Jane Goodalls Schützlinge
Am 1. Oktober 2025 hat die Welt einen sehr beeindruckenden Menschen verloren. Dr. Jane Goodall ist gestorben. Sie wurde 91 Jahre alt. Ihr ganzes Leben hat sie sich für ein besseres, ein respektvolleres Miteinander von Mensch, Tier und Natur eingesetzt. Deshalb haben wir unseren Adventskalender 2025 Dr Jane Goodall gewidmet.
Cornelia hat Jane Goodall und deren Arbeit immer sehr bewundert. Das Bild oben rechts zeigt ein Foto, das Cornelia an ihrem Arbeitsplatz hängen hat, weil sie es so liebt: Jane mit einem Schimpansen aus ihrer Langzeitstudie in Tansania, das Janes späterer Ehemann Hugo von Lawick für das National Geographic Magazin gemacht hatte.
Im zweiten Band von Cornelias Drachenreiter-Serie, "Die Feder eines Greifs", leitet Barnabas Wiesengrund mit Unterstützung anderer Wissenschaftler die Organisation FREEFAB, um bedrohte fabelhafte Tiere zu schützen. Unter den Wissenschaftlern findet sich auch Jane Gridall, die einen wissenschaftlichen und respektvollen Zugang zu den magischen Kreaturen sucht, anstatt sie zu jagen oder auszubeuten. Man muss kein Genie sein, um zu erkennen, dass Jane Gridall Cornelias Hommage an Jane Goodall ist.
Weltweit führen die Jane Goodall Institute das Lebenswerk der Primatologin fort. Ganz besonders am Herzen lagen Jane seit ihrer ersten Reise nach Afrika stets die Schimpansen. Das Jane Goodall Institut Deutschland hat uns für unseren Adventskalender 2025 24 Bilder und Geschichten zur Verfügung gestellt. Und weil es dadurch ein ganz besonderer Kalender geworden ist, soll er hier in unseren Geschichten für euch immer präsent bleiben.
Afrika
Afrika, die energiegeladene Schimpansin, wurde als Kind in einem kleinen Käfig gehalten und bekam nur Bananen und Popcorn zu essen. Seit ihrer Rettung im Jahr 2008 lebt sie auf Ngamba Island. Trotz mehrerer Versuche, ihren Rang in der Gruppe zu verbessern, hat Afrika ihren niedrigen Status behalten. Doch ihre sanfte Art macht sie bei den jüngeren Schimpansen sehr beliebt. Außerdem ist sie eine liebevolle und aufmerksame Mutter für ihren Sohn Eazy.
Die Ngamba-Schutzstation bietet einen weitläufigen Wald, den Afrika besonders gerne erkundet. Während die meisten Schimpansen zum Schlafen in die Unterkunft zurückkehren, zieht Afrika es vor, unter freiem Himmel zu schlafen. Mit großer Konzentration und Leidenschaft baut sie jeden Abend ihr Schlafnest.
Übrigens: Schimpansenschlafnester sind sauberer als unsere Betten – denn sie werden jeden Abend frisch gemacht.
Wounda
Wounda wurde in die Tchimpounga-Schutzstation gebracht, nachdem sie Opfer des illegalen Wildtierhandels geworden war. In kritischem Zustand, stark abgemagert und kaum noch in der Lage, sich zu bewegen, schien ihre Zukunft aussichtslos.
Dank der sofortigen und liebevollen Betreuung des Teams – einschließlich der vermutlich ersten Schimpansen-Bluttransfusion Afrikas durch Dr. Rebeca Atencia – begann Wounda langsam zu genesen. Rund um die Uhr wurde sie gepflegt und umsorgt, bis es Schritt für Schritt bergauf ging.
Wie durch ein Wunder erholte sich Wounda (ihr Name bedeutet „dem Tod nahe“) vollständig. Und als wäre das nicht schon erstaunlich genug, entwickelte sich die einst todkranke Schimpansin zur ranghöchsten und beliebtesten ihrer Gruppe.
