die Ideen. Es half sehr, dass mich alle dort so unterstützten und so offen waren für Gespräche.

In Fraggina machte Santiago die Bekanntschaft mit einer wunderschönen Gitarre

In Fraggina machte Santiago die Bekanntschaft mit einer wunderschönen Gitarre

Was hast du von dort mit nach Hause genommen?

Abgesehen von ein paar seltsamen Steinen, die ich am Wegrand fand, brachte ich mehr Energie mit zurück, um Musik zu machen und mich auf andere Kunstbegeisterte einzulassen. Und neue Ideen für Songs, an denen ich gerade arbeite. Außerdem, wie ich erwähnte, das Innehalten. Und natürlich wundervolle Erinnerungen an meine Zeit in Fraggina und Italien.