Gina Stephan Animatorin und Autorenfilmerin aus Berlin

Die gebürtige Berlinerin Gina ist Animatorin und Autorenfilmerin mit einer Vorliebe für Zeichentrick und Animadok. In ihren Filmen setzt sie sich unter anderem mit Themen wie der Visualität von Träumen und dem Prozess des Loslassens auseinander. Gina hat einen BA in Film und Motion Design und studiert Animation seit 2020 an der Filmakademie Baden-Württemberg. Ihre Passion lässt sich jedoch auch in anderen Bereichen wie der Illustration, Fotografie und dem Modellieren wiederfinden.

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Was hat dich zu deiner Kunst gebracht?

Seit ich mich erinnern kann, habe ich gerne gemalt und gestaltet. Bei regelmäßigen Bastel-Aktionen im Kindergarten, in Kinder-Kunstkursen und durch das künstlerische Fachwissen meines Vaters kam ich in Kontakt mit der Kunst. Die Faszination für den Animationsfilm hat sich nach und nach entwickelt. Wie Cornelia meint: Man bekommt immer mehrere Hinweise im Leben, die wie kleine Bächlein zusammen fließen und einen Fluss bilden, der einen mitreißen kann und in die richtige Richtung treibt, sofern man es zulässt. Eines dieser Bächlein in Richtung Animation war für mich das Kinderfernsehen. Immer und immer wieder habe ich meine Lieblingsserien und -filme angeschaut. Das waren überwiegend animierte Geschichten, mit aufwändiger, liebevoll gestalteter 2D Animation und Bild für Bild gezeichnet, um lebendig zu werden. Eine andere Quelle war für mich ein Referat, das ich in der Schule zum Thema "Animation" gehalten habe. Um das besser präsentieren zu können, habe ich kurzerhand einen Stop-Motion-Clip produziert, und von da an wurde mein Interesse weitergetrieben. Während meines Austauschjahres in den USA habe ich dann erfahren, dass man Animation auch vertieft studieren kann. Zudem war ich beim Besuch der Universal Studios begeistert von dem Aufwand und der Hingabe, die hinter den meisten Filmen stecken. Und so hat mich der Fluss mitgerissen zur Animation, einer unendlich vielfältigen Art, seinen Ideen Leben zu schenken und sie so teilen zu können.

Wie hat sich für dich die Möglichkeit ergeben, an Cornelias "Artists-in-Residence-Programm" teilzunehmen?

Über einen Kommilitonen meiner Filmakademie wurde der Kontakt zu Cornelia hergestellt. In einem der Zoom- Talks, die sie für uns gehalten hat, erwähnte sie, dass sie eine eigene Artist Residency startet, um regelmäßig jungen Künstlern*innen die Chance zu ermöglichen, sich bei ihr auf künstlerische Arbeiten zu fokussieren. Im Rahmen dessen wurden auch speziell Animator*innen der Filmakademie Baden-Württemberg zu einem Workshop mit Raul Garcia eingeladen. Dabei ergab sich die Möglichkeit, Cornelias Artist Residency zu besuchen und einige der talentierten Artists kennenzulernen.

Wie hat dir die Zeit auf Cornelias Hof in Volterra gefallen? Hast du dort Inspiration gefunden?

Auf Fraggina scheint die Zeit etwas langsamer zu vergehen, auch wenn sie dann doch viel zu schnell vergangen ist. Man findet Zeit und Raum kreativ zu sein, ohne zu viel Druck zu verspüren und wird dabei von seiner Umgebung angestachelt, sich auf seine Leidenschaft(en) zu fokussieren. So bin ich auch mal wieder zum Tagebuch schreiben gekommen:

" ... Wenn man mal die Autostraße ignoriert, wo sich ein Müllauto lautstark den Berg hochkämpft, ist Fraggina wie eine Oase, von der ich nun weiß und wo es mir immer wieder verrückt erscheint, dass so mancher Mensch hier die Straßen lang fährt und nicht weiß, was ihm hinter zwei, drei Bäumen verborgen bleibt. Es macht alles Sinn, woher Cornelias Geschichten kommen, wenn man ihr Zuhause und auch sie etwas kennenlernt. Feen-vermutend in jedem Busch, Insekten bewundernd, verspielt und von Kreativität umgeben zu jeder Zeit, mit dem Glauben an Wiedergeburt und der Hoffnung, vielleicht doch eine Hexe zu sein. ..."

Was hast du von dort mit nach Hause genommen?

Mitgenommen habe ich eine neu entfachte Liebe zum Zeichnen und Illustrieren. Außerdem die Hoffnung, dass man es schafft, eine ähnliche Ruhe auch in seinen Alltag einzubringen und sich die Zeit zum kreativ sein auch wirklich nimmt. Und natürlich neue Bekanntschaften zu begabten Künstler*innen mit ähnlichen Interessen und die Aussicht darauf, dass man sich bald wieder sieht, gemeinsam kocht und zeichnet, gärtnert oder wonach einem sonst der Sinn steht.