Im Beisein von Dr. Jane Goodall wurde Wounda schließlich auf eine der drei Schutzinseln von Tchimpounga freigelassen – ein bewegender Moment, der in unvergesslichen Bildern festgehalten wurde.
Heute nutzt Wounda ihre zweite Chance im Leben in vollen Zügen. Sie ist nicht nur stark und frei, sondern auch Mutter eines Schimpansenmädchens namens Hope – ein Name, der ihre Geschichte perfekt widerspiegelt.
YouTube: Schimpansin Wounda — Begegnung mit Dr. Jane Goodall
Vienna
Vienna verlor seine Mutter, als er kaum ein Jahr alt war. Wenn Wilderer ein Schimpansenkind fangen, bedeutet das oft den Tod vieler seiner Freunde und Verwandten – denn Schimpansen setzen alles daran, ihre Kinder zu beschützen.
In der Tchimpounga-Schutzstation wurde die Pflegerin Antoinette zu seiner menschlichen Ersatzmutter. Tag und Nacht hielt sie ihn bei sich, gab ihm Nähe und Geborgenheit. Denn wie Menschenkinder brauchen auch Schimpansen rund um die Uhr Liebe, Fürsorge und Pflege.
Mit der Zeit legte Vienna seine Angst ab, begann zu spielen und fand Anschluss in der Schimpansen-Kindergruppe.
Heute ist Vienna ein selbstbewusster, fürsorglicher junger Schimpanse. Oft zeigt er seine liebevolle Seite, tröstet schwächere Kinder beim Spielen und beschützt sie. Mit seiner neu gewonnenen Stärke hilft er Neuankömmlingen, sich in der Schutzstation einzuleben – und gibt weiter, was er selbst erfahren durfte: Liebe, Schutz und Fürsorge.
Rambo
Rambo wurde 2006 als etwa vierjähriges Schimpansenkind im Nordwesten Ugandas gerettet. Seitdem lebt er auf Ngamba Island und hat sich dort zu einem stattlichen, kräftigen Schimpansenmann entwickelt. Konflikten geht er nur selten aus dem Weg – besonders dann nicht, wenn es darum geht, seinen Rang in der Gruppe zu behaupten.
Schimpansen können aufgrund ihrer komplexen sozialen Strukturen nur schwer ausgewildert werden. Hinzu kommt, dass es oft an sicheren, nahrungsreichen Lebensräumen fehlt, in denen gerettete Tiere neu angesiedelt werden könnten.
So lebt Rambo nun seit 19 Jahren in der Schutzstation – 19 Jahre voller Fürsorge, Betreuung, Nahrung und Schutz.
Kudia
Kudias Reise begann auf den Bahngleisen der Hafenstadt Pointe Noire in der Republik Kongo, wo sie illegal verkauft werden sollte. 2006 kam sie in die Tchimpounga-Schutzstation – schwach, verängstigt und mit einem tief in die Haut eingeschnittenen Seil. Ausgehungert und verletzt erhielt sie medizinische Versorgung und liebevolle Pflege durch ihre menschliche Adoptivmutter Antoinette. Schritt für Schritt erholte sie sich. Ihr Name bedeutet „essen“, denn gleich zu Beginn stürzte sie sich hungrig auf die Früchte, die ihr angeboten wurden.
Anders als viele denken, gehören Bananen kaum zum Speiseplan freilebender Schimpansen. Sie sind Allesfresser und ernähren sich hauptsächlich von Früchten, Blättern – und gelegentlich sogar Fleisch. In der Schutzstation wird auf eine abwechslungsreiche Ernährung geachtet, und besonders beliebt ist der abendliche Haferbrei.
Heute lebt Kudia als selbstbewusste und gesellige Schimpansin auf einer der Inseln der Schutzstation ein fast-freies Leben. Sie klettert, spielt und genießt ihre Lieblingsfrüchte – Mango und Papaya – in Gesellschaft ihrer Freunde Wounda und Hope.
