Juliana Muñoz Toro Autorin und Stickerin aus Bogotá, Kolumbien

Foto: Julian Mora-Oberlaender

Foto: Julian Mora-Oberlaender

Juliana ist Schriftstellerin, aber sie erzählt Geschichten darüber hinaus auch mit Nadel und Faden. Mit diesem Kunsthandwerk nahm sie 2023 auch teil an Cornelias Artist in Residence Projekt und stickte das Cover zum Buch "En una trama infinita". Zusammen mit ihrem Mann und Katze Rima lebt sie in Bogotá. Juliana hat Journalismus in Kolumbien studiert und einen Master of Fine Arts in kreativem Schreiben an der New York University gemacht. Sie hat viele Kinderbücher veröffentlicht und fühlt sich einem lyrischen Realismus verpflichtet. Zu ihren Büchern gehören unter anderem die Titel "24 señales para descubrir a un alien" (24 Anzeichen, um einen Außerirdischen zu enttarnen), "Albina," "A la sombra de un naranjo" (Im Schatten eines Orangenbaums), "El vuelo de las jorobadas" (Der Flug der Buckelwale). Juliana hat im Frühjahr 2023 an Cornelias "Artist in Residence Programm" teilgenommen.

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Foto: Julian Mora-Oberlaender

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Was hat dich zur Kunst gebracht?

Am Anfang war das Schreiben. Ich schrieb, um mein inneres Chaos zu organisieren und um Erinnerungen festzuhalten. Und dann folgte das Sticken. Meine Mutter war Schneiderin. Sie hat mir Kleider und Puppen gemacht und alles, was ihre Hände erschufen, war eine Geste der Liebe. Vor einigen Jahren erkannte ich, dass Garn und Faden unsere gemeinsame Sprache waren. Und so begann ich mit dem Sticken, um meinen Gefühlen Ausdruck zu verleihen und Geschichten Gestalt zu geben.

Wie hat sich für dich die Möglichkeit ergeben, an Cornelias "Artists-in-Residence-Programm" teilzunehmen?

Ich traf Cornelia während einer Zoom Schaltung im Rahmen des kolumbianischen Events "Seminario de Literatura Infantil y Juvenil de Pereira". Während des Gesprächs zwischen Cornelia und Adolfo Córdova erfuhr ich von der Möglichkeit, an ihrem Programm teilzunehmen. Ich schickte ihr ein paar Stickereien, die von Adolfo Córdovas Buch "El dragón blanco y otros cuentos" inspiriert wurden.

Foto: Julian Mora-Oberlaender

Foto: Julian Mora-Oberlaender

Wie hat dir die Zeit auf Cornelias Hof in Volterra gefallen? Hast du dort Inspiration gefunden?

Es war vielleicht die magischste Woche meines Lebens. Ich habe mich gefühlt, als wäre ich Teil von einer von Cornelias Geschichten. Ein Feenwald, ein gemütliches Studio voller Bücher, und die Möglichkeit, sich mit Cornelia zu unterhalten und vieles über ihren kreativen Prozess zu erfahren. Ich fand dort viel mehr als nur Inspiration: Ich habe Freunde gefunden unter den Künstlern, die mit mir dort Zeit verbrachten, die Tiere sind mir ans Herz gewachsen, und die besondere Stimmung dort hat mich erfüllt. Ich habe die Möglichkeit gefunden, mich der Schönheit des Lebens zu öffnen.

La enredadera (Foto: Julian Mora-Oberlaender)

La enredadera (Foto: Julian Mora-Oberlaender)

Was hast du von dort mit nach Hause genommen?

Neue Motivation, um Geschichten zu schreiben und zu sticken. Ich gewann eine neue Sichtweise auf das Fantasy-Genre und dessen Möglichkeiten, Emotionen zu vermitteln. Außerdem entstanden ein paar Stickereien nach einer Geschichte, die Cornelia uns vorlas, und wunderschöne Stoffe, die wir unter Anleitung von Cristina Giorgi selbst bedruckt haben. Aber das Wichtigste ist, dass mein Herz wieder gefüllt ist mit kreativer Energie. Ich bin unglaublich dankbar für diese Erfahrung, und ich kann es nicht erwarten, bald wieder nach Fraggina zurückzukehren.