Laureen Laser Filmemacherin aus Münster/Offenbach

Laureen ist 1997 in Münster, Westfalen geboren und aufgewachsen. Dort hat sie eine Ausbildung zur Veranstaltungskauffrau im Theater gemacht und nebenbei selbst an Theater- und Filmprojekten gearbeitet. Heute studiert sie Kunst in Offenbach am Main und ist Filmemacherin.

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Artists in Residence: Julia Sophie Plath und Laureen Laser

Artists in Residence: Julia Sophie Plath und Laureen Laser

Was hat dich zur Kunst / zu deiner Arbeit gebracht?

Die Frage finde ich gar nicht so leicht zu beantworten, es sind bestimmt viele verschiedene Erfahrungen, die mich zur Kunst gebracht haben. Meine Eltern sind beruflich keine Künstler*innen, haben mich aber immer ermutigt, meine Kreativität auszuleben und mich ernst genommen – das Glück haben viele nicht. Schon früh habe ich eine MiniDV Kamera in die Hand gedrückt bekommen, habe stundenlang gezeichnet und Theater gespielt. Es war mir immer ein Bedürfnis, meine Sicht auf die Welt auf poetische Weise mit anderen zu teilen. So lerne ich viele Menschen kennen, die das berührt und das selbst auch tun. Das ist wahrscheinlich, was mich dazu gebracht hat und mich weiter machen lässt: die Verbindungen, die durch Kunst entstehen können, die ich als unendlich wertvoll empfinde. Und die Dinge, die ich im kreativen Prozess immer wieder über andere, die Welt und mich selbst lerne.

Wie hat sich für dich die Möglichkeit ergeben, an Cornelias Artist in Residence Projekt teilzunehmen?

Ich habe Cornelia einen Brief geschrieben, kannte ihre Adresse aber nicht. Als ich auf dem Weg zu einem Onkel in Italien war, habe ich einen Umweg über Volterra gemacht und in der Stadt herum gefragt, ob jemand ihr den Brief übergeben könne. Cornelia hat zu dem Zeitpunkt noch nicht lange dort gelebt und ich habe niemanden gefunden, der sie kannte. Ein Koch in einem Restaurant hat gedacht, ich suche einen bestimmten Pilz („Cornelia Funghi?!“). Nach einigen Wirrungen ist der Brief doch noch im richtigen Briefkasten gelandet und Cornelia hat mich eingeladen. Ist das zu glauben? Ich tue das manchmal immer noch nicht.

Wie hat dir die Zeit auf Cornelias Hof in Volterra gefallen? Hast du dort Inspiration gefunden?

Diese Frage ist dafür sehr leicht zu beantworten. Der Hof hat mich elektrisiert: das Licht, die Gerüche, die Tiere, die Pflanzen, die Gespräche mit den anderen – das alles hat mich fast schlaflos werden lassen, weil ich jeden Moment ganz aufnehmen wollte. Die Bilder und Geschichten sind mir nur so zugeflogen, etwas, das nur selten auf die Art passiert. Alles schien auf einmal ganz leicht und zugleich bedeutsam zu sein. Fast, als wäre ich selbst in einer von Cornelias Geschichten gelandet. Und das war ja auch so — Geschichten schreiben sich schließlich nicht nur durch Worte.

storyboard sediment "on the seafloor"

storyboard sediment "on the seafloor"

Was hast du von dort mit nach Hause genommen?

Eine belichtete Filmrolle, Tonaufnahmen (vor allem lautes Grillenzirpen), mit Pflanzen bedruckte Stoffe, eine Flasche Rotwein, neue Freund*innenschaften, neues Selbstvertrauen, eine Ahnung davon, dass irgendwie alles möglich ist und die Gewissheit, bald wiederzukommen und das löst jedes mal ein warmes Glücksgefühl aus.

"sediment on the seafloor"