Patricia
Patricia, ein sanftmütiges Schimpansenkind, wurde im Januar 2024 gerettet und in die Tchimpounga-Schutzstation gebracht. Ihre Mutter fiel vermutlich Wilderern zum Opfer, wodurch Patricia allein und schutzlos zurückblieb.
Bei ihrer Ankunft wog sie gerade einmal 4,8 Kilogramm, zeigte jedoch keine gravierenden körperlichen oder psychischen Schäden. Dank der liebevollen Pflege des Teams gewann Patricia schnell Vertrauen und begann neugierig, ihre neue Umgebung zu erkunden.
Ein entscheidender Wendepunkt war ihre Eingliederung in die Krippengruppe. Dort schloss sie Freundschaften mit anderen Schimpansenkindern – Bindungen, die ihr Schutz, Trost und ein Gefühl der Zugehörigkeit gaben. Genau wie wir Menschen leben auch Schimpansen in komplexen sozialen Gefügen. Einsamkeit macht sie unglücklich, denn soziale Nähe ist für ihr Wohlbefinden unverzichtbar.
Anzac
Anzac verlor durch Wilderer einen Teil ihres linken Arms und kam als Kleinkind in die Tchimpounga-Schutzstation. Trotz dieses schweren Starts zeigte sie von Anfang an Mut und Lebensfreude.
Mit liebevoller Fürsorge und viel Geduld lernte Anzac, auch mit nur einem Arm in der Kindergruppe mitzuhalten und sich in der natürlichen Umgebung zurechtzufinden. Schon bald ließ sie sich von ihrem Handicap nicht mehr bremsen – sie entwickelte sich zu einer lebhaften, selbstständigen Schimpansin.
Anzac ist ein lebender Beweis für das, was Dr. Jane Goodall immer wieder betont: „Die Natur besitzt eine erstaunliche Fähigkeit zur Regeneration – wenn wir ihr Raum und Zeit lassen.“
Heute lebt Anzac ein fast-freies Leben auf einer der Schutzinseln der Tchimpounga-Schutzstation. Dort klettert sie von Baum zu Baum, spielt mit ihren Freunden und genießt ihr Leben in vollen Zügen.
Nani
Nani kam 2002 im Alter von etwa einem Jahr nach Ngamba Island. Mit ihrer vorsichtigen, zurückhaltenden Art meidet sie Konflikte lieber. Bei der Fütterung zeigt Nani jedoch einen ausgeprägten Sinn für Fairness: Sie wartet geduldig auf ihren Moment, setzt sich aber mit klugem Geschick durch, wenn es darum geht, ihren gerechten Anteil zu bekommen.
Darüber hinaus ist Nani eine wahre Meisterin im Gebrauch von Werkzeugen. Immer wieder beweist sie ihr Können, wenn Leckerbissen an schwer erreichbare Stellen fallen. Mit einem Stock probiert sie geduldig so lange, bis sie einen Weg zum Erfolg findet.
Die Fähigkeit, Werkzeuge zu nutzen und herzustellen, wurde bei Schimpansen erstmals von Dr. Jane Goodall beobachtet – eine Entdeckung, die die Wissenschaft revolutionierte. Bis dahin galt diese Fähigkeit als rein menschlich. Heute wissen wir: Viele Tiere nutzen Werkzeuge, und die klare Grenze zwischen Mensch und Tier verschwimmt immer mehr.
Perrine
Im Dezember 2019 wurde Perrine in letzter Sekunde vor dem illegalen Wildtierhandel gerettet. Mit weniger als 2 Kilogramm Körpergewicht, Fieber, gelähmten Gliedern und Unterkühlung war ihr Überleben ungewiss.
Dank der liebevollen, rund-um-die-Uhr-Betreuung durch das Tierärzte- und Pflegeteam der Tchimpounga-Schutzstation erholte sie sich langsam – und nach drei Monaten war sie wieder vollständig gesund.
Anschließend lernte Perrine, in einer Schimpansengemeinschaft zu leben. Sie wurde in die Kindergartengruppe integriert und entwickelte eine besondere Freundschaft zu Zeze.
Wie auch bei uns Menschen sind Freundschaften für Schimpansen von großer Bedeutung. Sie stärken diese Bindungen durch ausgiebiges „Groomen“ – die soziale Fellpflege. Dabei durchsucht ein Schimpanse das Fell eines anderen, entfernt Schmutz, Hautschuppen oder Parasiten oder streicht einfach sanft darüber.
Bis heute sind Perrine und Zeze unzertrennlich. Gemeinsam gedeihen sie in der Sicherheit der Schutzstation, spielen mit ihren Freunden und erkunden neugierig die Welt.
Lemba
Als Lemba in die Tchimpounga-Schutzstation kam, war sie noch ein Baby – unterernährt und durch einen Parasitenbefall stark geschwächt. Ende 2010 erkrankte sie trotz Schutzimpfung zusätzlich an Polio und wurde fast vollständig gelähmt.
Dank jahrelanger intensiver Therapie durch das engagierte Team der Schutzstation kann Lemba heute beide Arme wieder teilweise bewegen. Ihre Hinterbeine bleiben jedoch dauerhaft gelähmt.
Doch dieses Handicap hat Lemba nicht aufgehalten: Sie hat sich prächtig entwickelt und beeindruckt mit ihrer Kraft und ihrem Einfallsreichtum. Mit ihren muskulösen Armen steht sie anderen Schimpansen beim Klettern in nichts nach – im Gegenteil!
Lemba ist sogar ein kleiner „Star“ in der arte-Dokumentation „Schimpansen im Kongo mit Jane Goodall“.
Mouyondzi
Als Mouyondzi in der Tchimpounga-Schutzstation ankam, war sie schwach und krank – geplagt von Parasiten, Verdauungsproblemen und Haarausfall. Doch ihr Lebenswille blieb stark. Unter der liebevollen Betreuung des Veterinärteams und ihrer menschlichen Ersatzmutter Patricia begann sie sich zu erholen: Ihr Bauch normalisierte sich, ihr Fell wuchs nach, und ihre Energie kehrte zurück.
Heute ist Mouyondzi neugierig, mutig und eine natürliche Anführerin. Sie liebt Äpfel, Bananen und ihre warme Milchflasche. Aus dem kranken, schwachen Schimpansenbaby ist ein lebhafter, glücklicher Jungspund geworden, der – wie alle Kinder – am liebsten Zeit mit seinen Freunden verbringt.
Am meisten genießt sie die täglichen Ausflüge der Kindergartengruppe in das nahegelegene Waldgebiet. Dort lernen die jungen Schimpansen gemeinsam die Fähigkeiten, die sie für ein Leben in der Wildnis brauchen – immer unter den fürsorglichen Augen ihrer Pfleger*innen.
Mawa
Mawa lebt seit 1999 auf Ngamba Island und hat sich dort zu einem echten Ausbrecher-König entwickelt. Sein enger Freund Asega ist immer mit von der Partie. Die beiden teilen nicht nur ihr Talent zum Ausbüxen, sondern zeigen auch eine wilde Seite: Sie brüllen laut und werfen gelegentlich Steine auf benachbarte Schimpansengruppen.
So liebevoll Schimpansen sein können, so aggressiv und aufbrausend zeigen sie sich manchmal. Dr. Jane Goodall dokumentierte dieses Verhalten bereits in den 1970er-Jahren während ihrer Studien in Gombe, als sie bei Schimpansen ein beinahe kriegsähnliches Verhalten beobachtete.
Um das Team der Schutzstation und die anderen Schimpansen zu schützen, haben die beiden Ausbrecherkönige nun eine neue, speziell gesicherte Anlage erhalten. Dort können sie ihren Alltag unter Palmen genießen – und werden gleichzeitig mit abwechslungsreichen Beschäftigungen gefördert.
Zeze
Zeze kam im Alter von vier Jahren nach seiner Rettung aus dem illegalen Wildtierhandel in die Tchimpounga-Schutzstation. Nach einem brutalen Machetenangriff hatte er sein rechtes Auge verloren und war unterernährt, traumatisiert und verängstigt.
Einer der Gründe, warum Schimpansen und andere Wildtiere gefangen genommen werden, ist die Nachfrage nach „exotischen Haustieren“. Fotos und Videos in sozialen Medien, die vermeintlich „süß“ wirken sollen, fördern diesen grausamen Handel zusätzlich. So werden immer mehr Tiere ihrer natürlichen Umgebung entrissen und falsch gehalten. Das lässt sich verhindern: Teilt und liked keine Darstellungen von Wildtieren in menschlicher Obhut – unterstützt stattdessen Bilder aus ihrem natürlichen Lebensraum.
Zeze hat es geschafft: Er gewann sein Vertrauen zurück und fand das, was er am meisten brauchte – eine neue Schimpansenfamilie. Besonders Perrine wurde seine unzertrennliche Freundin. Nach und nach schloss Zeze weitere Freundschaften und integrierte sich in die Kindergruppe.
Heute ist Zeze kontaktfreudig, energiegeladen und furchtlos. Trotz des Verlusts seines Auges kommt er hervorragend zurecht – und ist für viele Neuankömmlinge der große, beschützende Bruder.
Willy
Willy wurde in der zentralen Region des Kongo gerettet und in die Tchimpounga-Schutzstation gebracht. Bei seiner Ankunft war er körperlich gesund, aber sehr schüchtern und misstrauisch gegenüber Menschen. Dank der Geduld und Erfahrung des Teams fasste er schnell Vertrauen und gewöhnte sich ein.
In der damaligen Kindergartengruppe blühte der kleine Willy auf und schloss enge Freundschaften – unter anderem mit Jeje und Anzac. Mit der Zeit entwickelte er sich zu einem charismatischen Mitglied seiner Gruppe.
Silver
Silver wurde auf Ngamba Island geboren und gehört zu den jüngsten Schimpansenkindern der Schutzstation. Unter der behütenden Obhut seiner Mutter Cindy meistert er alltägliche Herausforderungen mit wachsender Sicherheit.
Dank der bahnbrechenden Arbeit von Dr. Jane Goodall wissen wir heute, dass Schimpansen entscheidende Lebensfertigkeiten von ihren Müttern lernen – darunter auch die Fähigkeit, emotionale Signale wahrzunehmen. Goodall beobachtete, wie Schimpansen sich umarmten, um einander in der Trauer zu trösten, und dokumentierte sogar die Adoption verwaister Jungtiere durch andere Gruppenmitglieder.
Cindy macht ihre Sache großartig: Silver zeigt ein starkes Interesse an seiner Umgebung, untersucht neugierig Gegenstände und verwendet zahlreiche soziale Signale wie Begrüßungslaute.
Diese Fähigkeiten sind entscheidend für seine Integration in die Gruppe – ein zentraler Faktor für das Wohlbefinden und die soziale Entwicklung von Schimpansen.
Tumbo
Tumbo kam im Oktober 1998 nach Ngamba Island, nachdem er am Flughafen Entebbe in Uganda gerettet worden war. Er war krank und hatte einen stark aufgeblähten Bauch – daher sein Name „Tumbo“, was auf Swahili „Bauch“ bedeutet. Sein silbernes Gesichtshaar und sein ruhiges, sanftes Wesen brachten ihm den Spitznamen „Der Diplomat“ ein.
Tumbo ist bekannt für seine große Liebe zum Essen, besonders zu Papaya. Abseits der Mahlzeiten genießt er entspannte „Grooming-Sessions“ (soziale Fellpflege) – wobei er es eindeutig bevorzugt, selbst gepflegt zu werden, statt andere zu pflegen!
Damit Schimpansen nicht wie Tumbo zum Verkauf an einem Flughafen enden, arbeiten alle Schutzstationen der Jane Goodall Institute daran, die lokale Bevölkerung über die Bedrohungen für Schimpansen und die Bedeutung ihres Schutzes aufzuklären.
Jeje
Jeje kam 2012 als winziger, verängstigter Säugling in die Tchimpounga-Schutzstation, nachdem er als illegales Haustier gehalten worden war. Anfangs misstraute er Menschen zutiefst und verteidigte sich heftig – doch mit Geduld und liebevoller Fürsorge gewann er Vertrauen.
Seine Heilung machte große Fortschritte, als er in der damaligen Kindergartengruppe Freundschaften mit gleichaltrigen Schimpansen wie Anzac und Zola schloss.
Heute lebt Jeje auf einer der Inseln der Tchimpounga-Schutzstation. Aus dem schüchternen Schimpansenkind ist ein starker, selbstbewusster junger Schimpanse geworden, der mit wilden Stunts durch die Baumkronen tobt.
Das Team ist überzeugt: Eines Tages könnte Jeje der Alpha-Mann seiner Gruppe werden.
Becky
Becky kam 1998 auf Ngamba Island, nachdem sie als Schimpansenkind aus ihrer Familie gerissen und als Haustier verkauft worden war.
In der Schutzstation änderte sich ihr Leben grundlegend. Dort entstand eine bis heute andauernde Freundschaft mit der Schimpansin Sally. Sally war Beckys Stütze in den ersten schwierigen Tagen, als Becky unter Angstattacken litt – sie beruhigte und tröstete sie.
Die beiden Schimpansendamen sind seither unzertrennlich. Gemeinsam kümmern sie sich liebevoll um die jüngeren Schimpansen und gehören stets zum „Willkommenskomittee“ für Neuankömmlinge.
Schon lange vor ihrer Forschung mit Schimpansen erkannte Dr. Jane Goodall, dass wir Menschen nicht die einzigen Lebewesen mit Verstand, Persönlichkeit und Gefühlen sind. Ihr erster Hund Rusty zeigte ihr diese Eigenschaften jeden Tag aufs Neue.
Bolly
Bolly wurde 2021 geboren und ist damit noch ein echtes Schimpansenkind. Seine Mama Becky passt gut auf ihn auf, denn Bolly ist sehr verspielt und muss erst lernen, sich zu behaupten. Am liebsten klettert er auf Sträucher oder rollt sich ausgelassen auf dem Boden herum.
Bolly kennt nur das Leben in der Schutzstation, denn er wurde dort geboren. Und er liebt es! Hier leben auch seine Freunde Tamtam, Themba und Silver, mit denen er gerne herumtollt. Doch beim Futter hört die Freundschaft manchmal auf – die drei kämpfen gerne um die besten Happen.
In der Schutzstation bekommen die Schimpansen vier Mahlzeiten am Tag. Neben lokalem Gemüse und Obst lieben sie besonders Posho – einen festen Getreidebrei, der bei allen Schimpansen heiß begehrt ist.
Ada
Ada lebt noch nicht lange in der Tchimpounga-Schutzstation. Sie kam im Februar 2024 an, nachdem ihre Mutter von einem Auto erfasst wurde.
Autounfälle mit Schimpansen werden leider immer häufiger. Der Grund dafür liegt vor allem im fortschreitenden Verlust ihrer natürlichen Lebensräume. Wälder werden gerodet, Siedlungen und Straßen breiten sich aus.
Trotz ihres jungen Alters und der schweren Erfahrungen besitzt Ada einen starken Lebenswillen. Dank der liebevollen Fürsorge ihrer menschlichen Ersatzmutter Chantal lernt sie, sich sicher, geliebt und frei zu fühlen.
Heute verbringt Ada ihre Tage mit ihren besten Freunden Djambala und Mouyondzi, spielt im Gras und erkundet neugierig die Welt. Sie liebt Mangos, kuschelt gerne mit ihren Freunden und macht jeden Tag kleine, mutige Schritte in Richtung Unabhängigkeit.
Kefan
Vor fast 20 Jahren wurde Kefan aus den schlechten Bedingungen eines Zoos in Brazzaville, der Hauptstadt der Republik Kongo, gerettet.
Er war einer der ersten Bewohner der Schutzinseln der Tchimpounga-Schutzstation — und blühte dort richtig auf: Kefan spielt gerne mit anderen Schimpansen, pflegt ihr Fell und erweist sich als echter Streitschlichter. Diese Eigenschaften halfen ihm, zum Alpha-Mann seiner Gruppe aufzusteigen.
Die soziale Struktur bei Schimpansen ist komplex und stark hierarchisch — geprägt von engen Bindungen, Allianzen und klaren Rangordnungen.
Kefan ist edel und gutmütig. Auf der Insel wird er tief respektiert, denn er führt seine Schimpansenfamilie in ein zweites Leben voller Hoffnung.
Tamtam
Tamtam wurde auf Ngamba Island geboren und entwickelt sich prächtig – trotz der Tatsache, dass ihre Mutter Natasha nicht besonders fürsorglich ist. Für andere Schimpansenkinder wäre das eine große Herausforderung, doch Tamtam beweist von Anfang an, wie klug und unabhängig sie ist.
Sie ist eine echte Draufgängerin, immer von Freunden umgeben und eine wahre Klettermeisterin.
In den Schutzstationen wird Geburtenkontrolle durchgeführt, damit Plätze für Schimpansen in Not frei bleiben. Dennoch kommt es — wie bei uns Menschen — manchmal zu ungeplanten Schwangerschaften. Die Freude über Tamtam und alle in den Schutzstationen geborenen Babys ist für das Team jedes Mal aufs Neue etwas ganz Besonderes.
Kevin
Im September 2023 machten Kevins Schreie auf ihn aufmerksam. Er wurde aus einem Haus im Nordkongo gerettet und in die Tchimpounga-Schutzstation gebracht. Bei seiner Ankunft wog er nur etwa 2,8 Kilogramm, zeigte jedoch keine Anzeichen psychischer Traumata – ein Beweis für seine angeborene Stärke.
Unter der liebevollen Obhut der anderen Schimpansenkinder fand Kevin schnell Anschluss in der Kindergruppe, besonders mit der gleichaltrigen Patricia. Er zeigte sein verspieltes, geselliges Wesen und fand Schutz und Trost bei Perrine, seiner ausgewählten Schimpansen-Ersatzmutter.
Ein Schimpansenkind wie Kevin war es, das Dr. Jane Goodall dazu bewegte, eine Schutzstation für verwaiste Schimpansen zu gründen. 1990 entdeckte sie auf einem Markt in der Demokratischen Republik Kongo ein angekettetes Schimpansenbaby. Dieser tragische Anblick veranlasste Jane Goodall, dem kleinen Waisen zu helfen – und führte zur Gründung der Tchimpounga-Schutzstation.
Mr H
Kennst du schon Mr. H? Über dreißig Jahre begleitete dieser kleine Gefährte Jane Goodall auf ihren Reisen und kleinen und großen Abenteuern.
Mr. H trägt eine besondere Geschichte: Er wurde Jane von Gary Haun geschenkt, einem Mann, der mit 21 Jahren sein Augenlicht verlor. Trotz dieses Schicksalsschlags verfolgte Gary einen ungewöhnlichen Traum – er wollte Zauberer werden.
Und er hat es geschafft! Heute ist Gary ein erfolgreicher Magier, dessen Vorführungen so perfekt sind, dass niemand bemerkt, dass er blind ist.
Jane war von Garys Geschichte zutiefst inspiriert. Deshalb durfte Mr. H sie immer begleiten, als Symbol für den unbeugsamen menschlichen Geist — einen ihrer vier Hauptgründe für Hoffnung.

























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